Bewahrung des Idylls

In der Schrebergartenanlage im Breitfilz bahnt sich ein Neubeginn an

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Ein Aushang samt Fotos informiert die Breitfilzer über das, was sich bei der Besprechung im Rathaus ergeben hat und für die Zukunft der Kleingärten entscheidend ist.

Penzberg – Es wird etwas passieren und es wird anders werden, doch eines soll bleiben: der Idyll-Charakter. Vor gut einer Woche kam das Team Breitfilz mit Vertretern der Stadtverwaltung, der Feuerwehr, einem Gutachter sowie Bürgermeister Stefan Korpan im großen Sitzungsaal des Rathauses zusammen, um sich der Zukunft der Schrebergartenanlage im Breitfilz anzunehmen. „Es gibt gute Nachrichten“, freut sich Paul Hattemer vom Team Breitfilz nach der Zusammenkunft.

Die Zukunft der Kleingärten soll nicht länger im Dunkeln bleiben. Ein wenig Licht herein brachte nun eine Besprechungsrunde der Involvierten, die sich auf ein paar wenige Punkte, dafür aber essentielle, festlegten. Paul Hattemer, Kopf des Teams Breitfilz, konnte nach dem Gespräch erleichtert aufatmen, nachdem die Freizeitgärten vor knapp drei Jahren durch das Landratsamt geschlossen wurden. Danach habe „pure Ratlosigkeit“ unter den Pächtern geherrscht, sagt Hattemer. Lange war es still um das Idyll, keiner wusste, wie es weitergehen würde, oder ob. „Nun gibt es erstmals deutliche Hinweise für einen Neuanfang“, freut sich Hattemer. 

Mit Bürgermeister Stefan Korpan und den „ranghöchsten Vertretern der betroffenen Verwaltungsabteilungen, zusammen mit der Leitung der Feuerwehr, dem beauftragten Planungsbüro und dem gesamten Team Breitfilz“, so Hattemer, sei nun ein Fahrplan erstellt worden. Dabei war man sich einig, dass es eine rechtliche Grundlage brauche, um alle Sicherheitsvorgaben zu erfüllen. Die Punkte, die schließlich erarbeitet wurden, hielt Hattemer sogleich in einem Schreiben an die Pächter der Schrebergärten fest. Darin ist etwa zu lesen, dass noch im Juni der Stadtrat den Bebauungsplanentwurf für das Genehmigungsverfahren freigeben werde. „Die Aufgabe der Stadt ist es, die Übergabebedingungen zu organisieren“, erläutert Hattemer. Und auch der Standort und das Volumen der Löschwasserversorgung wurden festgelegt: In Abstimmung mit der Feuerwehr soll nun die Löschwasserbevorratung installiert werden. „Die Ausführung kann noch in diesem Jahr erfolgen“, heißt es in dem Schreiben des Breitfilz-Teams dem neben Hattemer noch Marianne und Rudi Fesl, Walter Höck, Christof Ludewig, Thomas Szeyei sowie Yusuv Türkyilmaz angehören. Auch die erforderlichen Rettungswege sollen laut dem Schreiben in Angriff genommen werden. Und was die angestrebte Vereinsgründung anbelangt, so liege der Satzungsentwurf den Steuerbehörden jetzt zur Prüfung vor. „Wir sind uns sicher, dass sich der von der Stadt als Partner geforderte Verein auf Sicht bilden wird“, zeigt sich Hattemer zuversichtlich. Der Verein, der den Namen „Freizeitgärten Breitfilz“ tragen soll, wird sich um die Organisation eines gemeinschaftlichen, demokratischen und Regeln unterworfenen Gefüges kümmern. „Aber das Breitfilz wird kein strenges Kleingartengebiet, sondern soll in seiner herkömmliche Art fortbestehen, mit Kleintierhaltung, viel Grün. Eine Idylle für die Freizeit von Menschen aus allen Schichten, aber ohne Strom und fließendes Wasser, so wie es immer war“, betont Hattemer, der den bisherigen Pächtern einen Beitritt zum Verein schmackhaft macht, wenn er sagt, dass diese als Mitglieder „die Möglichkeit haben, die vormalige Parzelle oder eine andere zu erhalten“. Anvisiert werden laut dem Schreiben an die Breitfilzler darüber hinaus Gespräche mit dem Landrats­amt, um Erleichterungen bei den Verboten zu erwirken.

So weit der Blick auf Kommendes. Was das Gegenwärtige angeht, so teilt das Team Breitfilz den vormaligen Pächtern mit, dass diese ihre Parzellen, sofern dort etwas zu beanstanden ist, in Ordnung zu bringen haben. Die Stadt bietet in den kommenden Wochen die Möglichkeit an, den auf den Parzellen angesammelten Unrat in großen Müllbehältern zu entsorgen. 

Eines möchte Hattemer bei dem sich anbahnenden Neubeginn aber nicht verschweigen: „Es wird zwangsläufig zu Veränderungen kommen.“ Ein kompletter Kahlschlag soll aber nicht erfolgen. ra

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