Ausverkaufte Vogelhäuschen

Iffeldorfer Christkindlmarkt ist eine parteiübergreifende Sache

+
Während sich die Eltern ihre Zeit am Glühweinstand vertreiben konnten, kamen die Kleinen beim Kinderschminken auf ihre Kosten.

Iffeldorf – Die Misteln warteten nicht darauf, dass sich ein Pärchen unter ihren Zweigen küsst, zumindest noch nicht. Erst einmal wollten die Pflanzen gekauft werden. Und das wurden sie. Aber auch an den anderen Stände auf dem Iffeldorfer Christkindlmarkt zeigte sich reger Andrang.

So mancher schaute am ersten Adventssonntag kritisch in seine Wetter-App. Während der Blick Richtung Süden ins Helle wies, tröpfelte es anfangs in Iffeldorf hier und da, bis der Regen endlich ganz aufhörte. „Es hätte schlimmer kommen können“, zeigte sich Hans Lang erleichtert. Obwohl traditionell der CSU-Ortsverband den Christkindlmarkt organisiert, lässt es sich ein SPD-Bürgermeisterkandidat wie Lang freilich nicht nehmen, mit den Menschen aus dem Dorf ins Gespräch zu kommen. „Das ist eine parteiübergreifende Sache“, schmunzelte er. 

Während der Zustrom am späten Vormittag noch etwas dürftig war, füllte sich der Dorfplatz zusehends mit jeder Stunde. Wer allerdings etwas Bestimmtes kaufen wollte, war gut beraten, dies gleich zu Beginn des Marktes zu tun. Schon kurz nach dem Mittagessen waren beispielsweise die Vogelhäuschen der Nachbarschaftshilfe weg, und die frechen Eulenfiguren aus Holz fanden ebenso reißenden Absatz. Aber auch Isolde Künstler und ihre Helferinnen vom Verschönerungsverein konnten froh sein, so viele Mistelzweige für den Christkindlmarkt herangeschafft zu haben. Nur wenige gab es am Nachmittag noch zu kaufen. Die dekorativen Kreationen aus Mistel, Buchs und Zapfen hatten schon bis Mittag größtenteils ihren Besitzer gewechselt. Freilich ging es nicht vordergründig ums Geschäft. „Es ist einfach gut, präsent zu sein, der Verdienst ist Nebensache“, so Isolde Künstler. 

Auch der Elternverein, der soziale Projekte überwiegend im Kinder- und Jugendbereich in der Region fördert, hatte schon Wochen vor dem Markt begonnen, allerlei Kunsthandwerkliches zu basteln. Von Adventsgestecken und Adventskränzen, vorweihnachtlich gestalteten Kerzenhaltern bis zu Holzbildern und Wandlichtern war alles dabei. 

Ebenso für den Christkindlmarkt mächtig ins Zeug gelegt hatten sich die Buben und Mädchen aus dem Haus für Kinder: Neben Selbstgebasteltem, Schokocrossies und Käsespätzle konnten sich Kinder schminken lassen – eine Attraktion, bei der so mancher gar anstehen musste. Der Nachwuchs konnte sich aber die Wartezeit mit dem Wasserwachtnikolaus verkürzen, der mit seiner Helferin um die Stände strich. 

Erst recht die Versorgungsstationen brauchten sich über mangelnden Umsatz nicht zu beklagen. Die Fußballer des TSV Iffeldorf legten ständig Würstl nach, ebenso der Skiclub. Zu vorgerückter Stunde zentrierte sich der Besucherstrom um das wärmende Feuer herum. Spätestens am Abend, als Kerzen und Lichterketten erstrahlten und man sich am Feuer und mit dem Glühweinhaferl die Finger wärmen konnte, fiel es schwer, sich dem Weihnachtsflair zu entziehen. sg

Auch interessant

Meistgelesen

Hündin stirbt nach Gassigang in Iffeldorf qualvoll
Hündin stirbt nach Gassigang in Iffeldorf qualvoll
„Eine ganz heiße Nummer“: Oberlandler brillieren mit bissig-schlüpfriger Komödie
„Eine ganz heiße Nummer“: Oberlandler brillieren mit bissig-schlüpfriger Komödie
Wolfgang Heubisch appelliert beim Dreikönigstreffen an die Herzen der FDP-Politiker
Wolfgang Heubisch appelliert beim Dreikönigstreffen an die Herzen der FDP-Politiker
In Schaufenstern der Innenstadt glänzt Faschingsnostaglie aus fünf Jahrzehnten
In Schaufenstern der Innenstadt glänzt Faschingsnostaglie aus fünf Jahrzehnten

Kommentare