Überall Fragezeichen

Trotz widriger Umstände: Alpenwarmbad in Benediktbeuern will Ende Juni öffnen

+
Während das Naturfreibad in Bichl und die Kristalltherme Trimini in Kochel vorerst geschlossen bleiben, will man im Alpenwarmbad in Benediktbeuern schon bald in die Saison starten.

Benediktbeuern – Schwimmautobahnen, ungeduscht ins Wasser und am besten im nassen Badeanzug nach Hause radeln – mit den Freibadbesuchen der vergangenen Sommer werden künftige Aufenthalte im Alpenwarmbad nicht mehr viel gemein haben. Besser als geschlossen, denn das Naturfreibad in Bichl und die Kristalltherme Trimini in Kochel planen vorerst nicht zu öffnen. In Benediktbeuern ist wohl vor allem dem Schwimmverein an einer Öffnung gelegen, selbst unter widrigen Umständen.

Bis vor kurzem ging die Gemeinde Benediktbeuern noch davon aus, dass in Zeiten von Corona die Bade­saison heuer gänzlich ausfallen muss. Nun dürfen Freibäder seit vergangenen Montag wieder öffnen, allerdings unter strengen Auflagen, weshalb die Verwaltung nicht wirklich in Jubel ausbricht. Denn ob der Freibadbetrieb wirklich aufgenommen wird, ist derzeit keineswegs sicher. Anvisiert ist jedenfalls eine Öffnung des Bades am 29. Juni. In der jüngsten Gemeinderatssitzung bat Bürgermeister Anton Ortlieb die Benediktbeuerer um etwas Geduld. 

„Es gibt mehr Fragezeichen als sonst was“, stellte Ortlieb ernüchtert fest, nachdem er sich mit den äußert strengen Vorgaben befasst hatte, unter welchen Bayerns Freibäder ihren Betrieb aufnehmen dürfen. Ohne ins Detail zu gehen, fasste der Rathaus­chef leicht unterkühlt zusammen: „Wenn wir sämtliche Auflagen befolgen, schaut die Lösung nicht gerade prickelnd aus.“ Festgelegte Zeitfenster für Badegäste, die beim Einlass mit Namen und Telefonnummer registriert werden, gehören demnach ebenso zu den Vorgaben wie Obergrenzen in den Wasserbecken, Einbahnverkehr beim Schwimmen und zugewiesene Plätze auf der Liegewiese. Zudem stünden nicht alle Einrichtungen zur Verfügung, erklärte Ortlieb. Gesperrt bleiben müssten sowohl die Sammeldusche als auch die Sammel­umkleide. Ob sich die Öffnung des Freibades unter diesen Bedingungen wirtschaftlich überhaupt lohne, sei fraglich. „Das ist keine einfache Entscheidung, die will wohlweislich abgewogen werden“, stellte Ortlieb fest. Zumal zusätzliches Personal benötigt werde, das eigens für die Umsetzung und Überwachung der Regeln zuständig wäre. 

Ähnlich desillusioniert informierte Benedikt Pössenbacher über eine mögliche Öffnung des Naturfreibads Bichl: Noch sei das Thema für diese Saison nicht ganz vom Tisch. Doch „allein des schlechten Wetters wegen werden wir vorerst nicht öffnen“, so der Bürgermeister. Als Naturfreibad hätte man freilich weniger Vorlauffrist als beispielsweise das Alpenwarmbad. Die nötigen Abstands- und Hygieneregeln seien aber auch im Bichler Bad organisatorisch und personell nicht umzusetzen, „von der Wirtschaftlichkeit eines Badbetriebs unter diesen Bedingungen ganz zu schweigen“. Sollten die Hygieneregeln wider Erwarten gelockert werden, sei nicht auszuschließen, dass der Gemeinderat sich noch einmal mit dem Thema befasse, stellte Pössenbacher in Aussicht. Offiziell spricht auch die Kristall Bäder AG vom schlechten Wetter als Grund für eine andauernde Schließung des Trimini über den 8. Juni hinaus. Außerdem wolle man nicht „hopplahopp“ öffnen, um dann festzustellen, dass hier und da Nachbesserungen notwendig sind. „Lieber bereiten wir alles in Ruhe vor und öffnen dann mit einem vernünftigen Konzept“, so Julia Hellmann aus der Marketing­abteilung des Bäderbetriebs. Doch wann das sein wird, konnte oder wollte Hellmann nicht sagen. sg/cw

Auch interessant

Meistgelesen

Der Projektentwickler Küblböck erntet nichts als Lob für seine Edeka-Pläne
Der Projektentwickler Küblböck erntet nichts als Lob für seine Edeka-Pläne
Keine Aussicht auf Erfolg: Petition gegen Abriss des Verstärkeramtes zurückgezogen
Keine Aussicht auf Erfolg: Petition gegen Abriss des Verstärkeramtes zurückgezogen
Josef Vilgertshofer verlässt Penzberg Ende September aus persönlichen Gründen
Josef Vilgertshofer verlässt Penzberg Ende September aus persönlichen Gründen
Penzberger Schüler dürfen weiterhin kostenlos mit dem Stadtbus fahren
Penzberger Schüler dürfen weiterhin kostenlos mit dem Stadtbus fahren

Kommentare