Gute Geschäfte in der Krise

Trotz Corona: Roche Deutschland macht Milliardenumsatz in 2020

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Standort Penzberg von oben: Roche Deutschland machte Milliardenumsatz in 2020
  • Andreas Baar
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Penzberg – Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft hart, der Biotech-Konzern Roche in Deutschland erwirtschaftete dagegen im vergangenen Jahr einen Milliardenumsatz. Zudem wurden 2020 fast 500 Millionen Euro investiert – auch im Standort Penzberg.

In der Führungsetage des deutschen Roche-Ablegers herrscht angesichts der Bilanz durchaus Zufriedenheit. Im Pandemie-Jahr 2020 habe man „alles daran gesetzt“ sowohl diagnostische Tests als auch Arzneimittel im Kampf gegen COVID-19 zu erforschen, entwickeln, produzieren und vor allem zur Verfügung zu stellen, heißt es aus der Mannheimer Zentrale. Eine wichtige Rolle spielt das Penzberger Werk: Es vereinigt Forschung, Entwicklung und Produktion. Gleichzeitig habe das Unternehmen die Versorgung mit wichtigen Diagnostika und Arzneimitteln sichergestellt und auch neue Lösungen eingeführt. „Damit hat Roche einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und zum medizinischen Fortschritt in Deutschland geleistet“, lautet das Konzernfazit.

Dies spiegelt sich in den Zahlen wider: Der Gesamtumsatz von Roche in Deutschland lag im vergangenen Jahr unterm Strich bei immerhin 3,06 Milliarden Euro. Zudem wuchsen die konzerninternen Lieferungen um knapp über 17 Prozent auf 4,63 Milliarden Euro.

In die deutschen Standorte Penzberg, Mannheim und Grenzach wurden 490 Millionen Euro investiert. In den vergangenen fünf Jahren waren es nach Angaben des Unternehmens über 2,7 Milliarden Euro gewesen. Man setze „als forschungsintensives Unternehmen“ auf die Standorte, heißt es. Die Gelder flossen in Produktionsanlagen,Technologien, Infrastruktur und die Entwicklung der jeweiligen Standorte.

Claus Haberda, Geschäftsführer von Roche Diagnostics und früher Werkleiter in Penzberg, hebt den Einsatz der Belegschaft im Kampf gegen das Corona-Virus hervor: „Dank der Machermentalität und des Engagements“ der Mitarbeiter sei es möglich gewesen, „in dieser hohen Geschwindigkeit einen Beitrag in der Pandemie leisten“. Haberda zeigt sich optimistisch: „Gemeinsam können wir als Gesellschaft die Pandemie durch einen breiten Maßnahmen-Mix aus gut durchdachter Teststrategie, verbindlichen Präventionsmaßnahmen, medizinischen Innovationen und stabiler Versorgungsinfrastruktur erfolgreich bekämpfen.”

Claus Haberda: Der Roche-Geschäftsführer war früher Werkleiter in Penzberg.

Corona-Schnelltest kommt

Erst zu Wochenbeginn hatte Roche bekanntgegeben, dass der Konzern vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Sonderzulassung erhalten hat, einen SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest in Deutschland auf den Markt zu bringen. Der Selbsttest erfolgt durch Nasenabstrich und sei zu Hause durchzuführen. Ergebnisse sollen nach nur 15 Minuten vorliegen. Der Test wird laut Roche in Apotheken erhältlich sein und sei nicht verschreibungspflichtig. ,,Ein regelmäßiger Selbsttest zu Hause kann den Druck auf die Gesundheitssysteme verringern“, ist Thomas Schinecker, CEO von Roche Diagnostics, überzeugt.

Die positive Geschäftsentwicklung wirkte sich auf die Belegschaft aus: Die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland stieg um rund 500 auf 17.200 Menschen. Allein in Penzberg sind es um die 6500 Mitarbeiter. Roche möchte sich die Möglichkeit schaffen, sein derzeit 46 Hektar großes Werk auszubauen: Der Stadtrat hat kürzlich die Aufstellung eines Bebauungsplans für den nördlichen Bereich beschlossen (Rundschau berichtete). Der Konzern will dafür ein eingrenzendes Areal von den Staatsforsten erwerben. Der Geltungsbereich umfasst 26 Hektar, die bebaute Fläche liegt gemäß Plan bei rund 13 Hektar. Einstimmig fiel die Entscheidung im Stadtrat jedoch nicht: Eine Erweiterung wird von der Grünen-Fraktion kritisch gesehen.

Partner für Forschung

In Penzberg ist der Konzern neben der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität ein Partner für das geplante Fraunhofer-Institut. Wie berichtet, soll dort umfangreiche Pandemie- und Infektionsforschung betrieben werden. Das millionenschwere Projekt startet bei Roche. Später soll ein eigener Neubau im Nonnenwald kommen. Dafür fließen reichlich staatliche Mittel: Bayern spendiert je fünf Millionen Euro in 2021 und 2022, zudem wurden für 2023 bis 2025 Verpflichtungsermächtigungen über 30 Millionen eingeplant. Und im November genehmigte der Haushaltsausschuss des Bundestags weitere 40 Millionen Euro für das Zentrum. Andreas Baar

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