Naturschutzmaßnahmen bei Kochel

Vom Aussterben bedroht: Die Bestände des Braunkehlchens im Loisachtal werden immer kleiner

Wiese Braunkehlchen Vogel Natur
+
Ein aufmerksames Braunkehlchen.
  • Max Müller
    VonMax Müller
    schließen

Kochel - Kleinere Baumgruppen und Gehölzbestände wurden bei den Loisach-Kochelsee-Mooren entfernt, um den Schutz und die Verbesserung des Lebensraumes für Wiesenbrüter zu sichern.

Die Loisach–Kochelsee–Moore zählen mit ihren ausgedehnten Nieder- und Hochmoorflächen zu den bedeutendsten Moorlandschaften in Süddeutschland. Wiesenbrütende Vogelarten wie das Braunkelchen leben hier noch in bedeutenden Populationen, teilt das Landratsamt mit. In den letzten Jahren verzeichne aber auch diese Art durch unterschiedlichste Einflussfaktoren starke Bestandsrückgänge. Mittlerweile zählt das Braunkehlchen zu den Arten, die unmittelbar vom Aussterben bedroht sind. Im Januar wurde daher westlich von Ort bei Kochel der Bodenfrost für Arbeiten mit Motorsäge und Forstmulcher genutzt (siehe Foto). Kleinere Baumgruppen und Gehölzbestände wurden dabei entfernt, um den Schutz und die Verbesserung des Lebensraumes für die Wiesenbrüter zu sichern. Da Gehölze von Fressfeinden wie dem Fuchs oder Greifvögeln als Unterschlupf oder Ansitzwarten angenommen werden, die von dort aus vermehrt Jagd auf die Jungvögel machen, halten Wiesenbrüter große Abstände von bis zu 200 Metern zu diesen Gehölzen ein.

Entfernung von Faulbaumgebüschen auf Wiesenbrüterflächen in Kochel.

Weitere Maßnahmen

Die Gebietsbetreuerin des Zentrums für Umwelt und Kultur Benediktbeuern, Elisabeth Pleyl, hatte die Maßnahmen mit Eigentümern, Nutzern, Gebietskennern und betroffenen Ämtern abgestimmt. Die freigestellten Streuwiesen sollen künftig teilweise gemäht werden, teils nur von Gehölzen frei gehalten werden. Das sei laut Landratsamt nur ein Teil der Maßnahmen, die zum Erhalt der seltenen Wiesenbrüter durchgeführt werden. Um deren Überlebenschancen zu erhöhen, sollen ehrenamtliche Helfer beobachten, wo bestimmte Arten brüten. Landwirte werden über die Vorkommen der Vögel informiert und man wolle gemeinsam planen, wie der Erhalt einer Brut gesichert werden könne.

Schutzverordnung vom Landratsamt

Auch Wege stellen Korridore dar, von denen die Wiesenbrüter entsprechend Abstand halten würden. Um die Wiesenbrüter noch lange in den Mooren erleben zu können, gilt deswegen in den Loisach-Kochelsee-Mooren eine Schutzverordnung. So darf zur Brutzeit zwischen 20. März und 15. Juli nicht querfeldein gegangen werden und bestimmte Wege gar nicht mehr genutzt werden, teilt das Landratsamt mit. mm

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unfassbar: Autofahrer überfährt Kater in Benediktbeuern vorsätzlich
Penzberg
Unfassbar: Autofahrer überfährt Kater in Benediktbeuern vorsätzlich
Unfassbar: Autofahrer überfährt Kater in Benediktbeuern vorsätzlich
Corona in der Region: 3826 Menschen in Weilheim-Schongau in Quarantäne
Penzberg
Corona in der Region: 3826 Menschen in Weilheim-Schongau in Quarantäne
Corona in der Region: 3826 Menschen in Weilheim-Schongau in Quarantäne

Kommentare