Zwischenlager gefunden

Benediktbeuern braucht Flächen für den Aushub der Straßenbaumaßnahmen

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Gesucht und gefunden: Die beiden rot markierten Flächen nördlich und südlich des Gewerbegebiets am Mondscheinweg sollen als Zwischenlager für Erdhaushub genutzt werden.

Benediktbeuern – Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Und wo gebaut wird, fällt Aushub an. Das weiß auch die Gemeinde Benediktbeuern, die nun nach Plätzen sucht, auf welchen sie den Abraum der künftigen Straßenbaumaßnahmen lagern kann.

In seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Benediktbeurer Gemeinderat mit vier Arealen, die im Flächennutzungsplan umgewidmet werden sollen. In zwei Fällen ging es dabei nur um den Angleich an den ohnehin bereits bestehenden Ist-Zustand: Das einstige Sägewerk wird zu einem offiziellen Parkplatz und der Wohnmobilstellplatz um eine Fläche erweitert. In den beiden anderen Fällen handelt die Gemeinde aus einer Not heraus, denn mit Blick auf die bevorstehenden Straßenbaumaßnahmen werden dringend offizielle Flächen für Ablagerungen benötigt. 

Erdhaufen größeren Ausmaßes haben sich im Klosterdorf in den letzten Monaten wahrlich zu einem roten Tuch entwickelt. Den Menschen, die sie vor ihrer Haustüre haben, sind sie ein Dorn im Auge, vor allem, wenn eine Beprobung noch aussteht oder eine Schadstoffbelastung ergeben hat. Auf der anderen Seite muss der Aushub irgendwohin, bevor klar ist, wohin er endgültig gebracht wird. 

Weil bei der bevorstehenden Straßensanierung im Rahmen der Dorf­erneuerung mit einigem Abraum zu rechnen ist, befasste sich der Gemeinderat nun mit zwei möglichen Flächen. Die eine liegt am nördlichen Rand des Gewerbegebietes, war schon in früheren Zeiten eine Deponie und ist im Flächennutzungsplan als Fläche für Gemeinbedarf ausgewiesen. Der darauf befindliche Stadel mit Garagen, den örtliche Vereine als Lagerraum nutzen, soll auch weiterhin bestehen bleiben. Die zweite Fläche liegt weiter südlich und ist als Teil des Lainbachwaldes im Flächennutzungsplan als Wald dargestellt. „Der Ist-Zustand zeigt allerdings eine Grünfläche, auf der bereits jetzt Lagerung stattfindet“, erklärte Toni Ortlieb. Der Bürgermeister betonte, dass beide Flächen nicht für dauerhafte Ablagerung vorgesehen seien, sondern nur als Zwischenlager für Abraummaterial bis zu dessen Beprobung. 

Dennoch benötigen „Flächen für Aufschüttungen“, wie sie im Flächennutzungsplan heißen, einen nicht sickerfähigen Untergrund. „Dieser kann geteert oder betoniert sein und sollte überdacht werden“, erläuterte Ortlieb. So komme es nicht zu Auswaschungen, und die Erde werde bei Nässe nicht schwer, was die Entsorgungskosten unnötig verteuern würde. Auf Nachfrage von Cölestin Allgäuer (FBM) erklärte Ortlieb, dass es nur so viel Versiegelung wie nötig geben werde. Eine für Lastwagen geeignete Straße samt Wendekreis könne hingegen mit einer Kiesschicht ausgeführt werden. Die Abdeckung wiederum könne auch in mobiler Form oder mit einer Folie erfolgen. 

Dass möglicherweise Sträucher oder ein Baum entfernt werden müssen, will Ortlieb nicht ausschließen. „Aber bei den Straßenbaumaßnahmen, die auf uns zukommen, wird’s ohne solche Flächen schwierig“, erklärte er. Die Regel „Ohne Lagerflächen kein Tiefbau“ gelte auch für jede einzelne Kommune. Bis ein Kipper auf den Flächen Aushub ablädt, wird allerdings noch ein Weilchen vergehen. Nachdem die Gemeinderäte dem Ansinnen zustimmten, wird zunächst ein Planer mit der Bestandsaufnahme und Errechnung der benötigten Quadratmeter beauftragt. Danach müssen eine Änderung des Flächennutzungsplans mit den zuständigen Behörden erörtert, öffentlich ausgelegt sowie die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange abgewägt werden. Erst wenn diese Schritte erfolgt sind, kann die Gemeinde einen entsprechenden Bauantrag stellen. cw

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