Eine Wasserflasche als Hantel

Mit viel Einfallsreichtum wird beim TSV Penzberg in Zeiten von Corona wieder trainiert

Willkommene Bewegung im Freien: Die Senioren des TSV Penzberg wahren im Sitzen den Abstand.

Penzberg – Mit rund 1.500 Mitgliedern zählt der TSV Penzberg zu den mitgliederstärksten Vereinen der Stadt. Auch an ihm ist die Corona-Krise nicht spurlos vorübergegangen. Dem großen Engagement seiner Vorsitzenden Michaela Schott und vielen weiteren Übungsleitern, Trainern, Helfern, Förderern und Mitgliedern ist es zu verdanken, dass die meisten Sportabteilungen nun aber wieder ihre Aktivitäten aufnehmen konnten. Letztlich verhalfen Kreativität und Optimismus auf bis dato unbekannte Wege.

„Nicht nur stöhnen, sondern sich freuen, zeitnah die neue Normalität umzusetzen“, so lautet das Credo von Michaela Schott. Freilich habe man zum Lockdown erst einmal alles schließen müssen, so Schott. Doch schon nach kurzer Zeit animierten Übungsleiter des Vereins unter dem Motto #Stayhome-#Stayfit auf der Homepage Jugendliche und Erwachsene, sich auch zuhause zu bewegen.

Sie sei stolz auf ihre Mitglieder und Übungsleiter, „die so diszipliniert mitmachen“, erklärt die TSV-Chefin. Ihr Motto „Schritt für Schritt den Weg einer neuen Normalität“ zu gehen, werde von allen Abteilungen überzeugt mitgetragen. Bereits seit Mitte Mai finden viele Angebote auch wieder im Freien statt. 

Wurde der TSV vor über 120 Jahren als reiner Turnverein mit „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn als Vorbild gegründet, sporteln unter dem Dach des Vereins inzwischen unzählige Abteilungen. Seit den Lockerungen ist man dort nach Wochen des Stillstands wieder aktiv: Leichtathletik, Basketball, Seniorensport, Rope­skipping, Beachvolleyball, Bodytone, Bodyfit, Pilates, Fit for ever, Nordic Walking, Koronarsport, Tanzen, Faszienfit, Rückenfit, Tanzsport und einige Turnangebote finden wieder statt, „freilich unter Einhaltung der Hygieneregeln“, stellt Schott klar. Wie das funktionieren kann, erklärt die Vereinschefin anhand einiger Abteilungen. So trainieren etwa die Seniorengruppen unter Anleitung von Karin Sonnenstuhl mit Hilfe von Hockern neben Ausdauer auch Beweglichkeit und Kräftigung, wobei eigene Wasserflaschen als Hanteln dienen. „Alles mit anderthalb Metern Abstand, versteht sich“, so Schott. Die Hocker werden nach jeder Stunde desinfiziert. Das Training der älteren Herrschaften findet auf dem Frei­platz hinter der Sporthalle statt. Die jungen Turnerinnen wiederum leitet Monika Scholl an: „Jede bringt ihre eigene Matte mit“, erklärt die Vorsitzende. Auch sie nutzen den Frei­platz hinter der Sporthalle, ebenso die Teilnehmer der Rücken-Fit-Stunde von Monika Schäfer. Auch hier klare Regel: Jeder bringt seine eigene Matte mit und hält ausreichend Abstand zum Nächsten. „Im Volleyball wiederum wird das Beach­feld auf der Berghalde über bunte Hütchen in Abschnitte geteilt, auf denen jeweils zwei Personen mit dem Ball trainieren“, erklärt Schott das Hygienekonzept. Dabei werden die Bälle stündlich desinfiziert. 

Bei allen Übungseinheiten werden die Teilnehmer erfasst, um lückenlos nachzuweisen, wer beim TSV Penzberg trainiert hat. Die Daten werden nach vier Wochen gelöscht. Als Grundlage aller Angebote gilt die Hygieneordnung des TSV, die Verhalten bei Krankheitssymptomen, An- und Abfahrt, Händehygiene und einiges mehr regelt und von einem individuellen Hygienekonzept jeder Übungseinheit ergänzt wird. 

„Warten müssen jedoch noch die ganz Kleinen“, bedauert Michaela Schott. Mit ihnen hätten die Übungsleiter vor allem das Problem, den Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten. Bislang seien die Eltern jedoch sehr verständnisvoll gewesen. 

Einmal wöchentlich trifft sich der Vorstand des TSV online. Als nächste Herausforderung will Schott den 16-köpfigen Ausschuss digital zusammenbringen. „Überlegen müssen wir noch, was wir mit unserer Mitgliederversammlung machen“, erklärt die Vorsitzende. Theoretisch könnte man sich draußen treffen, „aber was machen wir, wenn wir vier Wochen vorher dazu einladen müssen und es am Tag der Versammlung wie aus Eimern schüttet?“, fragt sie.

 Dennoch ist Michaela Schott zuversichtlich und dankbar, dass „schon so vieles wieder geht“. Schritt für Schritt werde es weitergehen – in eine neue Normalität. Zu der würde es für sie gehören, dass bald die Hallen wieder öffnen. „Es wäre toll, wenn mein Wunsch zum 1. September in Erfüllung ginge“, meint Michaela Schott. sg

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