Volksfest 2019: Stadtrat muss sich entscheiden, ob er der Empfehlung der Polizei folgt oder nicht

Am liebsten mit Fahrenschon

Nach der Kündigung: Vielleicht schlägt Festwirt Fahrenschon sein Zelt 2019 wieder auf.

Penzberg – Der Duft von gebrannten Mandeln und schokolierten Früchten lag in der Luft, aber auch Ärger. Denn beim diesjährigen Volksfest sorgten Sperrzeitverkürzungen für Unmut. Wirt Fahrenschon warf infolgedessen das Handtuch. Doch vielleicht hebt er es nächstes Jahr wieder auf.

Diese Nachricht hatte Anfang September für Aufruhr gesorgt: Christian Fahrenschon, der Wirt des Penzberger Volksfestes, hatte seinen Vertrag mit der Stadt gekündigt, weil er Ärger mit der Polizei wegen der verkürzten Sperrzeit bekommen hat. Die Folge war eine Anzeige und jede Menge Aufregung in Penzberg. Jetzt steht der Stadtrat bei seiner nächsten Sitzung am Dienstag in der Zwickmühle: Das Gremium muss sich nämlich entscheiden, ob es für das Volksfest 2019 der Empfehlung der Polizei folgt oder nicht. 

Dass Christian Fahrenschon für das Volksfest im nächsten Jahr einen neuen Vertrag erhalten soll, ist eigentlich fast schon ausgemacht. Vor ein paar Wochen stellte er sich dem Gremium in nichtöffentlicher Sitzung einer Aussprache über die Vorfälle in diesem Jahr und der Planung für 2019. Da kommt dem Festzelt eine besondere Bedeutung zu, weil just zur gleichen Zeit der Höhepunkt der Feierlichkeiten „100 Jahre Stadt Penzberg“ über die Bühne geht. Quer durch alle Fraktionen hieß es hinterher: Der Fahrenschon soll es wieder machen. Und auch bei den Konditionen will man ihm allem Anschein nach entgegenkommen. Schließlich hatte der Wirt seinen Vertrag nicht nur aus Ärger über die Polizei, sondern auch mit der Begründung gekündigt, dass er durch die um 90 Minuten verkürzte Sperrzeit einiges an Umsatz einbüße. 

Strittig ist dabei nicht so sehr die generelle Sperrzeitregelung, die beim Volksfest 2019 genauso aussehen soll wie heuer: um 0 Uhr muss die Musik aufhören, das letzte Bier darf um 0.30 Uhr aus dem Hahn fließen und um 1 Uhr hat sich niemand mehr im Zelt aufzuhalten. Penzbergs Polizeichef Jan Pfeil hat diese Vorgaben stets verteidigt, weil er mit den ihm zur Verfügung stehenden Beamten dann nicht nur für die entsprechende Sicherheit sorgen, sondern auch noch präventiv tätig werden könne. Weil 2019 aber die Feiern zum 100-Jährigen der Stadt­erhebung Penzbergs anstehen und dies eine ganz besondere Lage sei, hat Pfeil im Rathaus bereits erkennen lassen, dass er an „einem oder zwei Tagen“ auch einer Verlängerung der Sperrzeit bis 1 Uhr zustimmen werde. Dem Stadtrat ist das aber zu wenig: „Wir möchten die längere Regelung an vier Tagen“, sagt einer, der zuletzt im Haushaltsausschuss mit Pfeil hinter verschlossenen Türen diskutiert hat. 

Konkret geht es darum, die um eine Stunde ausgedehnte Variante für die beiden Freitage und Samstage des Volksfestes zu implementieren. Dies kann der Stadtrat im Übrigen eigenverantwortlich und ohne Rücksprache mit der Polizei tun und einfach einen entsprechenden Bescheid erlassen. Die Polizei kann dann eine Stellungnahme dazu abgeben, an die der Stadtrat aber nicht gebunden ist. Im Extremfall könnte dies bedeuten, dass die Polizei an zwei der zur Debatte stehenden vier Tage eine Stunde vor Volksfestende abrückt. Wer dann die Verantwortung trägt, wenn just in dieser Zeitspanne etwas passiert, würde noch einer intensiven Klärung bedürfen. Wirt Fahrenschon wäre jedenfalls mit den vier Tagen einverstanden. Wie Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann erklärt, habe er aber auch erkennen lassen, dass er nur dann einen neuen Vertrag mit der Stadt schließen werde, wenn diese vier Tage nicht gekürzt werden. 

Dem Stadtrat, der ohnehin am liebsten mit Fahrenschon weitermachen würde, bleibt da kaum eine andere Wahl, zumal sich angesichts der langen Vorlaufzeiten im Volksfestgewerbe auf die Schnelle kaum eine Alternative zu dem Rosenheimer Wirt finden dürfte. la

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