Wenn Träume fliegen

Habach und Iffeldorf verabschieden Viertklässler mit Wunsch-Luftballons

1 von 17
Hoch mit den Wünschen: Sowohl in Habach als auch in Iffeldorf ließen die Viertklässler bei ihrer Verabschiedung von der Grundschule kompostierbare Luftballone in den Himmel steigen, um ihre Hoffnungen auf eine Reise zu schicken.
2 von 17
Hoch mit den Wünschen: Sowohl in Habach als auch in Iffeldorf ließen die Viertklässler bei ihrer Verabschiedung von der Grundschule kompostierbare Luftballone in den Himmel steigen, um ihre Hoffnungen auf eine Reise zu schicken.
3 von 17
Hoch mit den Wünschen: Sowohl in Habach als auch in Iffeldorf ließen die Viertklässler bei ihrer Verabschiedung von der Grundschule kompostierbare Luftballone in den Himmel steigen, um ihre Hoffnungen auf eine Reise zu schicken.
4 von 17
Hoch mit den Wünschen: Sowohl in Habach als auch in Iffeldorf ließen die Viertklässler bei ihrer Verabschiedung von der Grundschule kompostierbare Luftballone in den Himmel steigen, um ihre Hoffnungen auf eine Reise zu schicken.
5 von 17
Hoch mit den Wünschen: Sowohl in Habach als auch in Iffeldorf ließen die Viertklässler bei ihrer Verabschiedung von der Grundschule kompostierbare Luftballone in den Himmel steigen, um ihre Hoffnungen auf eine Reise zu schicken.
6 von 17
Hoch mit den Wünschen: Sowohl in Habach als auch in Iffeldorf ließen die Viertklässler bei ihrer Verabschiedung von der Grundschule kompostierbare Luftballone in den Himmel steigen, um ihre Hoffnungen auf eine Reise zu schicken.
7 von 17
Hoch mit den Wünschen: Sowohl in Habach als auch in Iffeldorf ließen die Viertklässler bei ihrer Verabschiedung von der Grundschule kompostierbare Luftballone in den Himmel steigen, um ihre Hoffnungen auf eine Reise zu schicken.
8 von 17
Hoch mit den Wünschen: Sowohl in Habach als auch in Iffeldorf ließen die Viertklässler bei ihrer Verabschiedung von der Grundschule kompostierbare Luftballone in den Himmel steigen, um ihre Hoffnungen auf eine Reise zu schicken.

Habach/Iffeldorf – Sie kämpfen sich in die Luft. Das Kärtchen an ihrer Schnur macht es den Luftballonen aber nicht gerade leicht, gen Himmel zu streben. Und dennoch scheint es so, als ob die bunten Kautschukgestalten unbedingt nach oben entschweben wollen. Die Träume sollen schließlich fliegen. In der Habacher Grundschule wurden die Viertklässler mit einer Luftballon-Aktion verabschiedet. Und auch in der benachbarten Iffeldorfer Grundschule schwebten Ballone in die Luft.

Auf der kräftig-grünen Wiese des Habacher Schulhofes leuchten die sonnengelben Stühle, die mit coronakonformen Abstand so aufgestellt sind, als ob nun ein Konzert ertönt. Und ja, Musik ist tatsächlich zu hören, Musik, die nichts vom Abschied wissen will, sondern von Freude. Jubelgesänge, die davon zeugen, dass die Kinder ihre vergangenen vier Jahre genossen haben. Da erklingt Mark Forsters „Chöre“, Culcha Candelas „Von allein“ oder Klassiker wie Michael Jacksons „Black Or White“. Zum ganz persönlichen Lieblingslied kommen die Viertklässler nach und nach mit Luftballon in der Hand aus dem Schulhaus. Schulleiter Bernhard Apel winkt jeden Zögling durch, sobald er die passende Stelle im Lied ausfindig gemacht hat. Und der Direktor kann es sich nicht verwehren, mit den ­Beats­ mitzuwippen. Die Kinder treten vor die Eltern, die an diesem Tag, der nicht von der Schule, sondern von der Gemeinde Habach veranstaltet wurde, coronabedingt nur als Zaungäste dabei sein können. Die Sonne scheint kräftig herunter, doch lautes Grummeln am Himmel kündigt ein Gewitter an. Jedes Kind steuert den Stuhl an, auf dessen Lehne sein Name steht und hält dort die Schnur des Ballons ganz fest. Die Ballone sind „zu hundert Prozent kompostierbar aus Naturkautschuk, die Schnüre sind aus Mais, die Klemmen aus Zucker“, betont Elternbeiratsvorsitzende Marion Reiner. Und auch die Karten, auf welchen die Kinder ihre Wünsche für die Zukunft geschrieben haben, sind recyclebar. Schließlich werden Ballon und Papier früher oder später wieder zu Boden sinken, in einem Gebüsch oder in einem Baum landen.

Doch ehe es soweit ist, müssen die Kinder erst einmal die Schnüre loslassen. Nach einem Countdown trennen sich jeder von seinem Ballon, alle aus einmal. Die Buben und Mädchen schauen dem bunten Haufen im Himmel noch lange nach. Ein, zwei Ballone brauchen ein wenig Starthilfe, doch der herannahende Gewitterwind wird sie gewiss in die Höhe und Ferne forttreiben. 

„Eure Grundschulzeit ist zu Ende, ich denke, wir haben uns ganz gut kennengelernt“, schmunzelt Schulleiter Bernhard Apel. Und man möchte ihm das sofort glauben, wenn er beginnt, ein paar Namen der Viertklässler aufzuzählen und ihm zu jedem Kind ein besonderes Talent in den Sinn kommt. Ein Mädchen konnte gut Klavier spielen, ein Junge hervorragend Ziach. Beide werden später noch in die Tasten drücken. Ein Junge spielt sogar Selbstkomponiertes auf seiner Flöte. 

Doch nicht allein Musik ist am Tag des Abschieds zu hören, auch die Kinder selbst kommen zu Wort und erzählen, was sie aus den vergangenen vier Jahren mitnehmen und was sie zurücklassen. Mit in die Zukunft etwa darf das Gelernte, die Erinnerungen, die beste Freundin oder das Selbstvertrauen und die Erfahrungen. Zurückgelassen werden dagegen Streitereien, viele Mitschüler, die Lehrer, Sorgen, Ängste und Corona. 

Ähnlich nehmen auch einen Tag darauf die Viertklässler in der Grundschule in Iffeldorf Abschied. In einem Stuhlkreis sitzen sie zusammen und doch auseinander, nicht symbolisch, weil die Trennung voneinander naht, sondern wegen Corona. In der Mitte findet sich eine große Schatztruhe. In diese werfen die Kinder ihre positiven Erinnerungen hinein, festgehalten auf einem Blatt Papier, dass einer Goldmünze gleicht. An die Ausflüge, den Sport- und Religionsunterricht, die tolle Lehrerin oder den Zusammenhalt wollen sich die Grundschüler zurückerinnern. „Danke für die schönen Erlebnisse, einfach danke“, bringt es ein Junge auf den Punkt und wirft seine Münze in die Truhe. Eine Schatzkiste ist auch auf der Abschiedskarte abgedruckt, welche Schulleiterin Simone Schramm an die Kinder verteilt. Darauf klebt „etwas kleines Unscheinbares“, sagt Schramm. Es ist ein Samenkorn. Wer dieses einpflanzt, der kann seine Erinnerung noch einmal aufblühen lassen. 

Dann lassen auch die Iffeldorfer Schulkinder bunte Ballone in den Himmel steigen, „symbolisch“, sagt die Schulleiterin, denn „sie sind heute ein bisschen müde“. Die Luft reicht nicht aus, um Karten nach oben zu tragen. „Aber es gibt ja andere Möglichkeiten, die Karten zu verstecken“, schmunzelt Schramm. Wer in den nächsten Tagen eine Wunschkarte in und um Iffeldorf oder Habach findet, der kann diese an die Grundschule schicken. Denn die Viertklässler und schon bald Fünftklässler freuen sind bestimmt, wenn ihr Traum nicht in einer Baumkrone verrottet, sondern sorgfältig im Nachtkästchen oder im Tagebuch aufbewahrt werden kann. Eine weitere Erinnerung neben dem blühfreudigen Samenkorn. ra

Auch interessant

Meistgelesen

BRK-Kreisverband wirbt um neue Fördermitglieder
BRK-Kreisverband wirbt um neue Fördermitglieder
Nach Schließung der Sparkasse: Iffeldorfer Nachbarschaftshilfe um Senioren besorgt
Nach Schließung der Sparkasse: Iffeldorfer Nachbarschaftshilfe um Senioren besorgt
Starkregen setzt am Kochelsee grüne Liegewiesen und hölzerne Ruheplätze unter Wasser
Starkregen setzt am Kochelsee grüne Liegewiesen und hölzerne Ruheplätze unter Wasser
Parken in der Gemeinde Kochel ist nun deutlich teurer geworden
Parken in der Gemeinde Kochel ist nun deutlich teurer geworden

Kommentare