Die große Frage nach der Kohle

Für den Neubau des Vereinsheims fehlt der SpVgg Maxkron noch viel Geld

+
Vor der Ruine des Vereinsheims der SpVgg Maxkron: Florian Guski (links) und Dominik Seiser wollen schnellstmöglich den Neubau errichten.

Penzberg – Seit einer gefühlten Ewigkeit steht die Tür zur ehemaligen Gaststätte im Vereinsheim der SpVgg Maxkron offen, doch noch immer beißt im Inneren der Geruch von Verbranntem in der Nase. Draußen ist verkokeltes Holz zu sehen und Gerümpel, das einst eine Funktion hatte, von der nach dem Brand im vergangenen September aber nichts mehr übrig ist. Seit Monaten sammelt der Verein Spenden für den Wiederaufbau, doch auch mit dem Geld von der Versicherung ist noch nicht genug beisammen.

Vor gut einer Woche versammelten sich rund 40 Mitglieder der SpVgg Maxkron zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in der Stadthalle, um über die Pläne zum Wiederaufbau des neuen Vereinsheims zu sprechen. Wenige Tage darauf stehen Florian Guski, der Vorsitzende des Vereins, und sein Stellvertreter Dominik Seiser vor dem Relikt ihres alten Vereinsheims und sinnieren darüber, wie es nun weitergeht. Bei der außerordentlichen Versammlung habe man alle Kosten aufgedeckt, sagt Guski. Rund 164.000 Euro soll der Neubau „ohne Schnickschnack“ kosten, 55.000 Euro bekommt der Verein von der Versicherung für das abgebrannte Heim. Knapp 11.000 Euro sind bereits an Spenden zusammengekommen. Wenn die Fußballer beim Wiederaufbau mit anpacken, könnten sich die Kosten auf rund 120.000 reduzieren, schätzt Guski. Soweit die Zahlen. Der Vereinsboss und sein Stellvertreter Seiser betonen, trotz der sechsstelligen Summe optimistisch in die Zukunft zu blicken. Dabei ziehen sie jedoch recht ernste Mienen. Vielleicht, weil es in diesem Jahr voraussichtlich nichts wird mit dem Neubau. „Dieses Jahr wäre zwar technisch machbar“, sagt Guski. Doch „die Frage ist, wie viel Kohle wir noch einnehmen“, betont Seiser. Klar ist jedenfalls, dass der Bau schnellstmöglich hochgezogen werden soll, damit der Verein wieder zu Einnahmen kommt. Denn wegen Corona mussten sämtliche Veranstaltungen und Aktionen, die Geld bringen, abgesagt werden. Kein Sommerfest, kein Papiersammeln, kein Watten, kein AH-Turnier. Künftig soll die Gaststätte untervermietet werden, etwa an die Trachtler, „die sind immer auf der Suche nach einem Platz zum Proben“, weiß Guski. Platz genug dürfte für die Trachtler dann sein, denn die Gaststätte soll größer werden als die bisherige. Generell soll der Neubau größer werden, zumindest „ein bisschen“, fügt Guski an. Aus den ursprünglichen etwa 130 Quadratmetern sollen rund 180 werden. So sollen die Fußballer etwas mehr Platz in ihrer Kabine bekommen und auch Bewegungsfreiheit in der Dusche, wo mehr Brauseköpfe montiert werden sollen. Und auch für die Zuschauer am Platz soll das künftige Vereinsheim „angenehmer“ werden, sagt Seiser und verweist auf die einstigen Toiletten, die nur umständlich zu erreichen waren. 

Florian Guski klappt seinen Laptop auf und stellt diesen auf einem der verbliebenen Biertische ab. Auf dem Bildschirm flimmert ein erster Entwurf des künftigen Zuhauses der Maxkroner Fußballer. Auf den ersten Blick ist vieles gleich, erst der Grundriss offenbart die etwas größere Dimensionierung. Der Technikraum soll nach hinten verlegt werden, die Toiletten nach vorne. Einen offenen Biergarten soll es wieder geben. Selbst wenn nicht genügend Geld zusammenkommt, es besteht noch immer die Möglichkeit, sich zu verschulden. Der Haken: Gerade erst wurde der Pachtvertrag mit dem Bundeseisenbahnvermögen verlängert, wie immer um lediglich fünf Jahre. „Wir wollten eigentlich 20 Jahre“, sagt Guski, doch da spielte der Verpächter nicht mit. Da kommt natürlich die Frage auf, wer denn im Falle einer Verschuldung haftet. Wohl der Vorstand. „Ich würde es aus Vereinsliebe machen“, meint Guski. Doch wer weiß, ob in ein paar Jahren er und sein Freund noch an der Spitze stehen. „Wir hoffen, dass wir schuldenfrei bauen können“, sagt Seiser. 

Als nächstes wird nun ein Finanzplan erstellt. Und auch der Abriss steht an. Die beiden Vorsitzenden können den Abbruch kaum erwarten, immerhin berge die Ruine am Sportplatz Gefahren für spielende Kinder. Zwar steht ein Schild mit der Aufschrift „Eltern haften für ihre Kinder“ an der Zufahrt zum Gelände, doch rot-weiße Absperrbänder und Verbote seien für viele Kinder verlockend, meint Guski, wenn er auf das abgebrannte Vereinsheim blickt. Der künftige Bau, das stellt Seiser klar, soll aus Stein errichtet werden. Und vielleicht auch aus Materialspenden. „In Penzberg wird gerade so viel abgerissen“, sagt Guski, in der Hoffnung, dass die ein oder andere Firma noch verwendbares Baumaterial an den Verein spendet. Dafür und für anderweitige Unterstützung hat Guski eigens ein E-Mail-Konto (wiederaufbau-­maxkron@gmx.de) eingerichtet, an das sich Unternehmen mit ihren Ideen wenden können. ra 

Wer die Maxkroner Fußballer beim Wiederaufbau des Sportheims unterstützen möchte, kann dies über folgendes Spendenkonto tun: VR-Bank Werdenfels, IBAN: DE 79 7039 0000 0102 5221 10.

Auch interessant

Meistgelesen

Vorauswahl für mögliche Urmel-Preisträger getroffen: Nun setzt sich die Kinderjury an die Bücher
Vorauswahl für mögliche Urmel-Preisträger getroffen: Nun setzt sich die Kinderjury an die Bücher
Habach und Iffeldorf verabschieden Viertklässler mit Wunsch-Luftballons
Habach und Iffeldorf verabschieden Viertklässler mit Wunsch-Luftballons
BRK-Kreisverband wirbt um neue Fördermitglieder
BRK-Kreisverband wirbt um neue Fördermitglieder
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Weitere Infektionen in Penzberg
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Weitere Infektionen in Penzberg

Kommentare