Haarige Angelegenheit

Bei der Bartprämierung in Ort geht es um Pflege, Wuchs und Zwirbeleien

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Wenn der ganze Stolz im Gesicht wächst: Sepp Suttner (2. von rechts) gratulierte den Klassensiegern Jan Bischof von der Höh, Alex Luttenbacher und Michael Pentz (von links).

Ort – Stoppeln hatten in Ort nichts zu suchen, stattdessen schwang einer weißer Schnauzer seine Enden zu feinen Kringeln und ein Vollbart präsentierte sich in seiner naturbelassenen graumelierten Fülle: passionierte Bartträger im Duell um die schönste Manneszier.

Derzeit wird allerorten Gleichberechtigung groß geschrieben, die Damenwelt erobert eine Männerdomäne nach der anderen. Bei der alljährlichen Prämierung des Bartvereins Ort-Pessenbach waren aber logischerweise die Herren der Schöpfung unter sich. Da man aber auch mit der Manneszier dem weiblichen Geschmack vertraute, wurde die Jury der 29. Ausgabe dieser Prämierung mit dem Kochler Altbürgermeister Werner Englert und Nikolaus Stumpf von Anna Stadler komplettiert. Insgesamt hatten sich 18 Teilnehmer dem Wettbewerb gestellt. 

„Eigentlich ist es ja nur eine rechte Gaudi“, betonte Sepp Suttner, der Vorsitzende des Bartvereins Ort-Pessenbach. Darüber hinaus gibt es in der Region noch die Clubs in Oberau und Partenkirchen. „Da besuchen wir uns immer gegenseitig“, so Suttner. Kein Wunder, dass da seit Jahren das Teilnehmerfeld annähernd gleich ist und vor allem die Sieger in den drei Kategorien Vollbart, Schnauzer und Freistil immer dieselben sind. Vor allem auch, so Suttner, „weil die Jungen hübsch nachgelassen haben“. 

Dabei hat es sich die Jury im Jägerwirt zu Ort wirklich einfach gemacht. Neben den drei Hauptkategorien wurde jeweils der allgemeine Eindruck, der Pflegezustand und der Wuchs der Manneszier bewertet und mit Punkten bedacht. Vor allem in den Klassen Freistil und Schnauzer gab es da richtige Kunstwerke zu bewundern, deren Erhalt auch ziemlich zeitaufwändig sein dürfte. 

Mit Akribie wurde bewertet, wobei auch der persönliche Geschmack der Juroren mit einfloss. Da waren dann schon einmal Punktabzüge fällig, wenn so eine Bartpracht gar zu gekünstelt wirkte. „So etwas passt ja gar nicht in unsere Gegend“, meinte Werner Englert nicht nur einmal. 

In der Freistilklasse hatte am Ende Jan Bischof von der Höh aus Garmisch mit 56 Punkten die Nase vorne vor den beiden Pessenbachern Erwin Fleißner (50) und Sepp Suttner (48). In der Klasse Schnauzer gewann Michael Pentz (65) vor Hans Hübler (63/beide Partenkirchen) und den mit 58 Zählern punktgleichen Sepp Seemüller (Pessenbach) und Andreas Hirschbold (Farchant).Bei den Vollbärten schließlich siegte zum x-ten Mal der Böbinger Landwirt Alex Luttenbacher (83) vor dem Gaißacher Hans Brandhofer (81) und Dietmar Müller (80), der bis vom Ammersee nach Ort gekommen war. ejs

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