Eine Woche später

Am 27. April könnte Penzbergs Innenstadt aus ihrem Schlaf geholt werden, unter Bedingungen

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Leere mitten in der Stadt: In gut einer Woche dürfen in Penzberg erste Geschäfte wieder öffnen, unter Einhaltung von Schutzauflagen.

Penzberg – Vor ein paar Wochen hat Penzbergs Innenstadt an Lebendigkeit verloren. Die Ausgangsbeschränkungen forderten ihren Tribut, Geschäfte mussten schließen. In gut einer Woche aber dürfen die ersten Läden wieder öffnen, doch nicht ohne Bedingungen.

Die Schulen bleiben noch geschlossen, genauso wie Krippen und Kindergärten. Doch Läden bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern sollen unter Einhaltung eines Hygienekonzeptes am kommenden Montag öffnen dürfen. Das verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel am vergangenen Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Aber nicht in allen Bundesländern erfolgt diese frühe Lockerung der Ausgangsbeschränkungen: In Bayern will man eine Woche länger warten, damit die Betreiber Zeit haben, um Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Penzbergs Einzelhandel scheint darauf vorbereitet zu sein.

Zumindest Gärtnereien und Baumärkte dürfen am 20. April ihre Türen aufschließen, doch das war es dann auch mit der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen im Freistaat. Vorerst. Eine Woche später sollen, wie in den anderen Bundesländern auch, weitere Geschäfte bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern öffnen dürfen, sofern Schutzauflagen eingehalten werden. Das Tragen von Mundnasenschutzmasken etwa sei erst einmal ein Gebot, könnte jedoch auch Pflicht werden, sagte Ministerpräsident Markus Söder bei einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag und mahnte: „Wir sind noch nicht über den Berg“. 

Über Schutzmaßnahmen haben sich derweil die Einzelhändler in Penzberg schon Gedanken gemacht. Barbara Lampka vom Modehaus Lampka etwa würde verstärkte Hygienemaßnahmen durchführen, indem Türgriffe, Zahlungsterminals sowie andere häufig berührte Gegenstände regelmäßig desinfiziert werden. Auch „in den Kabinenanlagen, die wir im Haus verteilt haben, wird der Mindestabstand gewährt sein“, so Lampka. Außerdem soll ein Auswahl­service angeboten werden, der es den Kunden erlaubt, Ware ein paar Tage mit nach Hause zu nehmen, um diese dort anzuprobieren. 

Auch Stefan Alt von der Raab ­Home Company GmbH meint, dass „wir so einiges tun können, damit wir wieder gezielt beraten und verkaufen dürfen“. Darunter versteht Alt etwa Termine im Showroom nur nach Vereinbarung, ebenso viele Berater wie Besucher, „damit sich die Kunden nicht untereinander mischen“, abgetrennte Stockwerke, auf welchen „ähnlich wie beim Gokart-Fahren nur maximal fünf Besucher pro Etage rumflitzen“ dürfen und eine Plexi­glasabtrennung an den Beraterplätzen. Derzeit setzt das Raab-Team auf Online-Video-Chats für Warenpräsentationen sowie auf virtuelle Wohn- und Küchenplanung. Formen der Kundenkommunikation, die sich leicht beibehalten ließen. 

Nach wie vor geöffnet, jedoch mit Einschränkungen, ist Optik Millan. „Wir haben momentan zwar offen, aber nur noch zwei Stunden am Tag“, so Jörn Millan. Zwei Stunden, die nur wenig Kunden wahrnehmen. „Es kommen fast keine Leute mehr“, sagt Millan. Wenn wieder die gewohnten Öffnungszeiten gelten sollen, so nur „mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen, um das Infektionsrisiko möglichst zu minimieren“, weiß auch Millan. Das heißt: Desinfektion sämtlicher Flächen im Laden und im Refraktionsraum sowie aller anprobierter Brillen. Und: „Bei Augenuntersuchungen wird nun eine Plexiglaswand an der Spaltlampe montiert und wir werden alle Schutzmasken und Handschuhe tragen“, so Millan. 

An Hygienekonzepten arbeitet Penzbergs Einzelhandel also, sodass sich die Türen in gut einer Woche wieder aufschließen lassen sollten. Monika Uhl von Pro Innenstadt kann es jedenfalls kaum erwarten. Normalerweise freut sie sich über die Blütenpracht der Bäume, welche die Bahnhofstraße begleiten. Doch die Freude ist derzeit getrübt. „Dieses Wetter, und es ist nichts los“, sagt Uhl, wenn sie in die Innenstadt blickt. ra

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