Verärgert über Elke Zehetner: Ehemalige SPD-Stadträtin gibt Parteibuch zurück

Schoierer tritt aus

Mag Zehetners Wahlkampf nicht unterstützen und tritt deshalb aus der SPD aus: Ex-Stadträtin Ursula Schoierer.

Penzberg – Eine Woche nachdem Markus Bocksberger seinen Austritt aus der SPD-Fraktion erklärt hat, folgte nun der nächste Paukenschlag: Ex-Stadträtin Ursula Schoierer kündigt ihren Austritt aus der SPD an. Wie Bocksberger macht sie dafür Bürgermeisterin Elke Zehetner verantwortlich

In einem Schreiben an Das Gelbe Blatt äußert Schoierer Verständnis für die Entscheidung Bocksbergers („Er hat aus seinen Erfahrungen und Erkenntissen von gut vier Jahren Stadtratstätigkeit konsequent gehandelt“) und erklärt: „Auch mir persönlich gefällt die Stadtpolitik, vor allem der SPD, bereits seit ein paar Jahren nicht mehr.“ Von den 32 Jahren, die Schoierer der SPD angehört, war sie zwölf Jahre lang Mitglied des Stadtrates unter dem damaligen Bürgermeister Hans Mummert: „Es war eine Zeit, an die ich mit gutem Gefühl zurückdenke, an all das, was wir gemeinsam in meist guter und demokratischer Atmosphäre erarbeitet und für die Stadt Penzberg erreicht haben.“ 

Angesichts der vielen Projekte, die in Penzberg angestoßen wurden, wundert sich Schoierer, weshalb die Bürgermeristerin in einer Amtszeit „alle Probleme der Stadt lösen“ will. Und sie erklärt: „Ich fürchte, das wird nicht gutgehen.“ Der Bürger erkenne unschwer, dass viel angefangen wurde, „aber jetzt geht nichts mehr vorwärts, es passieren Fehler, an anderer Stelle muss zurückgerudert werden, oder Investoren haben unannehmbare Wünsche und Vorstellungen.“ Viele Penzberger, so ist Schoierer überzeugt, würden sich riesig freuen, wenn sie endlich mal wieder ihre Halbe Bier in der Stadthalle trinken könnten. „Das Versprechen der Bürgermeisterin, dass für das neue Jahr ein passender Wirt bereits in den Startlöchern steht, kann ich erst ernst nehmen, wenn ich meine erste Brotzeit dort serviert bekomme“, so die ehemalige Stadträtin. 

Von diesen „etwas wackeligen Aussagen“ gebe es etliche, betont Schoierer. Als Bürger wisse man dann nicht so recht, ob man die Ankündigung als zuverlässig ansehen kann. Und dann kommt der gravierendste Vorwurf an Zehetner: „Da wäre noch der oftmals unsensible Umgang mit den Bürgern dieser Stadt. Manche Adhoc-Entscheidungen lassen ein ordentliches Maß an Empathie vermissen. Zusammengenommen führt das zu einem schleichenden Vertrauensverlust gegenüber der Bürgermeisterin, dem Stadtrat und der Verwaltung.“ 

Den Beschluss, die Partei zu verlassen, hat bei Schoierer ganz offenbar beflügelt, dass Vorstandschaft und Fraktion der SPD bei einer Klausurtagung beschlossen haben, Zehetner erneut als Bürgermeisterkandidatin vorzuschlagen, „obwohl sie immer noch nicht, wie mehrfach versprochen, in die SPD eingetreten ist“. Aus diesem Grund und den „oben genannten Erfahrungen“, schreibt Schoierer, sei sie „nicht willens mit meinen Mitgliedsbeiträgen diesen Wahlkampf zu unterstützen“. Deshalb werde sie „in den nächsten Tagen mein Parteibuch“ an den SPD-Ortsvorsitzenden Bayram Yerli zurückgeben. la

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