Großeltern gesucht

„Penzberg hilft“ organisiert Familienzusammenführungen der besonderen Art

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Fahndung nach Omas und Opas: Martina Gundhardt, Jack Eberl, André Anderl und Stefan Fuchs (von links) wollen familiäre Lücken schließen.

Penzberg – Eine Oma ist die Mutter der Mutter oder des Vaters - oder eine (noch) Fremde: Geht es nach dem Verein „Penzberg hilft“, so müssen Großeltern keineswegs mit einer Familie verwandt sein, um zu dieser zu gehören, zumindest keine Wunschgroßeltern.

Mama, Papa, Oma, Opa, eine Reihung die melodisch klingt. Doch Musik ist sie sich nicht in sämtlichen Ohren: nicht alle Familien haben das Glück, auf Großeltern bauen zu können. Eine räumliche Entfernung zieht sich wie eine Furche durch die Beziehung oder Oma und Opa sind bereits verstorben, können die Enkel nicht mehr aufwachsen sehen. In diese Familien möchte der Verein „Penzberg hilft“ nun die Generationenvielfalt zurückholen. 

Gesellschaft für beide Seiten, eine liebevolle Betreuung für die Kinder, eine ehrenamtliche Aufgabe und ein familiärer Anschluss für die Älteren: Der Verein „Penzberg hilft“ möchte Familien zusammenführen, die eigentlich keine sind, aber solche werden können. „Wir vermitteln Omas und Opas“, erklärt Stefan Fuchs, Vorsitzender von „Penzberg hilft“. Der Verein stellt dabei eine Plattform zur Verfügung, über welche der Kontakt zwischen einer Familie und einer potenziellen Wunschgroßmutter, beziehungsweise einem möglichen Wunschgroßvater hergestellt werden kann. Zunächst müssen beide Seiten über die Homepage des Vereins (www.penzberg-hilft.de) einen Fragebogen ausfüllen. Vorab ist auch eine telefonische Kontaktaufnahme (Tel: 0176/61389234) mit Stefan Fuchs möglich. 

Die Antworten werden dann von den Penzberger Helfern abgeglichen. Eltern, Kinder und Oma oder Opa „müssen zusammenpassen“, meint André Anderl von „Penzberg hilft“. Könnte das angesichts übereinstimmender Ergebnisse der Fall sein, so organisiert der Verein ein Gespräch zwischen den Kandidaten. Die Mitglieder beschäftigen sich seit einem halben Jahr mit dieser Idee und haben versucht, aus der Vision Wirklichkeit zu machen, haben dabei nicht nur vereinsintern viel diskutiert, sondern auch Kontakt zu Diakonien aufgenommen, die bereits Wunschgroßeltern vermitteln, in Leipzig oder Traunstein. In näherer Umgebung sei dieses Konzept nämlich noch nicht realisiert, bedauert Anderl, der schätzt, dass für ein Fünftel der Penzberger Familien ein solches Angebot in Frage käme, und der betont: „Wir sind kein Babysitterportal.“ Wunschoma und -opa sollen zwar für die Kinder da sein, doch zugleich vollständig integriert werden, ein Teil der Familie und kein Anhängsel, sondern ein dauerhaftes Mitglied sein, dem ein Platz am Ess­tisch an Geburtstagen, Weihnachten oder Ostern gewiss ist. ra

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