Einzug bereits im Mai

Mehr Anfragen als Plätze: Schlehdorfer Pflegeheim steht unmittelbar vor der Fertigstellung

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Mehr Anfragen als Platz: Für das neue Seniorenheim gibt es bereits sechs Wochen vor der Eröffnung eine Warteliste.

Schlehdorf – Vor knapp drei Jahren wurde das alte Schlehdorfer Seniorenheim abgerissen. Nach archäologischen Entdeckungen fanden ab Oktober 2016 Ausgrabungsarbeiten statt, was zu einer Verteuerung und zeitlichen Verzögerung des Neubaus führte. Nun steht die Fertigstellung des Pflegeheims kurz bevor.

Im Jahr 1864 war das ehemalige Seniorenheim als „Armen- und Krankenhaus Schlehdorf“ erbaut worden, 1990 stand dann eine Sanierung an. Dass man das Heim letztlich abreißen und durch ein neues Gebäude ersetzen musste, liegt an dem neuen Pflege- und Wohnqualitätsgesetz von 2011 und dessen Vorschriften, wonach etwa jedes Zimmer ein eigenes Bad haben muss und 15 Bewohnern ein Aufenthaltsraum zur Verfügung zu stehen hat. Dem Zweckverband der Gemeinden Großweil und Schlehdorf blieb also gar keine andere Wahl, als innerhalb der gesetzlichen Frist ein neues Pflegeheim zu bauen, worauf Schlehdorfs Bürgermeister Stefan Jocher hinweist. 

Jocher rechnet nach derzeitigem Stand mit Gesamtkosten in Höhe von 8,72 Millionen Euro. Bis auf ein zinsloses Darlehen des Landkreises über 570.000 Euro werden diese Investitionskosten ausschließlich über Niedrigzinsdarlehen und kommunale Förderkredite finanziert. Nach 40 Jahren hat sich die Investition amortisiert, das ist durch gesetzliche Vorschriften zu Dauer und Höhe der jährlichen Abschreibungen so vorgesehen. 

Etwas warten muss der Zweckverband noch auf die Dokumentation der umfangreichen archäologischen Ausgrabungen. „Diese wurde vom Ausgrabungsbüro leider immer noch nicht fertiggestellt, so dass uns bislang noch kein Abschlussbericht vorliegt“, stellt der Rathauschef fest. Neben Gräbern mit zahlreichen Knochen waren auch einige wertvolle Münzen und ein goldenes Siegel gefunden worden. Was mit diesen Gegenständen geschieht, werden die Zweckverbandsräte nach Vorlage der Abschlussdokumentation entscheiden. „Vielleicht könnten sie in einer Vitrine ausgestellt werden“, überlegt Jocher. Statt in die Vergangenheit ist nun aber der Blick in die Zukunft gerichtet. Die Fertigstellung des Pflegeheims soll bis Anfang Mai erfolgen. Am Samstag, 11. Mai, erhält dann die Bevölkerung bei einem Tag der offenen Tür zwischen 14 und 17 Uhr die Gelegenheit, die Einrichtung zu besichtigen. Ab 21. Mai sollen schließlich die neuen Bewohner einziehen. „Wir haben 54 Plätze, es gibt aber weitaus mehr Anmeldungen“, teilt der Bürgermeister mit und ist froh, dass die Gemeinden bei der Vergabe der Plätze außen vor sind. Verantwortlich ist vielmehr die Innere Mission München als Betreiber. Das Diakonieunternehmen, das sein Pflegeheim „Haus Lindenhof“ in Grafenaschau schließt, lässt die Bewohner von dort in die neue Einrichtung umziehen und belegt so bereits über die Hälfte der Plätze in Schlehdorf. Bewerbungen kommen nicht nur aus den umliegenden Gemeinden, sondern auch aus Richtung München, berichtet Jocher, der zugleich Wert darauf legt, dass es sich in Schlehdorf nicht um eine schickte Seniorenresidenz für einen angenehmen Lebensabend in landschaftlich traumhafter Lage handelt, sondern um ein klassisches Pflegeheim mit Bewohnern, die überwiegend Pflegegrad vier und fünf haben. cw

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