Ekel-Alarm am Walchensee

Müllberge am Ufer und verstopfte Klos: Die Gemeinde stellt jetzt zusätzliche Toiletten auf

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Müll, der sich stapelt: Bilder wie dieses stellte Wasserwacht-Chef Alois Grünwald auf Facebook ein, in der Hoffnung, dass die Tagesausflügler ihren Abfall künftig wieder mitnehmen.

Walchensee – Bierflaschen, Kartonagen, Plastikbecher: Der Abfalleimer am Seeufer quillt über, unter und neben dem Behälter sammelt sich bereits weiterer Unrat. Das gleiche Bild zeigt sich auf und in den nahegelegenen Toiletten, die vollkommen verstopft sind. Am Walchensee stapelt sich der Müll.

Im Sommer herrscht am Walchensee regelmäßig der Ausnahmezustand. Doch was sich dort in den vergangenen Tagen zugetragen hat, übersteigt alles bisher Dagewesene: Müllberge am See­ufer und sogar in den Toiletten, die überdies randvoll und verstopft sind. Wasserwacht-Chef Alois Grünwald platzte deshalb der Kragen: Er griff zur Kamera, stellte die Bilder auf Facebook ein und verband dies mit dem Appell an die Tagesausflügler, ihren Müll gefälligst wieder mitzunehmen. Die Gemeinde Kochel hat jetzt reagiert und an den besonders belasteten Stellen zusätzliche mobile Toiletten aufgestellt. 

Bürgermeister Thomas Holz räumt ein, dass ihm die aktuelle sanitäre Situa­tion an den großen Badeplätzen am Walchensee „viel Kopfzerbrechen“ bereite. Bereits seit vielen Jahren werden dort mobile Toilettenanlagen aufgestellt, „was zwar keine Ideallösung ist, aber bislang hat das weitestgehend funktioniert“, so Holz. „Heuer verwechseln rücksichtslose Nutzer die Kabinen aber leider immer öfter mit Müllentsorgungsstationen, so dass diese viel schneller voll sind und so ihren eigentlichen Zweck nicht mehr erfüllen können“, klagt der Rathaus­chef. Selbst vor dem Gelände der Wasserwacht wird da nicht halt gemacht: Alois Grünwald findet immer wieder achtlos weggeworfenen Müll und Kot­haufen in der Wiese. 

Obwohl die Gemeinde nach Auskunft von Rathaus-Geschäftsführerin Nicole Lutterer gar nicht zur Aufstellung von Sanitäranlagen verpflichtet sei („Wir bieten dies lediglich als freiwilligen Service an“), hat die Gemeindeverwaltung nun dennoch alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Situation zu entspannen. Das allerdings war ein schwieriges Unterfangen: „Einfach mehr Kabinen aufzustellen, führt nicht zum Ziel, da dann alle gleichermaßen verdreckt werden“, so Bürgermeister Holz. Der aktuelle Dienstleister für die Sanitäranlagen könne aufgrund der Personalsituation die von der Gemeinde gewünschte Leerung und Reinigung der Toiletten zweimal pro Woche nicht stemmen. Auch andere Unternehmen haben abgewunken: Fremde Anlagen würden grundsätzlich nicht geleert und bei der Aufstellung eigener Kabinen könne eine Reinigung ebenfalls nur einmal wöchentlich stattfinden, hieß es. 

Als kurzfristige Lösung werden nun an den am meisten belasteten Stellen weitere mobile Toiletten aufgestellt. Diese werden aber erst dann geöffnet, wenn die anderen voll sind und deshalb gesperrt werden. Geleert und gereinigt werden dann alle zum Ende der Woche. „Das ist ein Test. So soll gewährleistet werden, dass zum Wochenende sowie zum Start in die Woche stets saubere Toiletten zur Verfügung stehen“, sagt der Rathauschef. Er appelliert aber auch an die Nutzer: „Wenn sich jeder an die üblichen Gepflogenheiten in derartigen Einrichtungen halten und Rücksicht nehmen würde, wäre das zudem ein guter und wichtiger Schritt für eine Verbesserung der Situation.“ 

Holz schwebt zudem schon länger eine größere stationäre Toilettenanlage vor. Eine schon ziemlich konkrete Idee auf Privatgrund im Bereich der Seestraße hat sich zu seinem Bedauern aber zerschlagen. Deshalb stünden nun weitere Gespräche an, da die Gemeinde selbst über keine geeigneten Grundstücke im Bereich der Badeplätze verfügt. „Dabei muss auch beachtet werden, dass die hohen und speziellen rechtlichen Anforderungen für die Abwasserentsorgung im Walchensee ab einer gewissen Nähe zum Ufer die Umsetzung sehr komplex werden lassen“, so Holz. la

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