Nach den Debatten um seine Tätigkeit: Wirtschaftsförderer hat gekündigt

Baar gibt auf

Als Elke Zehtner Anfang Oktober Andreas Baar im Rathaus begrüßte, ahnten beide nicht, dass nach vier Wochen schon alles vorüber ist.

Penzberg – Erst wollte sie keinen, dann doch einen und nun möchte sie ihn nicht mehr missen, muss es aber: Am vergangenen Dienstag kündigte Andreas Baar seine Stelle als Wirtschaftsförderer im Rathaus. Ein Abschied, der Bürgermeisterin Elke Zehetner trifft: „Ich war entsetzt.“

Mit 15:2 Stimmen entschieden die Stadträte damals, einen Wirtschaftsförderer ins Rathaus zu holen. Und schon bald stand Andreas Baar vor der Tür. „Das war ein Glücksfall, dass ich jemanden aus der Wirschaftsredaktion gefunden habe“, meint die Bürgermeisterin. Auf die Vorstellung vor dem Stadtrat folgte die Einstellung und nun die Kündigung. „Aus persönlichen Gründen“, so Zehetner. 

Nur etwa vier Wochen lang saß Baar an seinem Schreibtisch. Zehetners Versuche, den Mann für die Wirtschaft zu halten, scheiterten: „Ich habe die letzten Tage nichts anderes gemacht, als auf ihn einzureden wie auf einen kranken Hund“. Sie habe es auf der dienstlichen und persönlichen Ebene versucht, doch Baar sei ausgebrannt. „Der Mann ist vier Wochen im Dienst und nach zwei Wochen kommt das Trallalla.“ Damit meint Zehetner das, was über Baar und sie im Stadtrat gesagt und im Gelben Blatt geschrieben wurde, allen voran die Kritik der Grünen Kerstin Engel, die behauptete, Baar bislang nur als Pressesprecher erlebt zu haben. Dass darüber am vergangenen Samstag im Gelben Blatt Engel berichtet wurde, verärgert Zehetner. Geschweige denn der Kommentar, der sich dem Artikel anschloss: „Mir Taktgefühl abzusprechen, das tut menschlich weh.“ Die Reaktion der Bürgermeisterin: ein Leserbrief, abgedruckt am vergangenen Mittwoch im Gelben Blatt. Doch das hielt den Wirtschaftsförderer nicht von der Kündigung ab. 

Eine Kündigung, die laut Kerstin Engel mit Zehetner zusammenhängt: Der Stadtrat habe nichts davon gewusst, dass der Wirtschaftsförderer auch in die Pressearbeit eingebunden werden soll. „Ich hoffe, dass die Kritik von Grünen und FLP Herrn Baar nicht persönlich getroffen hat, sondern vielmehr, dass er erkannt hat, dass er von der Bürgermeisterin illegitim für ihre persönliche Öffentlichkeitsarbeit missbraucht werden soll, was vermutlich nicht seinen Vorstellungen bezüglich seiner neuen Funktion im Rathaus entsprach“. Am Dienstag kündigt Baar offiziell, ein Auflösungsvertrag ermöglicht den schnellen Abschied am Tag darauf. „Ich bin wirklich betroffen“, so Zehetner. Da kann ihr Kerstin Engel nur zustimmen: „Ich bedaure, dass wir Herrn Baar als Wirtschaftsförderer verlieren und bewundere seinen mutigen und konsequenten Schritt, der für ein hohes Maß an Integrität spricht.“ 

Was nun folgt: die Suche nach einem neuen Wirtschaftsförderer. Die Chancen stehen schlecht, sagt die Bürgermeisterin. Nun müsse sie aber erst einmal schauen, wie sie Baars angefangene Arbeiten in die Verwaltung zurückspielen könne. ra

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