Rettung vom Kino P.

Unter die Arme greifen

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Penzberg - Soll ein Förderverein zum Erhalt des Kino P. gegründet werden? Darum drehte sich das Gespräch bei einem Treffen im Penzberger Kino.

Ob es zur Gründung eines Fördervereins zum Erhalt des Penzberger Kinos kommt, ist weiter offen. Wie sich beim ersten, von SPD-Bürgermeiserkandidatin Elke Zehetner einberufenen Treffen von gut 30 Kinofreunden im kleinen Saal des Kino P. zeigte, spricht sowohl einiges für wie auch gegen eine Vereinsgründung. Bis zum nächsten Treffen im Februar wollen sich alle nun Gedanken machen, welche der beiden Varianten sinnvoller sei, um den Kinobetreibern Markus und Claudia Wenzl am effektivsten unter die Arme zu greifen. An der grundsätzliche Situation des Kino P. hat sich nach wie vor nichts geändert: Die Kosten für die Wenzls sind zu hoch, der Ertrag zu gering. Zwar sei in den Weihnachtsferien das Geschäft so gut gelaufen, dass man im Jahr 2013 zumindest auf insgesamt 24.000 Besucher gekommen sei. „Pro Jahr brauchen wir aber 30.000, um überleben zu können“, sagte Claudia Wenzl. Ihr Hauptproblem: die 2.800 Euro Monatsmiete. Zwar hat Vermieter Manfred Reitmeier schon Entgegenkommen signalisiert, „ich glaube aber nicht, dass er die Miete so weit reduziert, bis es sich für uns rechnet“, erklärte Claudia Wenzl. Das Problem am Kinostandort Penzberg sei, dass die Besucherzahlen kaum nennenswert gesteigert werden können. „Und deshalb können wir hier keine marktüblichen Mietpreise für ein Kino bezahlen“, so Claudia Wenzl. Mit großer Euphorie präsentierte Elke Zehetner sodann, was sie im Internet gefunden hatte: einen Kinoförderverein in Bingen am Rhein, der sogar einen Programmbeirat hat. Da läuteten bei Markus Wenzl aber die Alarmglocken: „Ich mag mein Kino ganz alleine betreiben“, sagte er. Und die Furcht, dass ein möglicher Förderverein künftig bestimmen möchte, was im Kino P. läuft, stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben. Katrin Fügener, die Leiterin der Stadtbücherei, sieht die Sache mit dem Verein jedoch ungleich positiver. „Ein Verein hat eine Struktur und ist besser organisiert als ein loser Freundeskreis“, erklärte sie und nannte ein mögliches Vereinsziel: „Nicht die direkte Unterstützung der Kinobetreiber, sondern die Suche nach Sponsoren.“ Da strahlte dann auch Elke Zehetner wieder, und die Alarmglocken von Markus Wenzl läuteten ein klein wenig leiser. Richard Kreuzer, der Bürgermeiserkandidat der CSU, brachte es dann mit Blick auf den noch bis April 2015 laufenden Mietvertrag der Wenzls auf den Punkt: „Wir müssen die Einnahmen des Kinos kurzfristig erhöhen.“ Und da gab es reichlich Ideen. Klaus Adler von den Grünen regte an, bei den Schulen vermehrt Werbung für einen Kinobesuch im Rahmen des Unterrichts zu machen. Ute Frohwein-Sendl von der SPD schlug vor, den Penzberger Vereinen spezielle Kinoabende anzubieten. Harald Kreuzer empfahl, die Kinowerbung in den städtischen Schaukästen auszuhängen. Bayram Yerli von der Islamischen Gemeinde könnte sich ein Besucherplus vorstellen, wenn regelmäßig Filme in türkischer oder bosnischer Sprache gezeigt würden. Und Kulturmensch Egbert Greven dachte an eine Ausdehnung der Kinowerbung auf Konzerte und die Museen der Stadt. Und natürlich wurde auch über einen Umzug der Wenzls ins alte Metropol-Kino gesprochen, für Elke Zehetner „die optimale Lösung“. Allerdings auch eine, die viel Geld kostet, wie Klaus Adler und Richard Kreuzer unisono feststellten, wobei Kreuzer die Kosten irgendwo zwischen einer und vier Millionen Euro ansiedelt. Und er sieht noch ein Problem: Bis der Stadtrat dem Metropol-Umbau zugestimmt hat und die letzten Bauarbeiter dort abgerückt sind, ist der Mietvertrag der Wenzls am jetzigen Standort längst ausgelaufen. Deshalb müsse man, mit oder ohne Verein, „ganz schnell Wege finden, die ein Überleben des Kino P. so lange garantieren, bis das Metropol umgebaut ist“, so Kreuzer.la (mehr in der Printausgabe am Mittwoch)

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