Lüge oder doch was Wahres?

Verkauf des Krankenhauses: Bocksberger, Mummert und der Juli 2009

Protest gegen den Verkauf an Enzensberg: Hans Mummert (unten links) vor der entscheidenden Sitzung des Kreistags im Juli 2009 in der Stadthalle Penzberg. Da stand er längst an der Spitze des Protests, aber was war vorher?

Penzberg – Wären Hans Mummert und Regina Bartusch nicht aufgesprungen und hätten sie Markus Bocksberger bei der zweiten Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten nicht der Lüge bezichtigt, hätte sich wohl kaum ein Mensch für jene Ereignisse interessiert, die mehr als zehn Jahre zurückliegen.

Bocksberger hatte das Jahr 2009 im Blick, als die Krankenhaus GmbH des Landkreises Weilheim-Schongau das defizitäre Penzberger Krankenhaus verkaufen wollte. Und er sagte: „Auch Penzberger Kreistagsmitglieder waren für den Verkauf.“ Das wollten sich Mummert und Bartusch nicht bieten lassen, sie forderten umgehend eine Entschuldigung von Bocksberger. Denn: Neben diesen beiden gehörte im Jahr 2009 aus Penzberg nur noch Regina Beier (auch sie von der SPD) dem Kreistag an, und dort habe das Trio vehement gegen den Verkauf des Penzberger Krankenhauses an die Klinikgruppe Enzensberg gekämpft.

Bocksberger nannte an diesem Abend keinen Namen, doch rasch stellte sich heraus, dass er den damaligen Bürgermeister Hans Mummert gemeint hat. Der habe zwar im Kreistag letztlich gegen den Verkauf gestimmt, sei aber in seiner Funktion als Aufsichtsratsmitglied der Krankenhaus GmbH zunächst dafür gewesen. Dies habe Mummert auch in einem Gespräch mit Vertretern des Betriebsrates des Krankenhaus zum Ausdruck gebracht. Einer, der damals nah an Mummert dran war, bestätigt dies: Der SPD-Bürgermeister sei damals ganz auf Linie des SPD-Landrats Friedrich Zeller gewesen und habe keine Alternative zum Verkauf des Krankenhauses gesehen. Erst als der Druck der Öffentlichkeit gegen den Verkauf zu groß geworden sei, habe er umgeschwenkt. Hans Mummert will dies nicht ausschließen: „Es kann schon sein, dass ich im Aufsichtsrat mal dafür gestimmt habe, als es darum ging, sich das Angebot von Enzensberg näher anzuschauen. Aber ich habe bei den entscheidenden Beschlüssen nie für Enzensberg gestimmt.“ Dies ist auch richtig: Letztlich riskierte Mummert in dieser Frage sogar den politischen Bruch mit Zeller. Der Verkauf an Enzensberg wurde abgewendet, ehe zwei Jahre später der Kreistag den Verkauf des Krankenhauses an Starnberg beschloss. la

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