Wunder der Natur

SPD erkundet Loisach-Kochselsee-Moore

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Mit dem Experten ins Moor: Friedl Krönauer machte der Gruppe die Bedeutung des Loisach-Kochelsee-Moores als Lebensraum begreifbar.

Kochel –  Langsam schlägt er seine Flügel, seine langen Beine hängen locker herab. Schon an seinem Flug, der ein wenig unbeholfen wirkt, lässt sich der Wachtelkönig erkennen. Wenn er noch fliegt, denn er zählt zu den rar gewordenen Vogelarten, wie die Kocheler SPD bei einem Gang ins Moor erfuhr. 

Ein Gewitter machte den Wanderern einen Strich durch die Rechnung. Statt den Fluss entlang zu flanieren und die Geheimnisse des Loisach-Kochelsee-Moores zu erkunden, ging es für die Naturfreunde in einen Gasthof, wo eine Diskussionsrunde letztlich die Wanderrunde ersetzte. Doch die Kocheler SPD ließ sich nicht davon abhalten, erneut mit Interessierten unter der Führung von Friedl Krönauer vom Bund Naturschutz in den Morast zu steigen.

Nach dem Gewitter beim ersten Versuch folgte beim zweiten Versuch Sonne und damit ein Erfolg. Entlang der Loisach in Richtung Brunnenbach entdeckten ein Dutzend SPD-Mitglieder und weitere Naturfreunde die artenreichen Flora und Fauna der Moorlandschaft. Ein Gefilde, das bereits vor tausenden Jahren in der Würmeiszeit entstand. Nun beanspruchen die weitläufigen Nieder- und Hochmoorflächen rund 3.600 Hektar und bieten damit reichlich Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, darunter rar gewordene Lebewesen, die nur noch in der unberührten Natur eine Nische finden. So erweisen sich die violetten und weißen Orchideen als Indikatoren für naturbelassene Mager- und Feuchtwiesen, ebenso Wiesenbrüter wie der Große Brachvogel, der Wachtelkönig, die Bekassine oder auch der Wiesenpieper. Doch das sind nicht die einzigen Nestbauer, die in dem als FFH- und Vogelschutz-Gebiet ausgewiesenen Areal ihre Eier legen. Insgesamt sind es mehr als 200 Vogelarten. Für Braun- und Schwarzkehlchen ist das Moor sogar das bedeutendste Brutgebiet in ganz Bayern. Doch nicht nur in den Bäumen leben „Raritäten“, auch in den Tümpeln und Teichen, wo viele vom Aussterben bedrohte oder stark gefährdete Reptilien und Amphibien kreuchen und fleuchen, darunter auch Kreuzottern. Und auf den Gräsern landen Insekten wie Libellen, deren Popula­tionen auf dem absteigenden Ast sind. 

Ein nicht von jedem gern gesehener Gast hat im Loisach-Kochelseemoor sogar eine dauerhafte Bleibe gefunden: der Biber, der sich laut Krönauer in den vergangenen 15 Jahren an und in der Loisach sowie ihren Zuflüssen viel Lebensraum erschlossen hat. Ein Nager, der in seiner Beißlust dennoch Bedeutendes leistet, denn er trägt nicht nur zur Gewässerökologie, sondern auch zum Hochwasserschutz bei. „Und wenn man sieht, wie der fleißige Baumeister ehemalige Rinnsale in artenreiche Gewässer verwandelt, kann man auch hier wieder einmal über die Natur nur staunen“, meint der Kocheler SPD-Ortsvorsitzende Bernhard Schülein, der es kaum erwarten kann, dass die nächste naturkundliche Veranstaltung folgt. ra

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