Viel für Gemeinde getan

Trauer in Kochel: Altbürgermeister Siegfried Zauner (88) verstorben

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Siegfried Zauner hatte viel für Kochel getan.

Kochel – Trauer um Siegfried Zauner: Der Kocheler Altbürgermeister und Ehrenbürger ist am Montagabend (15. Februar) im Alter von 88 Jahren verstorben.

Siegfried Zauner wurde 1932 in Kochel geboren. Der gelernte Schuhmacher wechselte schon bald in das Baugewerbe. Dort arbeitete er als Maurer und später als Polier und Bauleiter. Mit seiner Frau Wilhelmine wäre Siegfried Zauner am 16. Februar 60 Jahre verheiratet gewesen und hätte die Diamantene Hochzeit feiern können. Dem Paar wurden zwei Töchter und ein Sohn geboren. Die sieben Enkel waren die große Freude des Ehepaares. Der Kocheler wurde 1966 in den Gemeinderat gewählt. Nach dem Rücktritt des damaligen Bürgermeisters Engelbert Bolligs kandidierte Siegfried Zauner für das Amt und wurde 1968 mit nur 35 Jahren Bürgermeister. 28 Jahre lang leitete er die Geschicke der Kommune, zudem war er ab 1972 insgesamt 24 Jahre lang Chef der Verwaltungsgemeinschaft. „Sein großes politisches Gespür und seine besondere Menschlichkeit ließen ihn aber auch auf Landkreisebene und darüber hinaus zu einem hoch geschätzten Kommunalpolitiker werden“, würdigt Kochels Bürgermeister Thomas Holz (CSU) den Verstorbenen. Zauner gehörte von 1972 bis 2002 dem Kreistag und dem Kreisausschuss an, der Kocheler vertrat zudem von 1984 bis 1996 als Bürgermeistersprecher und Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetags die Interessen der Gemeinden sowie als Mitglied des Landesausschusses im Landkreistag die Belange von Tölz-Wolfratshausen.

„Ein Mann der Tat“

„Er war ein Mann der Tat“, erinnert sich Rathauschef Holz. „Die Gemeinde Kochel hat Sigi Zauner sehr viel zu verdanken.“ Neben dem Bau des damaligen Familien- und Erlebnisbades „trimini“ 1972 fallen der Kauf der Herzogstandbahn durch die Gemeinde (1973) und deren Umbau in eine Gondel-Pendelbahn (1994) sowie die Gründung des Franz-Marc-Museums (1986) in seine fast drei Jahrzehnte dauernde Amtszeit. Dem Verstorbenen habe immer das Wohlergehen der Bürger am Herzen gelegen, so Holz. In Zauners Amtszeit wurden sechs Einheimischenmodelle umgesetzt, ein Kindergarten gebaut, die Turnhalle und der Gymnastikraum an der Grundschule errichtet, die Feuerwehrgerätehäuser in Kochel und Walchensee neu gebaut und das Feuerwehrgerätehaus in Ried umgebaut sowie die Fußball- und Tennisplätze in Kochel und Walchensee errichtet. „Sein Einsatz für die Gemeinde ging weit über die normalen Anforderungen an einen Bürgermeister hinaus“, betont der heutige Rathauschef Holz. „Seine Gradlinigkeit, aber vor allem auch seine väterliche und sehr menschliche Seite machten ihn zu einer sehr geschätzten Persönlichkeit“, weiß Holz.

Berggasthaus war große Leidenschaft

Neben der Kommunalpolitik war vor allem das Berggasthaus Herzogstand die große Leidenschaft von Siegfried Zauner. Das seit 1978 im Familienbesitz befindliche Gasthaus wurde nach einem Großbrand zu seinem 60. Geburtstag wiedereröffnet und wird inzwischen von seinem Sohn Sigi jun. betrieben. Oft hat man „den Sigi“ nach seinem Rückzug aus der Kommunalpolitik oben auf 1575 Metern Höhe angetroffen: Entweder traf er sich zu einem gemütlichen Plausch mit alten Weggefährten, half an der Schänke mit oder versorgte die Gäste in seiner launigen Art mit einem „Hirschkuss“.
Siegfried Zauner erhielt für sein Engagement zahlreiche Ehrungen: unter anderem das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, die Bayerische kommunale Verdienstmedaille und das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes. Andreas Baar

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