Hungern am ausgestreckten Arm

Tempolimit in Untereurach: Nach erneuter Ablehnung aus dem Landratsamt soll nun der Landtag helfen

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Seit vier Jahren das gleiche Lied: Die Bürgerinitiative um Hans-Dieter Necker fordert ein Tempolimit, stößt damit im Landratsamt aber auf taube Ohren.

Iffeldorf – „Wir geben nicht auf, aber es ist eine zähe Angelegenheit“, erklärt Hans-Dieter Necker zerknirscht. Seit viereinhalb Jahren versuchen er und seine Mitstreiter Gerhard Kerfers und Johannes Wagner als Leiter der Bürgerinitiative Untereurach mehr Lebensqualität in den Iffeldorfer Ortsteil, der mehr und mehr unter dem zunehmenden Verkehr leidet, zu bringen. Sie fordern Tempo 60 außerhalb der Ortsschilder bis zur Anschlussstelle der Autobahn und in Richtung Seeshaupt bis zum Ende des Gewerbegebietes. Und so wie es aussieht, werden sie das auch noch eine Weile fordern müssen, denn Landrätin Andrea Jochner-Weiß zeigt sich davon alles andere als begeistert. Necker & Co. erwägen nun eine Petition an den Landtag.

Knapp 800 Unterschriften sammelte die Initiative vor eineinhalb Jahren für die Idee, die Ortsschilder zu versetzen und die Höchstgewschwindigkeit auf Tempo 60 zu beschränken. Daraufhin folgte zuerst Tempo 70 in die eine, aber nicht in die andere Richtung, bevor eine Anpassung das Tempolimit für beide Fahrbahnen brachte. „Wenn die Polizei hier nicht regelmäßig kontrolliert, bekommen das die Auto- und Motorradfahrer schnell mit. Viele halten sich dann nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung“, sagte SPD-Mann Necker in der jüngsten Gemeinderatssitzung und forderte Bürgermeister Hans Lang auf, bei der Polizei bezüglich der Kontrollen nachzuhaken. 

Anfang Dezember schickte die Initiative erneut einen Brandbrief an Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Die Antwort flatterte fünf Monaten später ins Haus. „Natürlich wieder eine Ablehnung“, so Necker, der glaubt, dass die Möglichkeiten über das Landratsamt nun ausgereizt sind. „Wir werden das Schreiben der Landrätin beantworten und überlegen nun, uns mit einer Petition direkt an den Landtag zu wenden“, erklärt Hans-Dieter Necker. In ihrem Schreiben wiederholte die Landrätin, wie schon in den Gesprächen davor, dass ihrer Meinung nach keine geschlossene Bebauung gegeben sei, die Lärmwerte nicht erreicht würden und das Versetzen des Ortsschildes in Iffeldorf nicht mit dem Fall in Seeshaupt vergleichbar wäre, obwohl dort schon vor 17 Jahren mit der Begründung „zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen“ für drei Häuser eine Versetzung möglich war. „Bei uns geht es um 20 Häuser“, so Necker. 

Außerdem führt die Bürgerinitiative an, dass wieder nicht neu geprüft worden sei, sondern man im Fall der Lärmwerte die drei Jahre alte Stellungnahme des Verkehrsministeriums als Grundlage herangezogen habe. Seitdem hat sich laut Necker einiges verändert, vor allem natürlich die erhebliche Zunahme des Verkehrs. Auch sei die Schallberechnung von 2017 fehlerhaft. „Ich habe das Gefühl, die lassen uns am ausgestreckten Arm verhungern. Aber da kennen die mich schlecht“, grollte Necker. au

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