Verborgenes Potenzial

Steinklänge und Ausstellungen: Kunsthalle in Sindelsdorf geplant

Sindelsdorf Kunst Halle
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Als „Wiege des blauen Reiters“ wird Sindelsdorf am Ortseingang bezeichnet. Doch ein Ort der Kunst ist Sindelsdorf heute nicht wirklich - Das könnte sich aber bald ändern.

Sindelsdorf – Die Sängerin und Künstlerin Yvonne Fontane aus Oberhausen möchte für ihr Projekt „StEinklang“ in Sindelsdorf ein Zuhause finden – in einer großen Kunsthalle.

Gegen den „StEinklang“, eine Verbindung aus Musik und Steinskulptur, haben die Sindelsdorfer Gemeinderäte per se nichts einzuwenden. Doch die Halle, in der die Klänge ertönen sollen, missfiel dem Gremium in ihrer Sitzung. Nicht die Halle an sich, sondern die Arkaden, die Grenzen überschreiten. Selbiges Problem war schon bei dem vorangegangenen Tagesordnungspunkt aufgetreten, dem Neubau einer Gewerbehalle, den Steinmetz Manfred Dangl realisieren möchte und der laut Bürgermeister Andreas Obermaier (CSU) „sehr schlüssig“ an den Kunsthallenbau angrenzen soll. Beide Anträge wurden abgewiesen. Sollten die Arkaden überarbeitet werden, dürfte das Gremium nichts mehr einzuwenden haben.

Bedenken wegen Parkplatzsituation und Lautstärke

Nach der Gemeinderatssitzung zeigt sich Obermaier kritisch, wenn er von der geplanten Kunsthalle spricht. Nicht etwa, weil er eher der klassischen Musik als Steinklängen zugeneigt ist, sondern weil ihn die 15 einkalkulierten Stellplätze beschäftigen.

Laut Stellplatzsatzung, meint der Rathauschef, sei nichts gegen die Anzahl einzuwenden. Doch wenn Obermaier daran denkt, dass mehr als 70 Besucher Platz in der Halle finden sollen, dann befürchtet er, dass bei Veranstaltungen Straßen zugeparkt werden könnten.

Auch was die Lärmemissionen anbelangt, betrachtet Sindelsdorfs Bürgermeister das Vorhaben kritisch. Immerhin wird es in der Kunsthalle dann etwas lauter, wenn die Anwohner in dem Wohnmischgebiet abendliche Ruhe suchen. Doch Yvonne Fontane wolle Lösungen für die potenzielle Lärmproblematik finden, so Obermaier.

Doch da ist noch eine Sache, die den Bürgermeister etwas beunruhigt: Der Tenor aus der Bevölkerung. Eigentlich hätte er die Sindelsdorfer gern über die Pläne zu einer Kunsthalle persönlich in Kenntnis setzen wollen, aber Infoveranstaltungen in Corona-Zeiten seien nun einmal nicht möglich.

Bürger sollen gehört werden

Einschätzen kann er nicht, was die Sindelsdorfer von einer zehn auf 23 Meter großen Kunsthalle halten, in der Ausstellungen, Klangspektakel und Cabarets stattfinden könnten. Für einen Kunst- und Kulturstandort sei Sindelsdorf mit seiner Infrastruktur eigentlich nicht ausgelegt, ein Veranstaltungsort dieser Art wäre „etwas völlig Neues“, sagt der Rathauschef, dem es ein Anliegen ist, „die Äußerungen aus der Bevölkerung“ dazu zu hören. Dass eine Kunsthalle nicht nach Sindelsdorf passt, will Obermaier aber nicht sagen. „Vielleicht ist das der Anfang einer Umstrukturierung in ein Kunstdorf“, meint der Bürgermeister und muss ein wenig über das möglicherweise verborgene Potenzial seiner Gemeinde schmunzeln.

Vielleicht ist das der Anfang einer Umstrukturierung in ein Kunstdorf“.

Andreas Obermaier (CSU)

Doch auch wenn der Bürgermeister Bedenken trägt, so ist er dem Neubau in seiner Optik durchaus zugetan. Laut den Plänen wäre die Halle in Holzbauweise zwar sehr groß, aber auch „sehr ansehnlich“, sagt der Rathauschef, „die macht was her“. Doch im selben Zug kommen wieder Zweifel in Obermaier auf, wenn er daran denkt, was aus der siebeneinhalb bis acht Meter hohen Halle werde, sollte der Betrieb in zehn, fünfzehn Jahren nicht fortgeführt werden und der Steinklang einmal verstummen.

In der nächsten Sitzung des Sindelsdorfers Gemeinderat am kommenden Dienstag (20. April) stehen die geänderten Planungen sowohl für die Kunsthalle als auch für die Steinmetzhalle auf der Tagesordnung. Antonia Reindl

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