Misteln und sonst nix

Christkindlmarkt beschert Benediktbeuern wieder Ausnahmezustand mit weihnachtlicher Stimmung

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Ruhiger Platz über dem Trubel: Die Bichler Bläser stimmten die Christkindlmarktbesucher auf Weihnachten ein, während drunten bisweilen kein Durchkommen mehr war.

Benediktbeuern – Dass in Benediktbeuern der altbairische Christkindlmarkt stattfand, war schon aus Bichl zu sehen. Denn bis dorthin waren die Autos der Besucher entlang der Straße geparkt. 

Das ist freilich jedes Jahr das Gleiche, weil es den Benediktbeurern immer wieder gelingt, mit ihrem Markt eine besondere vorweihnachtliche Atmosphäre in die Dorfmitte zu zaubern. Das hat allerdings zur Folge, dass phasenweise kaum mehr ein Durchkommen möglich war, angesichts der vielen Menschen, die sich auf der Dorfstraße tummelten. Das hatte aber auch sein Gutes, weil man sich so ohne Hast und Eile den liebevoll dekorierten Buden und dem dort feilgebotenen Weihnachtssortiment ausgiebig widmen konnte. 

Groß stöbern musste man am Stand der Bergwachtbereitschaft Benediktbeuern jedoch nicht. „Die Leute, die zu uns kommen wollen nur eins: unsere Misteln“, lacht Florian Schönsteiner. Und trotzdem war Mistel nicht gleich Mistel, weil die Bergretter an den zurückliegenden Sonntagen in ganz unterschiedliche Bäume geklettert waren, um die immergrünen Halbschmarotzer in ausreichender Zahl für den Christkindlmarkt vorrätig zu haben. „Vorwiegend waren es Obstbäume“, so Florian Schönsteiner, der mit seinen Kollegen schon im November unterwegs war, um die schönsten Mistelbäume auszukundschaften. Die Nachfrage nach den Zweigen war dann in der Tat immens: Traudl Partenhauser, Benedikt Höck und Sabrina Sachenbacher kamen teilweise kaum mehr hinterher, den Nachschub auf die Verkaufstische zu legen. 

Einen der schönsten und ruhigsten Plätze des Christkindlmarktes hatten die Bichler Bläser. Von einem Balkon am Dorfplatz intonierten sie adventliche Weisen und sorgten so auch akustisch für Vorweihnachtsstimmung. Dazu gehörte natürlich aber auch Gebäck, Herzhaftes und Glühwein. Dafür ist unter anderem Horst Baumgartner zuständig: Aus einem Topf, der an einem Dreibein überm Lagerfeuer hing, schöpfte er den duftenden Glühwein in die Becher und Tassen. Dass ihm und seinen Kollegen das viel Freude bereitet, zeigt sich alleine daran, dass „wir das schon seit 30 Jahren machen“. Und den Erlös, so sagte er, „spenden wir immer der Feuerwehr“. 

Derart gestärkt konnte man sich dann auf die Suche nach Christbaumkugeln, handgeschnitzten Krippenfiguren, Engeln, Türkränzen und leuchtenden Sternen begeben. Zur vorweihnachtlichen Stimmung trugen neben einer lebenden Krippe vor dem Pfarrhof auch liebevoll dekorierte Häuser und Vorgärten bei. Zudem gab es in der Marienkirche am Dorfplatz eine historische Pfarrkrippe zu bestaunen. dd

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