Ein Supermarkt wie die Moschee

Der Bau des Rewe-Supermarktes auf dem Gelände des FC Penzberg ist auf erste Hürden gestoßen, die - wenig überraschend - das Bauamt aufgebaut hat. Die Investoren Stefan Jocher und Wolfram Stechl hatten deshalb kurz der jüngsten Bauausschuss-Sitzung gebeten, die Beratung über die Grundzüge für den erforderlichen Bebauungsplan von der Tagesordnung zu nehmen. Jocher, so war hinterher zu vernehmen, seien die Vorgaben aus dem Rathaus viel zu weit gegangen. Jetzt wird nachverhandelt.

Dass aus dem Areal an der Bichler Straße die südwestliche Hälfte des FC-Platzes für einen Teilbebauungsplan heraus gelöst wird, hatte der Stadtrat erst im Januar beschlossen. Damit wollte man Jocher einerseits entgegen kommen, um den Bau des Supermarktes voran zu treiben, und zugleich Zeit gewinnen, bis man sich über die Art der weiteren Bebauung geeinigt hat. Denn hier gehen die Vorstellungen weit auseinander: Jocher möchte im Anschluss an den Rewe-Markt ein Mischgebiet mit Gewerbe und Wohnen errichten, Stadtbaumeister Justus Klement hingegen favorisiert ein reines Wohngebiet. Klement macht auch kein Hehl daraus, dass er von dem Supermarkt an der Bichler Straße ohnehin nicht viel hält. Erst jüngst im Stadtrat, als es um den Teilbebauungsplan ging, hatte er wieder darauf hingewiesen. Klement hatte sich auch im vergangenen Jahr nicht mit seinen Vorstellungen bezüglich der Entwick- lung des FC-Geländes durchsetzen können: er wollte eine vollständige Wohnbebauung, der Stadtrat aber votierte mit 13:8-Stimmen für den Supermarkt. Jetzt wartete Klement für den Bebauungsplan mit Vorgaben auf, die Investor Jocher offenbar viel zu weit gingen. So wird in der Stellungnahme aus dem Bauamt auf den „ortsbildprägenden“ Standort an der Bichler Straße hingewiesen, weshalb bereits bei der Aufstellung des Bebauungsplanes den städtebaulichen Aspekten große Bedeutung zukomme. Explizit weist Kle- ment auf die nahe gelegene und architektonisch sehr anspruchsvolle Moschee hin, weshalb sich der Re- we-Markt „qualitativ an diesem Gebäude und nicht an den vorhandenen Gewerbeobjekten aus den sechziger Jahren“ orientieren soll. In diesem Zusammenhang will das Bauamt jene Rückseiten des Supermarktes gestalterisch aufwerten, die von der Bichler Straße und der am FC-Platz in Richtung Osten führenden „Säubach-Promenade“ aus sichtbar sind. Vergitterte Fenster, haustechnische Geräte, Werbeflächen und einsehbare Mülllagerplätze sollen hier verboten werden. Eine weitere Restriktion betrifft die Dach- nutzung: Hier will Klement auf zwei Dritteln der Fläche eine Begrünung erwirken. Jocher + Stechl dagegen möchten dort eine Photovoltaikanlage bauen, was eigentlich auch im Sinne des neuen Klimaschutzkonzeptes der Stadt sein sollte.

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