Bäuerinnen sollen lauter sein

Virtueller Landfrauentag: Ilse Aigner bricht Lanze für Frauen in der Agrarbranche

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Eva Nusshart (l.) moderierte den virtuellen Landfrauentag, Gast war Ilse Aigner.

Region – Landfrauentage sind für gewöhnlich gesellige Veranstaltungen mit buntem Rahmenprogramm. Auch im Landkreis Weilheim-Schongau, wo sich die Landfrauen jedes Jahr in der Stadthalle treffen. Wegen der Pandemiebeschränkungen war das heuer nicht möglich, doch ganz ausbremsen ließen sich die bayerischen Landfrauen nicht: Sie organisierten einen zentralen Landfrauentag via Online.

Das Motto des Landfrauentags „Richtig gut leben?!“ wurde bereits vor der Corona-Krise festgelegt. „Das Thema ist nun aktueller denn je“, konstatierte Moderatorin Eva Nusshart, die durchs zweistündige Programm führte. Neben dem als „Songpoeten“ angekündigten Andi Weiss („Leb Dein Leben jetzt“) durften in Grußworten unter anderem Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm erklären, was für sie „gut leben“ bedeutet. Söder verwies auf den Genuss von „täglich frischen Lebensmitteln“ und Bedford-Strohm auf die „Beziehung zu Gott“.

Inhaltlicher Höhepunkt des virtuellen Landfrauentags war der „Impulsvortrag“ von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). Die frühere Bundesagrarministerin bezeichnete die Landfrauen als „Bewahrerinnen und Zukunftsgestalterinnen“. Die Corona-Krise würde auch die Landwirtschaft hart treffen, zum Beispiel mit geschlossenen Schlachthöfen oder fehlenden Saisonarbeitern. Die Corona-Politik mit den Beschränkungen sei aber erfolgreich: „Die Medizin ist bitter, aber sie wirkt“, erklärte Aigner. Kritische Diskussionen seien in einer Demokratie ausdrücklich erwünscht. Allerdings sei es „unerträglich“, so Aigner, wenn von der Querdenkerszene gezielte Falschinformationen unters Volk gebracht werden. „Die Demokratie hat Feinde“, stellte Aigner fest – und: „Ich bin der tiefsten Überzeugung: Wir leben in dem besten Staat, den wir je hatten.“

Nachhaltigkeit als „durch und durch christliches Thema“

Aigner sprach zudem über eine unterschiedliche Wahrnehmung zwischen Stadt und Land, wenn es um die Lebensmittelproduktion ginge. Zwar würden die Ansprüche der Verbraucher steigen, aber nicht die Bereitschaft, dafür auch einen höheren Preis zu zahlen. Nachhaltigkeit bezeichnete Aigner in ihrer Rede als „durch und durch christliches Thema“. Allerdings dürfe Klimaschutz nicht gegen die Menschen gemacht werden: „Der technische Fortschritt ist unsere stärkste Waffe gegen den Klimawandel.“

Zum Schluss richtete die Landtagspräsidentin einen Appell an die Landfrauen: sich personell stärker in der Spitze des Bauernverbandspräsidiums einzubringen. Oft seien die Landfrauen zu leise und zurückhaltend. Aigner: „Aber in Bauernfamilien sieht man doch, dass gemischte Teams das Erfolgsmodell schlechthin sind.“ Bernhard Jepsen

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