Ein Zeichen für den Klimaschutz setzen

Stattliche Förderung: Knapp 400.000 Euro überreichte Monika Kratzer (2. von links) aus dem Umweltministerium an Klosterdirektor Pater Claudius Amann (links) sowie Klaus Sedlbauer (2. von rechts) und Britta von Rettberg vom Fraunhofer Institut.

In der Alten Schäfflerei des Klosters Benediktbeuern hat das Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) das Europäische Kompetenzzentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege eingerichtet. Jetzt hat das Projekt auch finanziell eine solide Grundlage: Das Bayerische Umweltministerium überreichte am Dienstag den Förderbescheid über knapp 400.000 Euro an Klosterdirektor Pater Claudius Amann und Klaus Sedlbauer vom IBP.

Groß angekündigt worden für die Übergabe des Spendenschecks war Umweltminister Markus Söder. Doch die große Politik verhinderte die Aufwartung des Franken im Loisachtal: Zeitgleich kam Bundespräsident Christian Wulff erstmals nach München, besuchte die Residenz und hielt eine Rede vor dem Landtag. Söder zog es vor, mit seinen Kabinettskollegen in München stramm zu stehen. Wobei es fraglich ist, ob der Minister erst am Vorabend um halb sieben davon erfahren hatte, dass der Bundespräsident in die Landeshauptstadt kommt, als Söder deshalb seinen Besuch in Benediktbeuern absagte. So gab es „eine kleine personelle Änderung“, wie Tanja Fleck, die Pressesprecherin des IBP, kleinlaut einräumen musste. Söders Vertretung, Monika Kratzer vom Umweltministerium, war zwar nicht so prominent wie der 44-jährige Franke, jedoch mit außerordentlicher Sprachgewandtheit ausgestattet. Sie betonte, durch die Arbeit in der Alten Schäfflerei gebe es die Möglichkeit, „Effizienz im Gleichklang mit dem Denkmalschutz zu zeigen“. Zudem sei das Europäische Kompetenzentrum ein weiterer Mosaikstein, um das Kloster zu sanieren. „Bayern will ein Zeichen setzen im Klimaschutz“, sagte die Ministerialrätin. Die Finanzspritze in Höhe von 398.671 Euro, die das Ministerium an IBP und Kloster übergab, ist gewaltig: „Eine der größten Fördersummen, die das Ministerium je verteilt hat“, bilanzierte Monika Kratzer. Klaus Sedlbauer bedankte sich artig für die finanzielle Zuwendung und berichtete von seinen Erfahrungen eines kürzlichen USA-Besuchs. „Dort ist es unmöglich, alte Gebäude zu renovieren.“ Das Forschungsprojekt in der Alten Schäff- lerei sei so bedeutend, weil dort Energieeffizienz untersucht werde. Es sei wichtig, „in Deutschland diesen Weg zu gehen und auf regenerative Energie zu setzen“, sagte Sedlbauer. Gerade im Hinblick auf die derzeitigen Unruhen in der arabischen Welt seien die Öllieferungen unsicher. „Da- rum ist es wichtig, die Gebäude auf minimalen Energieverbrauch zu trimmen“, hob der Experte hervor. Das Projekt in der Alten Schäfflerei liefere „spannende Herausforderungen“, nicht zu- letzt durch den Gegensatz „geringes Energieniveau“ und „Erhalt der Gebäudesubstanz“. Auch wenn der Förderbescheid erst jetzt übergeben wurde, in der Alten Schäfflerei wurde bereits fleißig gewerkelt. Ein Workshop ist eben zu Ende gegangen, in Kürze beginnen die Experten mit Nullmessungen im Nordbau. Bei dieser Bestandsaufnahme werden unter anderem Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit und Oberflächentemperatur bestimmt. Klosterdirektor Pater Claudius Amann strahlte über beide Ohren, als er den Förderbescheid in Händen hielt: „Wir sind sehr glücklich.” Das Europäische Förderzentrum sei ein „lobenswertes Projekt“.

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