Ergänzung, nicht Konkurrenz

Am 30. April wird die neue Wohnungsbaugenossenschaft WWP gegründet

+
Sind zuversichtlich, dass die WWP ein Erfolg wird: Michael Pfeffer, Aleksander Trifunovic, Florian Müller, Paul Hattemer und Christof Seehofer (von links).

Penzberg – Am 30. April wird die Wohnungsbaugenossenschaft WWP (Wir wohnen in Penzberg) gegründet. Die drei CSU-Stadtratskandidaten Florian Müller, Aleksander Trifunovic und Paul Hattemer sowie Christof Seehofer und Michael Pfeffer sind mit den Vorbereitungen schon recht weit gekommen.

Die Satzung steht, ein Geschäftsplan ist aufgestellt, und die ersten fachlichen Unterstützer wie eine Penz­berger Hausverwaltung, ein Bauingenieur und ein Rechtsanwalt sind an Bord geholt. „Wir sind im Zeitplan“ strahlt Florian Müller, im Hauptberuf Unternehmensberater und nach Feierabend die treibende Kraft von WWP. Er hat beispielsweise bereits einen Geldgeber an Land gezogen, der erklärt hat, für die Realisierung des ersten Bauprojekts einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung zu stellen. In den kommenden Wochen führt Müller noch weitere Gespräche mit möglichen Geldgebern und ist dabei verhalten zuversichtlich: „Wenn alles gut läuft, kann ich am 30. April noch einen größeren Betrag verkünden.“ 

Im Augenblick gibt man sich aber bescheiden: Müller rechnet damit, dass sich bei der Gründung wohl „an die zwölf Mitglieder“ der Genossenschaft anschließen werden, von denen jeder einzelne eine Einlage von 1.500 Euro plus eine Aufnahmegebühr von 150 Euro leisten muss. Zwar können die Mitglieder auch weitere Anteile zeichnen, sie müssen aber nicht befürchten, später nochmal zur Kasse gebeten zu werden. „Bei uns gibt es keine Nachschusspflicht“, erklärt Michael Pfeffer, der Mann, der sich um die Satzung kümmert. Und noch etwas steht fest: Der Mietpreis in den WWP-Objekten soll 10 Euro pro Quadratmeter nicht übersteigen. 

Sehr froh ist Müller auch darüber, einen Finanzierungspartner (dessen Namen er noch nicht verraten mag) an der Seite zu haben, „der uns darin unterstützt, dass wir an möglichst günstige Konditionen gelangen“. Fachliche Unterstützung erhalten die WWP-Leute ferner vom VdW Bayern, dem Verband bayerischer Wohnungsunternehmen. „Dort sieht man unsere Pläne sehr positiv “, freut sich Christof Seehofer. Dass Markus Kleinen, der Geschäftsführer der Wohnbau Weilheim GmbH, mit Blick auf die WWP-Pläne unlängst erklärt hatte, dass sich eine Wohnungsgenossenschaft erst ab 400 Objekten rechne, können Müller & Co. deshalb nicht verstehen. „Dann dürfte es die Maro auch nicht geben“, sagt Paul Hattemer mit Blick auf die erst im Jahr 2012 gegründete Genossenschaft aus Weilheim, die demnächst an der Matthias-Flurl-Straße 22 Wohnungen an ihre Mieter übergibt. Und von der Maro wisse man, dass es nicht nur, wie von Kleinen angeführt, für den kommunalen Wohnungsbau, sondern auch für den genossenschaftlichen attraktive Förderprogramme gibt. 

Obwohl der WWP-Fünferbande drei CSU-Mitglieder angehören, wird Florian Müller nicht müde zu betonen, „dass unser Projekt komplett überparteilich ist“. Und so hat man auch die sechs Bürgermeisterkandidaten angeschrieben, um in Erfahrung zu bringen, ob die im Falle ihrer Wahl die WWP unterstützen würden. Mit Ausnahme von Michael Kühberger (FLP) haben alle geantwortet und eine positive Rückmeldung gegeben. Sogar Rathauschefin Elke Zehetner, die vor kurzem die WWP noch als überflüssig bezeichnet hatte, teilte nun mit: „Das Thema Wohnen und Leben in Penzberg ist für uns alle eine gemeinsame Aufgabe und Verpflichtung. Jeder, der hierzu einen Beitrag leisten kann, ist herzlich willkommen.“ 

Ganz egal, wer die Wahl gewinnt, mit dem neuen Bürgermeister wollen die WWP-Leute möglichst schnell einen Termin vereinbaren, um Kooperationsmöglichkeiten mit der Stadt auszuloten. Denn die große Schwachstelle der neuen Genossenschaft ist, dass sie bislang noch über kein Grundstück verfügt. „Wir werden hier aber weiter aktiv suchen“, betont Hattemer, der sich auch eine Bebauung städtischer Grundstücke auf Erbpachtbasis vorstellen kann. Aleksander Trifunovic ist jedenfalls überzeugt: „Wir können eine super Ergänzung zur Wohnbau Weilheim und zu städtischen Projekten sein, um die Wohnungssituation in Penzberg zu entzerren.“ la

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Pflegeausbildung am Klinikum Penzberg gestartet
Pflegeausbildung am Klinikum Penzberg gestartet
Cocktails, Drinks und gute Musik
Cocktails, Drinks und gute Musik
Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: Rasanter Anstieg der Fälle - es droht Ampelphase „Dunkelrot“
Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: Rasanter Anstieg der Fälle - es droht Ampelphase „Dunkelrot“
Landkreis: Kostenlose Corona-Tests an Station in Weilheim
Landkreis: Kostenlose Corona-Tests an Station in Weilheim

Kommentare