Und täglich fliegt die Sicherung

Veraltete Elektrik: Stromausfälle legen Unterricht an der Mittelschule lahm / Stadt ergreift Sofortmaßnahmen

An die Grenzen gestoßen: Die Elektrik aus dem Jahr 1967 ist dauerhaft überlastet, weshalb die Mittelschule immer wieder im Dunklen versinkt.

Penzberg – In der Bürgermeister-Prandl-Mittelschule fällt seit Schuljahresanfang immer wieder der Strom aus. Verantwortlich dafür ist die noch aus dem Jahr 1967 stammende Stromversorgung. Als daran im Sommer 2018 noch eine neue Lüftungsanlage angeschlossen wurde, begannen die Sicherungen zu fliegen.

Wie Bürgermeisterin Elke Zehetner am Dienstag in einem Gespräch mit Vertretern des Elternbeirats erklärte, habe man bereits verschiedene Sofortmaßnahmen ergriffen, um die Stromausfälle zu unterbinden. Im Frühjahr werde man darüber hinaus die gesamte Elektrik der Schule einer detaillierten Überprüfung unterziehen. 

„Stromausfälle stören massiv den Unterrichtsablauf. Aus methodisch-didaktischer Sicht kann so kein Lerninhalt dauerhaft vermittelt und aufgenommen werden. Außerdem sollen die Schüler im Winter nicht im Dunklen sitzen“, betont die Elternbeiratsvorsitzende Sybille Leipnitz. Die Bürgermeisterin mag ihr da nicht widersprechen: „Deshalb stehen wir bereits seit Oktober mit der Schulleitung in engem Kontakt“, sagt Elke Zehetner. In der Tat sei es so, dass die Stromversorgung seit dem Bau der Schule 1967 nie erweitert oder erneuert wurde. „Alle Geräte, die im Laufe der Jahre hinzukamen, wurden an das bestehende Netz angeschlossen“, so Zehetner. Das waren Beamer in jedem Klassenzimmer, die Mensaküche, die Durchlauferhitzer sowie viele Computer. Als dann im Sommer 2018 begonnen wurde, die Fenster zu erneuern, wurde in jedem Klassenzimmer auch ein Lüftungsgerät verbaut. „Dies war eine energetische Anforderung, die zusammen mit den neuen Fenster erfolgen musste“, sagt Rathaussprecher Tom Sendl. Mit der Inbetriebnahme der Lüftungsgeräte ist die Stromversorgung dann aber an ihre Grenzen gestoßen. Kam es im Winter 2018/2019 nur bei Spitzenlasten zu Stromausfällen, passierte dies mit Beginn des neuen Schuljahres beinahe täglich. Das Bauamt hat die Lüftungsgeräte daraufhin abgeschaltet und die Fenster so umgerüstet, dass sie für die Kinder sicher geöffnet werden können. Trotzdem ist der Strom immer wieder ausgefallen, was allem Anschein nach darauf zurückzuführen ist, dass im Sommer die Mensaküche erneuert und Durchlauferhitzer in den Bädern zur Eindämmung der Legionellengefahr verbaut wurden. 

Auch wenn in der Mittelschule noch alte Keramiksicherungen installiert sind, so betont Bürgermeisterin Elke Zehetner, dass dies keinerlei Sicherheitsrisiko darstelle: „Bei Überlastung lösen die Sicherungen aus. Es besteht daher keine Brandgefahr.“ Ungeachtet dessen hat die Stadtverwaltung ein paar Sofortmaßnahmen ergriffen. So versucht etwa der Hausmeister der Schule den Stromverbrauch zu reduzieren, in dem er alte Glühbirnen durch LED-Leuchten ersetzt. Außerdem wurde ein kleines Notstromaggregat angeschafft. Und an den Sicherungskästen werden Aufkleber mit einer Anleitung zum richtigen Verhalten bei Stromausfällen angebracht. 

Inzwischen hat der Stadtrat auch eine Überprüfung in Auftrag gegeben, ob die Mittelschule möglicherweise eine Generalsanierung benötigt. Unabhängig davon soll, so Zehetner, im Frühjahr die Elektrik auf den Prüfstand kommen. Schon einmal grob angedacht ist, in den Garderoben der Klassenzimmer einen Verteilerkasten zu installieren, an den dann die Lüftungsgeräte, Beamer und später die geplanten digitalen Tafeln angeschlossen werden. la

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