Pro und Contra zum Wellenbad

Klarer Sieg für den Neubau

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Penzberg - Die mit Spannung erwartete Diskussion zwischen den Stadtwerken und den Vertretern der SG Oberland über den geplanten Neubau eines Schwimmbades in Penzberg hat einen klaren Sieger: den Verwaltungsrat der Stadtwerke.

Das Gremium sah sich durch die Aussage von Experten in seinem Votum für den Neubau bestätigt. Wolfgang Kling, der Vorsitzende der SG Oberland, schaffte es nicht, überzeugend darzulegen, wie das Wellenbad seiner Ansicht nach für nur zwei Millionen Euro saniert werden kann.

Kling bezog sich bei seiner Kalkulation auf ein Gutachten aus dem Jahr 2014, das den Sanierungsbedarf für die technischen Anlagen auf 1,4 Millionen Euro bezifferte. Weitere 600.000 Euro hat er für eine Ertüchtigung der Tragwerkskonstruktion einkalkuliert. Das aber wollten ihm die Mitglieder des Verwaltungsrates ebenso wenig abnehmen wie Stadtwerke-Chef Josef Vilgertshofer und Bürgermeisterin Elke Zehetner. Zu eindeutig war aus ihrer Sicht das, was zuvor die von den Stadtwerken zu Rate gezogenen Experten ausgeführt hatten. Vor allem Hans-Helmut Schaper von der Planungsgruppe VA aus Hannover, zeichnete nach einem Rundgang durch das Wellenbad ein düsteres Bild vom Zustand der Technik. Vieles, was er dort gesehen habe, entspreche nicht mehr den gültigen Vorschriften, sagte er. So müsse etwa die Lüftungsanlage komplett erneuert werden, weil die dort transportierte feuchte Luft „eine Gefahr für das Tragwerk darstellen kann“. Im Hinblick auf die Wasseraufbereitungsanlage riet er ebenfalls zu einer Sofortmaßnahme. Die Wasserqualität sei derzeit zwar gut, die Anlage aber so veraltet, dass die Gefahr einer Verunreinigung mit Legionellen bestehe. Schaper machte deshalb einen erhöhten Kontrollbedarf aus und empfahl dringend eine lückenlose Dokumentation, damit die Stadtwerke im Ernstfall nicht haftbar gemacht werden können. „Hier geht es nicht mehr nur um Verunreinigung, hier geht es möglicherweise um Tote“, sagte er, was ihm von Kling prompt den Vorwurf der Panikmache eintrug. Aber auch Stadtwerke-Chef Vilgertshofer erklärte: „Wir haben ein massives Haftungsproblem.“ Geschockt von diesen Ausführungen zeigte sich Wolfgang Sacher (BfP), der zwar dem Verwaltungsrat der Stadtwerke angehört, aber erklärte: „Davon hören wir heute zum ersten Mal.“

Am Ende der zweistündigen Debatte waren sich die Mitglieder des Verwaltungsrates deshalb einig, dass an einem Abriss des Wellenbades und einem Neubau kein Weg vorbeiführe. Ebenso einig war man sich aber auch, dass man die SG Oberland bei der Suche nach einer Lösung für die schwimmbadlose Zeit unterstützen wolle. „Die Stadt muss dem Schwimmverein unter die Arme greifen“, meinte stellvertretend Hardi Lenk (SPD). la

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