Viele wichtige Infos

Erster Wegweiser für Menschen mit Behinderung

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Präsentieren einen Wegweiser, in dem viel Herzblut steckt: die Behindertenbeauftragte Katharina Droms (links) und Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

Landkreis – Ratgeber gibt es für viele Bereiche: Nun wird auch Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen im Landkreis Weilheim-Schongau ein Wegweiser mit wichtigen Tipps und konkreten Kontaktdaten an die Hand gegeben. Der farblich und inhaltlich übersichtlich gegliederte Wegweiser konzentriert sich auf lokale Angebote und weist auf Unterstützungsmöglichkeiten von außerhalb hin, sofern diese nicht im Landkreis vertreten sind.

Bei der Broschüre handele es sich um ein „niederschwelliges Informationsangebot“, führte Landrätin Andrea Jochner-Weiß aus, als sie mit Katharina Droms, Behindertenbeauftragte für den Landkreis, das 96-seitige Werk präsentierte. Droms habe „viel Energie und Herzblut in das Projekt gesteckt“, in das der Teilhabebeirat des Landkreises durchgängig eingebunden war. Wer Rat suche, finde in dem Wegweiser schnell, was er wissen möchte, ergänzte die Landrätin: Tipps zu einem bestimmten Thema ebenso wie Beratungs- und Unterstützungsangebote, Ansprechpartner, Fördermöglichkeiten oder die Erklärung von Fachbegriffen wie „Euroschlüssel“. Dieser europaweit einheitliche Schlüssel ermöglicht körperlich beeinträchtigten Menschen, von denen es im Landkreis knapp 18.000 gibt, einen selbständigen, kostenlosen Zugang zu behindertengerechten sanitären Einrichtungen wie Autobahn- und Bahnhofstoiletten sowie öffentlichen Toiletten in Museen und Fußgängerzonen. 

An einem praktischen Beispiel zeigte Droms auf, wie wichtig es für Menschen mit Behinderung ist, umfassend informiert zu sein: Die Sanierung eines Badezimmers wird bei Vorlage eines Schwerbehindertenausweises von der Regierung von Oberbayern etwa mit bis zu 10.000 Euro bezuschusst, berichtete sie. Wo Betroffene einen solchen Ausweis beantragen können, wird in dem Wegweiser ebenfalls erklärt. Wichtig sei es auch, Eltern, deren Kinder einen besonderen Förderbedarf haben, die entsprechende Unterstützung an die Hand zu geben. „Die ersten Lebensjahre sind für die Entwicklung eines Kindes ganz entscheidend. Lernbereitschaft und Auffassungsvermögen eines Kindes sind nie mehr so ausgeprägt wie in diesen Jahren“, heißt es dazu in der Broschüre. „Es gibt viele offene Fragen, wir versuchen darauf möglichst umfassende Antworten zu geben“, betont Katha­rina Droms. 

Die Idee, für Menschen mit Behinderung einen eigenen Wegweiser zu erstellen, hatte Kreis­caritas-Geschäftsführerin Monika Funk im Sommer 2018 angeregt, jetzt wurde dieses Projekt umgesetzt. Von dem dank der großen Schrift gut lesbaren, griffigen Handbuch wurden 2.000 Exemplare gedruckt. Die Gestaltung des Ratgebers, der letztlich weit umfangreicher geworden ist als ursprünglich geplant, hat das Telezentrum Peiting-Herzogsägmühle übernommen. Gestaltung und Druck haben rund 6.000 Euro gekostet. Dass Menschen mit Behinderung an der Entstehung der Broschüre mitarbeiten konnten, freut Katharina Droms. Ihr Wunsch ist es, den Ratgeber alle zwei Jahre zu aktualisieren und in „Leichter Sprache“ fortsetzen zu können. Zwecks der Übersetzung in eine einfache sprachliche Ausdrucksweise („Leichte Sprache“) ist die Behindertenbeauftragte bereits mit einer speziell dafür geschulten Dolmetscherin im Gespräch. 

Der vom Teilhabebeirat des Landkreises herausgegebene Wegweiser wird unter anderem in Krankenhäusern, Arztpraxen, Rathäusern und Frühförderstellen ausgelegt und kann darüber hinaus auch über die Homepage des Landratsamtes (www.weilheim-schongau.de) aufgerufen werden. hof

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