Schaufeln muss wirklich jeder

Bauhofleiter Christian Eberl präsentiert die Winterbilanz und blickt auf den Sommer

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Durchgekämpft: Das Schneechaos im Winter hat der Bauhof gut bewältigt.

Penzberg – Auf Wassermassen blickte Bauhofleiter Christian Eberl in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses, nämlich auf die gefrorenen Mengen des vergangenen Winters und auf die flüssigen Mengen des anklopfenden Sommers.

Auch wenn das Schnee­chaos dieses Winters noch gut in Erinnerung ist, die Bilanz des Winterdienstes beeinflussten die weißen Massen nicht so gravierend, wie der Bericht von Bauhofleiter Christian Eberl jüngst im Bauausschuss aufzeigte. „Der Winterdienst war diesmal an 35 Tagen im Einsatz, das sind drei weniger als im Jahr zuvor“, so Eberl. „Der Winterdienst war diesmal an 35 Tagen im Einsatz, das sind drei weniger als im Jahr zuvor“, so Eberl. 

Rund 150 Kilometer Straßen, Rad- und Gehwege im Stadtgebiet gilt es, im Winter vom Schnee zu befreien. Dafür gibt es neben den Mitarbeitern des Bauhofs auch zehn Firmen, die im Auftrag der Stadt ihre Runden drehen. Der Dienst beginnt bereits frühmorgens um 3 Uhr, wenn die motorisierte Straßenkontrolle aufbricht, durch die Stadt fährt und dann bei Bedarf die Winterdienstkräfte in den Einsatz schickt. Allein am Bauhof stehen laut Eberl sieben Fahrzeuge zur Verfügung, um je nach Schneemenge zu streuen, zu salzen und die Straßen frei zu schieben. Sechs Mitarbeiter bewegen die Großfahrzeuge, acht die Kleinfahrzeuge – jeweils im Wechsel. Acht Mitarbeiter zählt Eberl zur Handtruppe, die selbst zur Schaufel greift. „Teils werden das bis zu 16“, sagte Eberl. An 72 Stellen muss diese Truppe zum Einsatz, „vorwiegend sind das Bushaltestellen, Straßenquerungen, Treppen oder Steigungen“, erklärte Eberl. Und klar: Angesichts der Schneemassen des vergangenen Winters „muss dann auch wirklich jeder mal ran, auch ich“. Zusammen mit den Fremdfirmen, die weitere 17 Fahrzeuge stellen, und den Hausmeister-Pools (etwa an den Schulen) seien in diesem Winter 6.737 Dienststunden angefallen, 3.864 beim Bauhof und 2.873 bei den beauftragten Unternehmen. 

Wie Bauhofleiter Eberl weiter berichtete, habe man im vergangenen Jahr 32 Silozüge Salz à 26 Tonnen geordert, 2017 waren es noch 28 Silozüge. Pro Tonne, so Eberl, werden rund 100 Euro fällig, im Sommer könne man da vorsorglich bunkern und günstigere Preise erzielen. 

Eberl gab ferner einen Überblick auf das Aufgabenspektrum des Bauhofs. So habe man im Jahr 2018 rund 49.000 Arbeitsstunden geleistet, davon entfielen 4.860 auf die Vorbereitung von Veranstaltungen. „Das ist schon ein ordentliches Tortenstück“, sagte Regina Bartusch (SPD) mit Blick auf das gezeigte Diagramm, „das ist ja größer als der Winterdienst.“ Der Bauhof leiste da jedenfalls sehr viel, so Bartusch, die darin gar eine „Wirtschaftsförderung“ erkennen wollte. Eberl selbst wertete diesen „Veranstaltungsservice“ des Bauhofs als „großes Entgegenkommen der Stadt an die Vereine und Veranstalter“. Aber: „Das kostet schon viele Arbeitsstunden, denn Auf- und Abbau sowie Instandhaltungsarbeiten füllen alleine schon das Maß für drei Vollzeitstellen aus.“ 

Nach der kurzen Verschnaufpause vom Winterdienst steht für den Bauhof nun der Sommer an: Mähen und die Vorbereitungen für die Bade­saison. So sollen die Holzflöße an Huber See und Eitzenberger Weiher wieder verankert werden. Allerdings ist die Stadt nach einem Rechtsstreit wegen einer umgestürzten Umkleidekabine mit einhergehendem Personenschaden vorsichtig. Wie denn damit in Zukunft umgegangen wird und ob die Umkleidekabinen nicht als zu gefährlich erachtet werden sollen, bleibt jedoch erst noch offen. „Wir müssen sehen, wie wir da vorgehen“, sagte Eberl, der auf unterschiedlichste Handhabungen in anderen Kommunen verweisen konnte. Und Kämmerer Johann Blank verwies auf eine Anfrage an eine Versicherung der Stadt. „Wir haben nun konkrete Aussagen, werten diese aber noch aus.“ Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, dass die Holzflöße nur dann genutzt werden dürfen, wenn auch entsprechendes Aufsichtspersonal vor Ort ist. arr

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