Ende der Kreidezeit

Penzberg will nun auch die Schulen an der Südstraße digitalisieren

+
Finger statt Kreide: Die Digitalisierung von Schulen schreitet voran, auch in Penzberg.

Penzberg – Das Quietschen auf der Tafel, dazu ein vollgesogener, etwas muffig riechender Schwamm: Nostalgiker werden in der Grundschule an der Birkenstraße kaum in ihrer Schulzeit schwelgen können. Und auch an der Südstraße sollen Nostalgiker schon bald kein Glück mehr finden.

In den Klassenräumen an der Birkenstraße haben sich vor einigen Monaten die Tafeln verabschiedet. Sie sind neuer Technik gewichen. Nachdem die „Rechnungen soweit bezahlt sind“, so Michael Haberlander aus der EDV-Abteilung im Rathaus, soll nun auch die Bürgermeister-Prandl-Schule ein Stück weit digitaler werden.

Alle drei Schulen, die Grundschule an der Birkenstraße sowie die Bürgermeister-Prandl-Grund- und Mittelschule, sollten von den gut 230.000 Euro profitieren, welche im Vermögenshaushalt für 2019 eingeplant waren, letztlich aber wurde vor allem an der Birkenstraße eine Menge Geld in die Digitalisierung gesteckt, Whiteboards, Dokumentenkameras, PCs, WLAN. Fördermittel gab es dafür auch, exakt 81.864 Euro, weiß Haberlander, „die fließen eins zu eins in die Birkenstraße“. Das nächste Förderprogramm hat der städtische IT-Experte aber schon im Blick, und das verspricht bis zu 375.745 Euro Fördermittel vom Freistaat Bayern. Dass schon wieder Geld vom Staat winkt, ist nicht verwunderlich, so Haberlanders Kollege Stefan Ahne, denn „Förderungen nehmen wegen der von der Staatsregierung gewünschten Digitalisierung zu“. 

Die beiden Männer aus der IT-Abteilung im Rathaus wollen im Vermögenshaushalt des kommenden Jahres rund 313.000 Euro für die Schulen an der Südstraße einplanen, die wie die Einrichtung an der Birkenstraße ausgestattet sein sollen, so Ahne, der sich über die fortschreitende Digitalisierung der hiesigen Bildungsstätten zwar zu freuen scheint, im selben Zuge aber auch keinen Hehl daraus macht, welch hoher zusätzlicher Aufwand das Ganze für die Stadt ist. Denn allein an der Birkenstraße befindet sich nun in 17 weiteren Klassenzimmern Technik, die betreut und gewartet werden will. „Pro Schule werden wir 30 Tablets betreuen“, so Ahne weiter. Hinzu kommen dann noch 40 Notebooks für die Mittelschullehrkräfte plus neue PC-Räume. Digitalisierung schön und gut, aber den „administrativen Aufwand im Nachgang“ will Ahne nicht unerwähnt lassen: „Jeder schreit, dass die Schulen digitalisiert werden müssen, aber über die Betreuung macht sich keiner Gedanken“. Und Technik lebt bekanntermaßen nicht ewig, mal abgesehen davon, dass sie ständig von Innovationen überholt wird, wobei Ahne und Haberlander künftig nichts „Bahnbrechendes“ erwarten. Alle fünf bis sieben Jahre müssen die Notebooks ausgetauscht werden, alle vier Jahre die Tablets. Erst in 20 Jahren die Displays, denn nicht umsonst habe man, so Ahne, auf ein hochwertiges Produkt gesetzt. Zeitliche und finanzielle Investitionen, die sich lohnen, denn die Lehrer, auch diejenigen, die erst skeptisch gewesen seien, „sind mittlerweile von der Technik begeistert, sagt Ahne. Die Ära mit Kreidestaub und Schwammwasser auf den Händen hat nun wohl ein Ende. ra

Auch interessant

Meistgelesen

Horrorfahrt eines Heilbrunners (34) in München: Polizei ermittelt wegen Verdacht auf Drogenkonsum
Horrorfahrt eines Heilbrunners (34) in München: Polizei ermittelt wegen Verdacht auf Drogenkonsum
Breitfilz: Stadt bevorzugt einen Verein, den aber wollen die Schrebergärtner nicht
Breitfilz: Stadt bevorzugt einen Verein, den aber wollen die Schrebergärtner nicht
Von Fahrbahn abgekommen: 18- und 20-Jähriger verursachen Unfall auf B11
Von Fahrbahn abgekommen: 18- und 20-Jähriger verursachen Unfall auf B11
FDP nominiert Stadtratsliste und unterstützt den CSU-Bürgermeisterkandidaten
FDP nominiert Stadtratsliste und unterstützt den CSU-Bürgermeisterkandidaten

Kommentare