Positive Bilanz und ein Hammer

Bürgerversammlung in Iffeldorf: Hubert Kroiß spaziert gemütlich durch den Ort, Fragen gibt es keine

+
Tief entspannt Bilanz gezogen: Weil Iffeldorf ganz offenbar keine Probleme hat, musste Bürgermeister Hubert Kroiß nicht eine Frage beantworten.

Iffeldorf – Bei der Bürgerversammlung in Iffeldorf ergriff Rathauschef Hubert Kroiß das Wort, um mit den Bürgern, rein verbal, durch die Gemeinde zu flanieren. Und wäre er nicht gewesen, so wäre es vermutlich recht still im Gemeindezentrum gewesen, denn niemand sonst schien zu Wort kommen zu wollen. 

Zu einem verbalen „Spaziergang durchs Dorf“ lud Bürgermeister Hubert Kroiß die rund 80 Besucher der diesjährigen Bürgerversammlung im Iffeldorfer Gemeindezentrum ein. Wie er dabei ausführte, konnten viele Projekte im Laufe des vergangenen Jahres abgeschlossen werden, einige Großprojekte stehen in den Startlöchern. Erstmals war die Halle des Gemeindezentrums bei einer Bürgerversammlung nur zu zwei Dritteln gefüllt, was allerdings nicht an den Themen liegen konnte. „Schade, dass so wenige da sind“, meinte Vizebürgermeister Hans Lang und zuckte die Schultern.

Nach einem zünftigen Auftakt der Iffeldorfer Musikkapelle sprach zunächst Landrätin Andrea Jochner-Weiß, um vor allem den Sinn und Zweck der unbeliebten Kreisumlage zu erläutern. Danach begann Bürgermeister Kroiß seinen „Dorfspaziergang“, wobei er etwa ausführte, dass derzeit 2.689 Menschen in Iffeldorf wohnen, das sind 23 mehr als im Jahr zuvor. Auch das Gewerbe hat von 276 auf 287 Betriebe zugenommen. Er wies ferner darauf hin, dass die Bevölkerung im Dorf in den letzten zehn Jahren um 0,3 Prozent gewachsen sei und man mit dem 2008 im Flächennutzungsplan festgelegten Wachstumsziel von höchstens 0,8 Prozent richtig gelegen sei. Im Moment wird der Plan überarbeitet, „der Wert soll jedoch gleich bleiben“, so Kroiß. 

Als Beispiele für abgeschlossene Projekte nannte der Rathauschef den Breitbandausbau im gesamten Gemeindegebiet und die Umrüstung auf LED-Lampen, bei deren Wartung sich die Gemeinde 123 Euro im Monat spare. Hinzu komme eine Ersparnis bei Stromkosten in Höhe von 535 Euro, so viel, wie im Schnitt zehn Haushalte entrichten müssen. „Das ist eine tolle Sache und von Anfang an quasi ein Plusgeschäft“, so Kroiß begeistert. Zudem sei er kein Freund der sogenannten Lichtverschmutzung, der LED-Lampen „klar entgegenwirken“, da sie wesentlich punktueller strahlen und zu späterer Stunde in ihrer Intensität automatisch heruntergedimmt werden können. Ebenso abgeschlossen ist der Umbau des Bahnüberganges im Ortsteil Untereurach, hier stehen nur noch neue Masten und die Erneuerung der Oberleitung an. Und auch der Übergang an der Lauterbacher Mühle soll in den nächsten Tagen wieder in Betrieb genommen werden. „Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, dann hoffen wir immer noch auf den Halbstundentakt“, so Kroiß. 

Erfreuliches hatte er in Sachen Geschwindigkeitsbegrenzung zu berichten, denn während im Bereich der Schule schon die Tempo-30-Schilder stehen, so war die Nachricht über die Einführung von Tempo 70 an der Staatsstraße in Richtung Seeshaupt doch eine Überraschung. 

Kroiß betonte aber auch, dass in der Gemeinde noch große Investitionen anstehen. Dazu gehört unter anderem die Erneuerung der Lüftungsanlage im Gemeindezentrum mit Kosten von rund einer Million Euro, was jedoch auch eine Energieersparnis durch eine Wärmerückgewinnungsanlage mit sich bringt. Das zweite Großprojekt steht bei der Abwasser­entsorgung an. Hier muss die zweite Leitung nach Penzberg saniert oder neu verlegt werden, wobei Kroiß eine Neuverlegung favorisiert. Er warnte zudem vor dem „wilden“ Einleiten von Fremdwasser in den Kanal: „Das ist kein Kavaliersdelikt und ein echtes Problem“, schließlich dürfe die Gemeinde nur eine bestimmte Abwassermenge in die Penzberger Kläranlage leiten. Der dritte große und vor allem ungeplante Hammer wird in diesem Jahr mit geschätzten Kosten von 300.000 bis 400.000 Euro zu Buche schlagen: die Sanierung der Dämme am Eitzenberger Weiher. Das Landratsamt hat deren Standsicherheit beanstandet und befürchtet Brüche und Folgeschäden. Als Letztes führte Kroiß noch den Neubau eines Mehrfamilienhauses im neuen Baugebiet am Rathausweg auf. Rund zwei Millionen Euro werden hier investiert, um sechs Mietwohnungen zu schaffen. 

Damit waren sein Dorfspaziergang und die Bürgerversammlung auch schon beendet, denn Wünsche, Fragen und Anträge gab es in diesem Jahr keine. au

Auch interessant

Meistgelesen

Fortbestand der Georg-von-Vollmar-Akademie ist vorerst gesichert
Fortbestand der Georg-von-Vollmar-Akademie ist vorerst gesichert
Das Wellenbad verabschiedet sich mit einem Hundeschwimmen
Das Wellenbad verabschiedet sich mit einem Hundeschwimmen
Ministerin Schreyer bei HAP: Arbeitsagentur und Inklusionsamt beraten direkt im Werk
Ministerin Schreyer bei HAP: Arbeitsagentur und Inklusionsamt beraten direkt im Werk
Mit einer Doppelausstellung erinnert das Museum Penzberg an das Jahr 1919
Mit einer Doppelausstellung erinnert das Museum Penzberg an das Jahr 1919

Kommentare