Obst auf Mission

Bürgermeister-Prandl-Mittelschule erhält erneut Fairtrade-Zertifizierung

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Bananen mit Botschaft: Das Fairtrade-Team der Penzberger Mittelschule setzt sich auf vielfache und kreative Weise für fairen Handel ein.

Penzberg – Sie haben es wieder geschafft: Engagierte Schüler, Lehrer und Eltern haben mit ihrem Einsatz dafür gesorgt, dass die Bürgermeister-Prandl-Mittelschule für zwei weitere Jahre den Titel „Fairtrade School“ tragen darf. Ein Titel, der mit viel Bedacht vergeben wird und mit vielen Mühen verbunden ist.

Per Post müsste die Urkunde in den kommenden Tagen eintreffen. Ein Stück Papier, das belegt, dass es an der Mittelschule Kinder und Jugendliche gibt, die sich gemeinsam mit ihren Mütter und Vätern und natürlich ihren Lehrern für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Landwirte und Produzenten in Lateinamerika, Asien oder Afrika einsetzen und auch künftig einsetzen wollen.Um eine solche Urkunde in der Schule aufhängen zu dürfen, bedarf es einiger Mühen, betont Lehrerin Ute Kurz, die Leiterin des Fair­trade-Teams. So ein Team, das Aktionen plant und durchführt, ist schon einmal Voraussetzung Nummer eins. In der Gruppe müssen Schüler, Eltern und Lehrer zusammenarbeiten, „bei uns sind es zehn Schüler aus der 5. bis 7. Klasse und acht Mütter“, sagt Kurz, die gemeinsam mit einer weiteren Lehrkraft das Team leitet. Darüber hinaus braucht es einen „Kompass, an dem man sich orientiert und der von der Schulleitung unterschrieben wird“, sagt Kurz. Quasi ein Konzept. 

Außerdem müssen Fairtrade-Produkte in der Schule angeboten werden, und zwar regelmäßig. Die Penzberger Mittelschüler verkauften beispielsweise Obstspieße mit Schokolade, Brote mit Kakaocreme, heiße Schokolade oder auch Müsli mit fairen Bananenstückchen, fairen Nüssen und fairer Milch in den Pausen. Und auch im schuleigenen Regenwald-Shop gab es dreimal die Woche neben Schulmaterialien auch die fairen Bananen aus dem Müsli und die faire Schokolade von den Obstspießen im Angebot. Einmal im Monat wurde außerdem gesündigt, nicht was den moralisch vertretbaren Kauf angeht, sondern was die Waage und den Zuckerhaushalt betrifft. Beim sogenannten Sweet Day gab es faire Süßigkeiten aus dem Eine­WeltLaden zu kaufen, während im Lehrerzimmer die wohl am heißesten begehrte Ware, Kaffee, nur aus fairem Handel getrunken wurde. 

Doch nicht nur in den Pausen muss fairer Handel thematisiert werden, auch im Unterricht und in Form von Projekten, betont Kurz. So klärten die Schüler beispielsweise auf Penzbergs Stadtplatz über Bananen und deren Ursprung auf, in fruchtigen Kostümen quasi als Obst mit Mission. 

Darüber hinaus muss mindestens eine Aktion für Schüler, Lehrer und Eltern durchgeführt werden: „Unsere Schule organisierte zusammen mit dem Fairtrade-Team der Stadt und der Musikschule ein faires Frühstück in der Stadthalle“, berichtet Kurz. An diesem Tag legten die engagierten Mittelschüler dar, welche Bedeutung die verschiedenen Fairtrade-Siegel haben. 

Viel Einsatz erforderte es also von Schülern, Eltern und Lehrern, um abermals das Zertifikat, das nun auf dem Postweg nach Penzberg geschickt wird, zu erhalten. Doch mit dem Kuvert im Briefkasten endet das Engagement nicht, im Gegenteil: „In den kommenden zwei Jahren wollen wir den fairen Handel noch stärker in unseren Schulalltag einbauen und unser Konsumverhalten bewusster gestalten“, sagt Kurz. Und die Gruppe will nicht nur an sich arbeiten, sondern auch die Penz­berger weiter aufklären und informieren, zum Beispiel an Infoständen oder durch Verkaufsangebote. Und auch in anderen Schulen will man vorbeischauen, um gemeinsame Aktionen wie einen fairen Markt der Schulen zu realisieren. ra

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