Schlechte Nachricht im Stadtrat

Wohngebiet Birkenstraße-West: Penzberg muss tiefer in die Tasche greifen

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Penzberg – Auf die Stadt Penzberg kommen bei der Errichtung des Wohngebiets Birkenstraße-West deutlich mehr Kosten zu als geschätzt. Das städtebaulich ehrgeizige Vorhaben wird knapp fünf Millionen Euro teurer, musste Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) im Stadtrat einräumen.

Die Kostenrechnung liegt jetzt bei 53,44 Millionen Euro brutto. Dennoch wurde der Planentwurf auf den Weg gebracht. Baubeginn wäre im Juli 2021, Anfang 2024 sollen alle sieben Gebäude stehen. „Die Kostenschätzung ist eine sehr ungenaue und schwammige Zahl“, hatte der neue Rathauschef Korpan feststellen müssen. Noch im April bekamen die Stadträte Gesamtkosten von geschätzten rund 48,72 Millionen Euro zu hören. Das Gremium brachte damals mit 22-Ja-Stimmen und einer Gegenstimme (Kerstin Engel/Grüne) den Vorentwurf im Verfahren weiter.

Teure Baubedingungen

Die nicht unerhebliche Kostensteigerung begründete Jochen Weber vom Ingenieurbüro Hitzler mit schlechtem Baugrund und notwendigen Gründungen. Wegen der ungünstigen Hanglage seien vier Zufahrten für Tiefgaragen nötig, ebenso eine Absturzsicherung für die darunter liegenden Gärten. Zudem gebe es viele Außenwandflächen und es bräuchte einen speziellen Beton wegen des Schichtenwassers. Weber beruhigte aber die Stadträte: Die detaillierte Planung sei „sehr wirtschaftlich“. 

Zwei Baubereiche

Bebaut werden auf dem städtischen Grundstück zwei Bereiche mit 6100 und 7100 Quadratmetern Fläche - im südlichen wird begonnen. Sieben viergeschossige Gebäudekomplexe entstehen in vier Zeilen, jede mit einer Tiefgarage. 171 Wohnungen werden geschaffen. Maßgeblich Zwei- und Drei-Zimmereinheiten, so Architektin Gabriele Brückmayer („Wir haben sehr effizient Wohnungen übereinandergestapelt“) vom Münchner Büro „H2M“. Das Quartier ist autofrei angelegt, dafür sorgen 198 Stellplätze in den Tiefgaragen. 342 Radlplätze gibt es, die Mehrzahl oberirdisch. Weber zufolge soll der städtische Bauantrag bereits am 11. September eingereicht werden. Für November/Dezember wird mit der Genehmigung gerechnet. Die ersten Pakete könnten im Dezember ausgeschrieben werden. Im Mai 2021 wird die Baustelle eingerichtet, sagt Stadtbaumeister Justus Klement gegenüber der Rundschau.

3,5 Jahre Bauzeit

Veranschlagt werden 3,5 Jahre Bauzeit. Im Juli 2021 starten die Arbeiten, erwartet Klement. Im Sommer 2023 wäre die erste Zeile fertig. Ob dann Mieter einziehen, ist noch unklar - schließlich müssten sie bis zur Fertigstellung der letzten Zeile im Januar 2024 in einer Baustelle wohnen. 

Drei Nein-Stimmen

Nicht alle Stadträte waren begeistert von den Planungen (siehe Kasten). Am Ende wurde der Entwurf dennoch mit großer Mehrheit abgesegnet. Lediglich Kerstin Engel, Katharina von Platen und John-Christian Eilert (alle Grüne) sagten Nein. Zudem wird der auf 1,36 Millionen Euro angesetzte Risikopuffer auf Anraten von Kämmerer Hans Blank auf fünf Prozent der Gesamtkosten erhöht. Die Förderanträge werden nun vorbereitet. Im Raum steht ein freistaatlicher Zuschuss von knapp über 20 Millionen Euro. Auch ein zinsgünstiger Landeskredit ist möglich.

Andreas Baar

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