Keine Kontrollinstanz

Umbau des Metropol-Kinos: Stadt korrigiert Aussage des Architekten Stephan Jocher

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Die Musikschule im einstigen Kino soll im September 2021 fertiggestellt sein.

Penzberg – Zufrieden zeigte sich Stephan Jocher, nachdem sich der mit dem Umbau des Metropol-Kinos in die Musikschule beauftragte Architekt mit den am Projekt Beteiligten vor rund eineinhalb Wochen zu einem Gespräch traf. Zuvor war noch von Problemen bei der Ausführungsplanung die Rede gewesen, mit der Jocher selbstverschuldet im Verzug sein soll (wir berichteten). Schließlich hatte die Stadt einen Projektsteuerer engagiert, um dem Ganzen „den nötigen Nachzug zu verleihen“, so Bürgermeister Stefan Korpan, dessen Gesicht wenige Tage nach dem Gespräch beim Gedanken an den Umbau aber eine ernste Miene formte.

„Die Differenzen wurden beigelegt“, sagt Jocher kurz nach dem Gespräch vor eineinhalb Wochen. Es sei eine sehr konstruktive Abstimmung gewesen. Nun freut sich der Architekt darauf, die Arbeit, die ihm viel Freude bereite, fortzusetzen. „Der Teamspirit lebt wieder auf“, lächelt Jocher. Die überarbeiteten Pläne, die sein Büro vor kurzem eingereicht hat, „waren weitestgehend zufriedenstellend“, so Jocher weiter. Ein neuer Terminplan wurde ebenfalls aufgestellt, „das bedeutet aber nicht unbedingt, dass es zu Verzögerungen kommt“, betont der Architekt. Jetzt wird noch an Ergänzungen gearbeitet, „eine Detailsache“, sagt Jocher, der mit Blick auf die Baustelle meint, dass „jetzt im Prinzip alle weitermachen“. 

Weniger freudig blickte Rathaus­chef Stefan Korpan wenige Tage später auf das Gespräch zurück, an dem er zwar nicht persönlich teilnahm, über dessen Verlauf er sich im Nachgang aber detailliert informierte. Korpan bestätigte, dass es auf der Baustelle theoretisch weitergehen könnte, doch „so super“ sei „gar nichts“. 

Das wird auch in einer Pressemitteilung deutlich, welche das Rathaus eine Woche nach besagtem Gespräch veröffentlicht. Darin möchte die Stadt eine Aussage Jochers gegenüber dem Gelben Blatt richtigstellen. Jocher hatte gesagt, dass seine Ausführungsplanung noch nicht komplett fertig sei, liege seiner Ansicht nach an einem vom Stadtrat kurzfristig geänderten Terminplan. Als er im Januar seine Planung vorgestellt hatte, sei der 15. April 2022 als Fertigstellungstermin abgesegnet worden. „In der Sitzung des Bauausschusses vom 21. Januar 2020 wurde der von Stephan Jocher mit den Entwurfsunterlagen vorgelegte neue Terminplan für Planung und Ausführung mit Fertigstellung im April 2022 mehrheitlich abgelehnt“, heißt es nun aber aus dem Rathaus. Und weiter: „Der bisher vom Architekturbüro in seinen Terminplänen dargestellte Fertigstellungstermin für eine Nutzungsaufnahme im September 2021 wird weiterhin erwartet, so der Beschluss aus dem Bauausschuss.“ 

Und was den hinzugezogenen Projektsteuerer aus München betrifft, so sei dieser „keine Prüfungsinstanz für den Architekten“, stellt Stadtbaumeister Justus Klement klar. Vor allem, „weil das Bauamt wegen vieler gleichzeitig laufender Projekte kapazitätsmäßig derzeit mehr als ausgelastet ist“, habe man diesen engagiert. 

Bürgermeister Korpan geht nach wie vor davon aus, dass der Umbau „termingerecht im September 2021 abgeschlossen ist“. Am vergangenen Montag fand bereits ein weiteres Gespräch statt, dieses und das vorangegangene seien laut Rathaussprecher Thomas Sendl aber keine Krisengespräche gewesen. „Bei jeder größeren Baumaßnahme der Stadt Penz­berg finden in regelmäßigen Abständen und bei Bedarf auch außerordentliche Projektbesprechungen statt“, betont Sendl mit Nachdruck. ra

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