Sternsingeraktion: Jugend der Pfarrei braucht dringend Nachwuchs

Neue Könige gesucht

Auf Sternsingersuche: Die Jugendleiter Moritz Volk, Benno Matz und Hannes Lenk (hinten von links) hoffen mit den Sternsingern Lieselotte und Benedikt Bocksberger und Marlene Curth (vorne von links) auf Verstärkung.

Penzberg – Golden glänzen die Fäden, der Umhang flattert im Winterwind, doch die Krone sitzt fest: lange Fußmärsche nehmen die Könige auf sich, um an ein paar tausend Türen zu klingeln und Spenden für Kinder zu sammeln. Nun hoffen die Sternsinger der Pfarrei Christkönig auf royalen Nachwuchs.

C, M und B, die drei Buchstaben schreibt die Kreide in geübter Manier auf das Holz der Haustüren. „Christus mansionem benedicat“, den Segen Christi sollen die weißen Linien den Bewohnern bringen. Anfang Januar rücken die Sternsinger wieder aus, nicht nur mit der Mission, mit Kreide den Segen zu schenken, sondern auch, um Kindern und Jugendlichen in anderen Ländern zu helfen. Mit dabei: die Pfarrei Christkönig. Rund 30 singende Könige und etwa 20 Jugendleiter waren es im vergangenen Jahr – zu wenig für gut 7.500 Haushalte.

Die Entfernung soll kein Hindernis sein, um zu helfen: Kindern mit Behinderung, die im Armenviertel der peruanischen Hauptstadt Lima leben, soll in diesem Jahr das Geld zugute kommen, das die Sternsinger der Pfarrei Christkönig zusammenbekommen. Geld von Kindern gesammelt, für Kinder gespendet. An drei Tagen ziehen die Jungen und Mädchen in kleinen Gruppen aus, mit Weihrauch, Sammelbüchse und in königlichen Gewändern. Sie durchschreiten verschneite Gärten, klopfen und klingeln an den Häusern und singen im Chor zwischen Tür und Angel. „Im Januar ist es zwar immer sehr kalt, aber in der Gruppe ist es lustig“, meint der zwölfjährige Benedikt Bocksberger. Er wird im Januar bereits zum vierten Mal durch die Stadt ziehen. 

In den Häusern warten auf die Sternsinger nicht selten Naschereien und wärmender Tee. „Es ist ein bisschen wie Halloween“, lacht Benedikt, „nur dass man weiß, dass man es für etwas Gutes macht. Das ist ein gutes Gefühl.“ Auch seine zehnjährige Cousine Lieselotte und ihre gleichaltrige Freundin Marlene machen sich von 2. bis 4. Januar auf den Weg, um mit Kreide und Weihrauch in den Händen, den Penzbergern den Segen zu bringen. „Manche lassen sich den Weihrauch auch drinnen im Haus verteilen“, meint Lieselotte, die beim letzten Mal ihre Premiere feierte. 

Dank seiner Erfahrung als Sternsinger kennt Benedikt auch die Menschen. Jedes Jahr aufs Neue weiß er, dass sie sich freuen, wenn die Kinder in ihren farbenprächtigen, goldglänzenden Gewändern vor ihnen stehen. Auf das Öffnen der Tür, folgt meist ein breites Lächeln. „Letztes Jahr wollte ein älteres Paar sogar ein Foto mit uns machen“, erinnert sich der Zwölfjährige mit einem Schmunzeln. „Die Leute wissen, dass das Geld gut ankommt“, weiß Claudia Lamprecht, Pastoralassistentin der Pfarrei Christkönig. Schließlich werde der Zweck, für den gespendet wird, in der „Kirche publik gemacht“. 

Schon seit Oktober laufen die Vorbereitungen für die Sternsinger­aktion, immerhin müssen die Einsatzpläne erstellt, Weihrauch und Kreide bestellt und Gruppen gebildet werden. Bereits ab neun Jahren können Kinder zu Königen werden. Die Jüngeren werden dann von den Jugendleitern der Pfarrei begleitet, darunter Moritz Volk, Hannes Lenk und Benno Matz. „Wir koordinieren, organisieren, sammeln das Geld ein und holen Kreide-Nachschub“, erklärt Moritz. Und von der Kreide wird viel benötigt, immerhin ziehen die Sternsinger etwa sieben Stunden am Tag von Tür zu Tür. Als erfahrene Sternsinger wissen sie aber auch, „wo man viel Geld bekommt“, scherzt Hannes. Ein besonderes Highlight ist für Benno das gemeinsame Mittagessen, das jedes Jahr an einem anderen Tisch stattfindet, aber immer im Haus eines Sternsingers. Dann lerne man sich untereinander kennen, meint der Jugendleiter.

Im vergangenen Januar konnte der Sternsingertrupp fast 7.500 Haushalte besuchen und sammelte dabei gut 15.500 Euro. Damit auch 2019 wieder an möglichst vielen Türen geklopft, gesungen und gespendet werden kann, sucht die Pfarrei aber noch Verstärkung. „Jeder ist willkommen“, betont Claudia Lamprecht, „wir wollen neue Sternsinger erreichen, auch außerhalb des Ministrantenkreises“. Und der Einsatz lohnt sich: für andere etwas Gutes tun und dabei das Miteinander genießen – und Kekse mit frisch aufgebrühtem Tee. ra 

Wer Sternsinger werden möchte, kann sich im Pfarrbüro (Sigmundstr. 18) ein Anmeldeformular abholen und dieses ausgefüllt bis zum 7. Dezember abgeben. Für weitere Fragen steht Claudia Lamprecht zur Verfügung: per Mail an claudia.lamprecht@christkönig.de oder unter Tel: 08856 921441.

Auch interessant

Meistgelesen

Gleiche Arbeit, anderer Lohn
Gleiche Arbeit, anderer Lohn
Außenborder statt Paddel
Außenborder statt Paddel
Antdorf wird zu Artdorf
Antdorf wird zu Artdorf
Keine Live-Übertragung
Keine Live-Übertragung

Kommentare