Es wird nicht gerüttelt

Trotz Protesten: Gemeinderat hält an Eintrittspreisen für das Apenwarmbad fest

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Während die Kinder im Alpenwarmbad ausgelassen planschen, blicken so manche Eltern sorgenvoll in die leere Geldbörse

Benediktbeuern – Die Saison im Alpenwarmbad ist in vollem Gange. Nicht nur die heißen Tage Ende Juni ließen das Bad beinahe aus den Nähten platzen, auch spülen die Sommerferien der anderen Bundesländer viele Urlauberfamilien ins kühle Nass.

Während die Feriengäste den Eintritt bezahlen, ohne mit der Wimper zu zucken, haben manche Benedikt­beurer schwer zu schlucken an den zum Saisonstart erhöhten Preisen. Aufgrund der eingefahrenen Defizite der vergangenen Jahre sehen Gemeinderat und Kämmerer allerdings keine Möglichkeit zur Umkehr. 

In den letzten vier Jahren fuhr die Gemeinde mit ihrem Freibad ein jährliches Defizit von etwa 70.000 Euro ein. Im Jahr 2018 waren es 74.000 Euro, und Kämmerer Florian Hlawatsch rechnet für die Zukunft mit einem weiteren Anstieg. Um das Bad möglichst kostendeckend betreiben zu können, hatte der Gemeinderat im März eine Anhebung der Eintrittspreise beschlossen. Fünf Jahre nach der letzten Erhöhung wurde die vereinbarte Preissteigerung für „moderat“ empfunden und einstimmig abgesegnet. 

Dass die Einheimischen deshalb nicht in Jubelstürme ausbrechen würden, war den Gemeinderäten dabei klar. Dementsprechend gefasst lauschten sie in der jüngsten Sitzung dem erbosten Schreiben einer Bürgerin, das Hanns Frank Seller verlas. Die Mutter nahm darin kein Blatt vor den Mund und schilderte ihr „großes Entsetzen“ über die Höhe der Preisgestaltung, die sie für „völlig unangemessen“ hält. Der Anstieg von 6,50 auf 8 Euro für eine Erwachsenen-Einzelkarte entspreche einer Steigerung von 23 Prozent, das gelte auch für die Saisonkarte die nun 96 statt bisher 78 Euro kostet. Und dass man nun für Kleinkinder 2 Euro bezahlen müsse, sei wohl „ein schlechter Scherz“, zürnte die gute Frau, für deren Familie „der Besuch des heimischen Freibades damit uninteressant geworden“ sei. Die Kommunalpolitiker nahmen den Brandbrief, den mehrere Bürger aus Benediktbeuern und Nachbargemeinden unterzeichnet hatten, zur Kenntnis, sahen aber keine Veranlassung, an ihrer Entscheidung zu rütteln. Vielmehr stimmten sie dem Antwortschreiben von Hlawatsch zu, in welchem der Kämmerer der aufgebrachten Frau darlegte, dass die kommunale Einrichtung kostendeckend betrieben werden müsse, um nicht, „wie so viele“, schließen zu müssen. „Alleine die Personalkosten steigen jährlich um zwei bis drei Prozent“, verdeutlichte Hlawatsch, auch sei ein zusätzlicher Bademeister eingestellt worden. Die Erhöhung bei der Kindertageskarte sei mit 50 Cent (von 3,50 auf 4 Euro) sehr überschaubar und die Kleinkindpauschale damit zu begründen, dass die kleinsten Besucher durch den erhöhten Reinigungsaufwand schlichtweg die meisten Kosten verursachten. 

Abschließend empfahl Rudi Mühlhans (FBM) der Verfasserin des Brandbriefes, mal auszurechnen, ob für sie nicht die Familienjahreskarte die kostengünstigste Version wäre. Diese gibt es für einen Erwachsenen mit Kindern zum Preis von 160 Euro, für zwei Erwachsene mit Kindern zum Preis von 200 Euro. cw

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