Der Rentenexperte

Michael Schmatz berät ehrenamtlich

„Das dankbarste Ehrenamt, das es gibt“: Michael Schmatz, Versichertenberater der Rentenversicherung.

Penzberg – Jugendleiter, Schützenmeister, Schriftführer und Lektor in der Pfarrei: Ehrenämter gibt es viele. Dass dazu aber auch die Tätigkeit eines Versichertenberaters der Deutschen Rentenversicherung zählt, erschließt sich einem nicht auf den ersten Blick.

Michael Schmatz, der Vorsitzende des Leitungsteams der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) Penzberg, übt dieses Ehrenamt aber schon seit mehr als sieben Jahren aus. Er ist damit einer von über 2.600 Frauen und Männer, die den Menschen bundesweit in Rentenangelegenheiten behilflich sind, und zwar kostenlos. 

Die Aufgabe eines Versichertenberaters ist in § 39 des Sozialgesetzbuches geregelt: eine ortsnahe Verbindung des Rentenversicherungsträgers mit den Versicherten und den Leistungsberechtigten herzustellen und diese zu beraten und zu betreuen. „Diese Tätigkeit“, so Schmatz, „ist das dankbarste Ehrenamt, das man bekleiden kann.“ Die ehrenamtlichen Berater sind selbst Versicherte oder Rentner, gewählt werden sie von der Selbstverwaltung der Deutschen Rentenversicherung Bund, die sich zu gleichen Teilen aus Vertretern von Versicherten und Arbeitgebern zusammensetzt. 

„Die Erwerbsbiographie hat jeder selbst geschrieben, wir Berater sind diejenigen, die dafür sorgen, dass alle rentenrechtlichen Zeiten über die Kontenklärungen so anerkannt werden, wie es das Gesetz fordert“, erklärt Schmatz. Der Rentenantrag ist dann der letzte Schritt, um in den wohlverdienten Ruhestand zu treten. „Auch hierbei helfen wir selbstverständlich“, so Schmatz. 

Für die Versicherten ist das Rentenrecht zumeist ein großes „böhmisches Dorf“. Hier auf Fachleute zu treffen, die ausschließlich das Wohl des Versicherten im Auge haben und ihn dahingehend beraten, wird als wohltuend empfunden. Und dadurch wiederum fühlt sich der Berater besonders wertgeschätzt. „Daran kann man sich gewöhnen“, lächelt Schmatz. 

Die Unterstützung durch die Versichertenberater bezieht sich heute auf die Hilfestellung bei der Beantragung der jeweils gewünschten Rente, egal ob Altersrente, Erwerbsminderungsrente oder die Hinterbliebenenrente. Michael Schmatz führt alle zwei Monate an einem Freitag einen Beratungstermin durch, auf den er in der lokalen Presse hinweist. „Da melden sich regelmäßig zwischen 15 und 25 Personen, die eine Beratung wünschen“, erklärt er. Schmatz stößt dabei aber nicht nur auf Dankbarkeit, sondern bisweilen auch auf Unverständnis: Da er ehrenamtlich tätig ist, kann er nur am Abend beraten. „Viele verstehen aber nicht“, so Schmatz, „dass eine Beratung tagsüber deshalb nicht möglich ist.“ 

In der Regel führt Schmatz im Monat zwischen zehn und 15 Beratungen in seiner Wohnung durch. Pro Quartal nimmt er zwischen acht und zwölf Rentenanträge sowie fünf bis zehn Kontenklärungsanträge auf, die direkt vom Laptop aus an die Deutsche Rentenversicherung übermittelt werden. Gelegentlich kommt es auch vor, dass Kunden bei ihm einen Antrag auf eine Kur stellen. 

Schmatz hat in all den Jahren festgestellt, dass es Fragen gibt, deren Beantwortung sich nicht verändert hat: „Das ist dann für mich mehr oder weniger Routine.“ Viel spannender aber seien die ständigen Rechtsänderungen oder die einschlägigen Urteile des Bundessozialgerichtes und des Bundesverfassungsgerichtes. „Diese Veränderungen möglichst zeitnah in die jeweiligen Beratungen mit einfließen zu lassen, ist die größte Herausforderung“, betont er. Und damit Leute wie er immer fit und auf dem aktuellen Stand sind, werden die Versichertenberater in der Regel einmal jährlich zu einem einwöchigen Seminar eingeladen. Für ihre Arbeit bekommen die Versichertenberater eine monatliche Aufwandsentschädigung, Fahrkosten­erstattung sowie die Erstattung von Telefon- und Portogebühren. „Draufzahlen müssen wir also nicht“, lacht Schmatz. la

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