Stille in den Leitungen

Der Wasserbeschaffungsverband Kochel will die Legionellenvermehrung in stillgelegten Trinkwasserinstallationen verhindern

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Den Hahn aufdrehen: Auch in derzeit stillgelegten Betrieben sollte das Wasser in den Leitungen regelmäißig ausgetauscht werden.

Kochel – Wegen der Corona-Pandemie sind derzeit viele Betriebe stillgelegt. Um die Vermehrung von Legionellen in ungenutzten Trinkwasserinstallationen zu verhindern, bittet der Wasserbeschaffungsverband Kochel in einer Pressemitteilung nun um die Einhaltung bestimmter Regelungen:

„Die Verbreitung des Coronavirus und der damit verbundenen Maßnahmen sind aktuell die beherrschenden Themen für die Wasserversorgungsunternehmen. Nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand kann eine Verbreitung des Corona- Virus über die Trinkwasserversorgung ausgeschlossen werden. Gegenteilige Erkenntnisse sind nicht bekannt und auch das Umweltbundesamt schätzt eine Verbreitung des Virus über das Trinkwasser als höchst unwahrscheinlich ein. Hohe Sicherheits- und Qualitätsstandards gewährleisten zusätzlich, dass auch in Krisensituationen die Versorgung mit Trinkwasser ohne Einschränkungen funktioniert. 

Im Zuge der Maßnahmen gegen das Coronavirus kann es vorkommen, dass Gebäude oder Gebäudeeinheiten wie Wohnungen eine längere Zeit nicht genutzt werden können (z.B. Betriebe, Schulen, Kindergärten, Ferienwohnungen, Hotels, Geschäfte, Fitnessstudios, Vereinsheime...). Sofern die vorgenannten Einrichtungen von der Corona-Krise betroffen sind und befristet ihren Betrieb einstellen oder in Kurzarbeit gehen, bittet der Wasserbeschaffungsverband Kochel a. See dringend um Beachtung der angefügten Regelungen zur „vorübergehenden Stilllegung von Trinkwasser- Installationen in Gebäuden“. 


Was heißt das für Sie? 

Nichtnutzung von Trinkwasserinstallationen kann zu Vermehrung von Legionellen führen! Es ist zu beachten, dass mit dem Schließungsgebot durch die Regierung auch der bestimmungsgemäße Betrieb von Trinkwasserinstallationen nicht mehr gegeben ist. Der bei der Planung zugrunde gelegte regelmäßige Austausch in den Wasserleitungen ist aufgrund einer Betriebsunterbrechung nicht mehr sichergestellt, was zu Stagnationsbedingungen führt und damit das Risiko mikrobieller Verkeimung mit Legionellen und anderen pathogenen Keimen im Trinkwasser stark erhöht. 

Was ist zu tun? 

Nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung, die sich ebenso wie die erlassenen Rechtsverordnungen zum Corona-Virus auf das Infektionsschutzgesetz beruft, ist in Trinkwasserinstallationen der bestimmungsgemäße Betrieb jederzeit sicherzustellen. Das bedeutet, auch wenn sich keine Gäste, Besucher oder andere Nutzer im Gebäude aufhalten, die Restaurantküche kalt bleibt oder im Betrieb kein oder nur wenig Wasser fließt, muss eine bestimmungsgemäße Nutzung simuliert werden, indem die Entnahmestellen spätestens alle 72 Stunden mindestens bis zum Erreichen der Temperaturkonstanz genutzt bzw. gespült werden, damit das in den Leitungen befindliche Trinkwasser ausgetauscht wird. Bei Betriebsunterbrechungen von mehr als drei Tagen sind vorbeugende und nachsorgende Maßnahmen zu organisieren, um einen technisch und hygienisch einwandfreien Zustand der Trinkwasserinstallation sicherzustellen. 

Fazit: Die Corona-Krise beutelt die gesamte Wirtschaft. Um den Schaden nicht noch zu verschlimmern und bei der nächsten Routineuntersuchung plötzlich auch noch mit Positivbefunden auf Legionellen ein böses Erwachen zu erleben, sollte man tunlichst auf regelmäßigen Wasseraustausch in den häuslichen Wasserleitungen achten.“

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