Tiefgaragen zur Auflage machen

Zu einer fundamentalen Änderung für Neubauprojekte könnte es schon bald in der Penzberger Innenstadt kommen. Im Rathaus werden derzeit intensive Überlegungen angestellt, die so genannte Stellplatzablöse abzuschaffen und statt dessen von den Bau- herren zu verlangen, die erforderliche Zahl von Parkplätzen auf dem jeweiligen Grundstück zu schaffen. „Das wäre ein sinnvoller Weg“, sagte Bürgermeister Hans Mummert nach einer kontrovers geführten Debatte mit Geschäftsleuten über das neue Konzept der Parkraumbewirtschaftung.

Nach Meinung der Gewerbetreibenden gibt es in der Innenstadt immer noch zu wenig Parkmöglichkeiten. Tatsache ist, dass durch den Umbau der Bahnhofstraße die Zahl der öffentlichen Stellplätze von 838 auf 710 zurückgegangen ist und durch die Umgestaltung des Stadtplatzes noch 35 weitere wegfallen werden. Bei der Diskussionsrunde in der Stadthalle (siehe auch Bericht auf Seite 4) forderte etwa Wolfgang Geist vom Computerladen all-soft sogar, die durch einen Bürgerentscheid verhinderte Tiefgarage unter dem Stadtplatz wieder ins Gespräch zu bringen. Franz Mühlpointner hingegen sprach sich für den Abriss des Metropol-Gebäudes, um Stellflächen auf dem Gelände auszuweisen. Sehr viel größere Chancen zur Umsetzung hat da schon der Vorschlag von Clement Dodell, die Stellplatzablöse bei Neubauten zu kippen und den Bauwerbern den Bau von Tiefgaragen in der Innenstadt zur Auflage zu machen. Der ehemalige CSU-Stadtrat hatte diese Variante im Vorfeld bereits mit Bürgermeister Mummert besprochen und war damit auf offene Ohren gestoßen. Auch Stadtbaumeister Justus Klement favorisiert dieses Modell. Bislang ist es in der Penzberger Innenstadt so geregelt, dass bei Neubauten nur 35 Prozent des Stell- platzbedarfs auf dem Grundstück geschaffen werden müssen, der Rest kann bei der Stadt gegen bare Münze abgelöst werden. Damit wollte man vermeiden, dass in der Bahnhofstraße der Verkehrsfluss durch viele Zufahrten zu Tiefgaragen unterbrochen wird. Im Bauamt hat man dieses Befürchtungen nun aber nicht mehr. „Mit einer vernünftigen Planung kann man eine Lösung erzielen, um Tiefgaragen von Neubauten auch von anderen Stellen her anzufahren“, so Mummert. Eine Verpflichtung zum Bau von Tiefgaragen würde auch den Parkdruck aus der Bahnhofstraße nehmen und somit den Interessen der Geschäftsleute entgegen kommen. Der Bürgermeister spricht denn auch von einem „investitionsfördernden Schritt“, den er in den kommenden Wochen mit Bauausschuss und Stadtrat eingehend diskutieren will. Unterstützung hat hier schon mal Wilfried Lehmann (CSU) signalisiert. „Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung, zumal die Stellplatzablöse ja nie dazu benutzt wurde, zusätzliche Parkflächen zu schaffen.“

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