Es ist sicherer geworden

Jahresbilanz 2018 der Polizei: Straftaten sind um sechs Prozent zurückgegangen

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„In Penzberg lebt man sicher“, freut sich Inspektionsleiter Jan Pfeil.

Penzberg – Penzberg ist ein sicheres Pflaster. Jan Pfeil, der Leiter der Polizeiinspektion, hat dies nun vor dem Stadtrat ausgeführt und dem Gremium dabei erfreuliche Zahlen vorgelegt. Im vergangenen Jahr hatten die Beamten 675 Straftaten zu bearbeiten, deutlich weniger als 2017 mit 718 Delikten. 

„Das entspricht einem Rückgang von sechs Prozent“, bilanzierte Pfeil, der bei der Präsentation seiner Jahresstatistik auf die sogenannte Häufigkeitszahl verwies. Dabei wird die Anzahl der Straftaten auf 100.000 Einwohner hochgerechnet, um Kommunen vergleichbar zu machen. In Penzberg liegt diese Kennzahl bei 4.094, in Bayern bei 4.571, im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd bei 3.798 und im Landkreis Weilheim-Schongau bei 3.277. Pfeil konnte deshalb ein beruhigendes Fazit ziehen: „In Penzberg lebt man wirklich sehr sicher.“ Und er verwies auf eine beachtliche Aufklärungsquote: 70,6 Prozent (2017: 68,20 Prozent) der Straftaten konnten von der Penzberger Polizei aufgeklärt werden. 

Innerhalb der einzelnen Deliktsgruppen gab es aber nicht überall eine rückläufige Entwicklung. Zugenommen haben etwa die Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung, wo zwölf Straftaten lediglich sieben aus dem Jahr 2017 gegenüber stehen. Zugenommen haben auch die Rohheitsdelikte, wozu Raub, Stalking, Bedrohung oder Körperverletzungen zählen. 155 Straftaten finden sich hier für 2018 in der Statistik, 2017 lag der Wert bei 125. Dafür gab es weitaus weniger Diebstähle, nämlich 143 (2017: 186). Davon waren auch nur zwei Diebstähle aus Wohnungen zu verzeichnen, 2017 lag allein dieser Wert noch bei zwölf Fällen. Deutlich angestiegen ist indes der Widerstand gegen die Staatsgewalt: 43 Fälle führte Pfeil in seiner Statistik auf, 2017 waren es noch 34. Und 13 Mal waren dabei Penzberger Polizisten das Opfer von Attacken. Diese Zahl dürfte aber wieder zurückgehen, meint Pfeil, der auf die Einführung von Body Cams setzt, die solche Angriffe dann aufzeichnen. Noch im Mai sollen die ersten Geräte in der Inspektion eintreffen „und Übergriffe dann zu höheren Strafen führen“, so Pfeil. 

Deutlich gesunken ist auch die Zahl der Sachbeschädigungen: 65 Fälle aus 2018 stehen hier 98 aus dem Vorjahr gegenüber. Und auch die Zahl der Rauschgiftdelikte sank von 80 (2017) auf nun 62, davon war 41 Mal Cannabis im Spiel, in acht Fällen handelte es sich um Amphetamine. Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der Verkehrsunfälle, sie sank von 399 (2017) auf 387 (2018). Dabei gab es 69 Verletzte (2017: 54), 189 Unfälle wurden als Kleinunfälle eingestuft. Pfeil machte aber auch hier klar, dass es sich dann zwar nur um Park­rempler oder dergleichen handele, „aber einfach vom Unfallort zu verschwinden, ist für mich unverständlich“. Immerhin: 104 Unfallfluchten nahm die Polizei in 2018 auf. „Dabei würde diese Schäden ja immer die Versicherung zahlen“, schüttelte Pfeil den Kopf. Für den kuriosesten Unfall sorgte ein führerloser Lkw, der Anfang November in ein Haus gekracht ist. „Beim Versuch, noch in die Fahrerkabine zu springen, verletzte sich der Fahrer glücklicherweise nur leicht, zwei Kinder in dem betroffenen Haus blieben unverletzt“, so Pfeil. 

Darüber hinaus wies Pfeil noch auf die 30 Fahrradunfälle (2017: 24) hin, die sich im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich der Penzberger Inspektion ereigneten. Dabei gab es 22 Leicht- und sechs Schwerverletzte zu verzeichnen. Die Popularität der E-Bikes sei dafür sicher mit verantwortlich, räumte Pfeil ein, nachdem Christine Geiger (CSU) erkannt hatte: „Die Radler werden durch die E-Bikes immer schneller.“ Ob die Legitimation von E-Rollern auf Gehwegen Sinn mache, wollte an dieser Stelle Jack Eberl (FLP) wissen. Pfeil ist hier zunächst gelassen: „Wir werden sehen, wie sich das entwickelt.“ arr

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