Trübe Aussichten

Naturfreibad Bichl und Alpenwarmbad Benediktbeuern bleiben vorerst geschlossen

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Geht es nach den Mitarbeitern des Alpenwarmbads in Benediktbeuern, könnte der Badebetrieb schon in wenigen Tagen starten. Das Naturfreibad in Bichl verharrt dagegen noch im Dornröschenschlaf.
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Geht es nach den Mitarbeitern des Alpenwarmbads in Benediktbeuern, könnte der Badebetrieb schon in wenigen Tagen starten. Das Naturfreibad in Bichl verharrt dagegen noch im Dornröschenschlaf.

Benediktbeuern/Bichl – Traditionell startet am 1. Mai die Freibadsaison, allerspätestens Mitte des Wonnemonats – aber nur, wenn das Wetter einfach zu schlecht ist. Dieses Jahr ist jedoch alles anders: Wie andernorts werden auch in Bichl und Benediktbeuern die Bäder wegen Corona länger geschlossen bleiben. Die Mitarbeiter des Alpenwarmbads in Benediktbeuern haben dennoch alles so weit vorbereitet, dass sie in wenigen Tagen öffnen könnten. Fehlt nur noch die Erlaubnis dazu.

Dass der Beginn der Freibadsaison mal auf Mitte Mai verschoben werden musste, hat Robert Baumgartner, der Leiter des Alpenwarmbads, schon einige Male erlebt, immer dann, wenn das Wetter nicht mitspielte. So etwas wie heuer ist ihm jedoch noch nie untergekommen: Trotz Sonne und warmer Temperaturen wird aus dem Sprung ins kühle Nass in ganz Bayern wohl vorerst nichts: Wegen der Corona-Pandemie sind öffentliche Bäder derzeit geschlossen, und niemand weiß, wann und ob sie überhaupt öffnen dürfen. Gleiches gilt für Hallenbäder, Saunatempel und Thermen wie das Trimini in Kochel. Ein Problem auch für die kommunalen Betreiber, denn schon in normalen Zeiten arbeiten die Einrichtungen meist defizitär. „Für uns gehört das Alpenwarmbad ganz klar zu Benediktbeuern“, sagt Vizebürgermeister Hanns-Frank Seller. Vor wenigen Jahren habe sich die Gemeinde bewusst dazu entschlossen, „das Bad neu aufzulegen“, so Seller. Deshalb halte man daran weiterhin fest, auch wenn man dieses Jahr enorme Verluste einfahren werde. 

Befüllte Becken, geweißelte Kabinen

Als gäbe es kein Corona, haben Baumgartner und seine beiden Mitarbeiter in den vergangenen Wochen das Bad so hergerichtet, so dass man innerhalb von wenigen Tagen öffnen könnte. So wurden beispielsweise die Becken vorbereitet und befüllt sowie die Schwimmbadtechnik aus dem Winterschlaf erweckt. Das Trio hat darüber hinaus die Umkleiden geweißelt, Reparaturen durchgeführt, die Grünflächen hergerichtet und sämtliche Wartungsarbeiten erledigt. Ab Mitte Mai gibt es für sie – bis auf die täglichen Technikkontrollgänge – nichts mehr zu tun. Sie müssen in Kurzarbeit gehen. 

Zwei Wochen Vorlaufzeit

Bichl hat sich dies komplett gespart. „Im Naturfreibad fallen weniger Arbeiten an“, erklärt Bürgermeister Benedikt Pössenbacher. Vor allem was die Technik angehe, benötige das Bichler Bad einen erheblich geringeren Vorlauf. Sollte von der Politik grünes Licht für eine Öffnung der Bäder erteilt werden, bräuchten sowohl Bichl als auch Benediktbeuern maximal zwei Wochen, um in Betrieb zu gehen. 

Raus aus dem Wasser, raus aus dem Schwimmbad

Ende April hat die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen einen Appell an die Bundeskanzlerin gerichtet und gleich noch einen Fachbericht „Pandemieplan Bäder“ mitgeschickt. Darin legen die Fachleute dar, unter welchen Umständen – bei Beachtung entsprechender epidemiologischer Rahmenbedingungen – es dennoch möglich werden könne, die Freibäder zu öffnen. „Aus meiner Sicht ganz klar nicht machbar“, bewertet Robert Baumgartner die Auflagen. Denn laut Pandemieplan dürften dann Kinderbecken gar nicht öffnen, die Badegäste hätten sich nach dem Schwimmen sofort umzuziehen und das Bad zu verlassen, in den Duschen und Umkleiden dürfte sich immer nur eine kleine Anzahl an Badegästen – freilich mit gehörigem Abstand – aufhalten. „Wer soll das denn kontrollieren?“, fragt Baumgartner. 

Keine Kontrolleure

Auch Hanns-Frank Seller stimmt dem zu: Die drei festangestellten Fachkräfte und Rettungsschwimmer seien dazu da, sich vor allem um die Beckenaufsicht zu kümmern. Die Einhaltung strenger epidemiologischer Auflagen bedürfe zusätzlichen Personals, so Seller. Aus seiner Sicht macht eine Öffnung des Alpenwarmbads nur denn Sinn, wenn der Start spätestens zu den Sommerferien erfolgen würde. „In meinen Augen aber dann nur unter Volllast ohne Auflagen“, gibt Baumgartner zu bedenken. sg

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