Zentraler Standort als Pluspunkt

Der Briefkasten ist schon beschriftet, die Büros werden noch bezogen: Andreas Scharli vor dem Gebäude, in dem die EWO ihr Zuhause hat.

Seit Beginn des Jahres ist Penzberg die neue Heimat der Energiewende Oberland (EWO). Als erster hat Energieberater Andreas Scharli sein neues Büro im ersten Stock im Gebäude gegenüber den Stadtwerken bezogen. Drei weitere Mitarbeiter folgen ihm in den kommenden Wochen nach. Die EWO hatte ihren Sitz zuvor in Wolfratshausen.

Am alten Kraftwerk 4 lautet nun die neue Adresse der Bürgerstiftung für erneuerbare Energien und Energieeinsparung. „Penzberg ist ein zentraler Standort“, betont Andreas Scharli. Als geografischer Mittelpunkt der EWO, die für die Landkreise Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach zuständig ist, habe sich die Stadt an der Loisach angeboten. Die Nähe zu den Penzberger und Bad Tölzer Stadtwerken sei ein weiterer Pluspunkt, hat Scharli erkannt. Ausdrücklich lobt der Experte die gute Zusammenarbeit mit dem Penzberger Stadtwerke-Chef Dieter Schubert und Bürgermeister Hans Mummert. „Wir können die Energiewende nicht ohne die örtliche Kommunalpolitik betreiben“, sagt Andreas Scharli und umreißt damit das wesentliche Ziel der Bürgerstiftung. Die EWO fördert Vorhaben, die es ermöglichen, die Energieversorgung in den drei Landkreisen bis 2035 unabhängig von Energieimporten sicher zu stellen. Das bedeutet: In gut 20 Jahren soll die vollständige Versorgung durch erneuerbare Energien möglich sein, wobei die Energie auch regional erzeugt werden soll. Zu diesem Zweck begleitet die Energiewende Oberland die Kommunen bei der Energiepolitik, berät Gewerbebetriebe und knüpft Kontakte zu Ingenieurbüros und Heizungsbau- ern. Neben der Öffentlichkeitsarbeit sieht Scharli auch die Bewusstseinsbildung als zentrale Aufgabe der Energiewende. Die EWO hat auch schon die ersten regionalen Projekte im Visier, „nicht nur politische Willenserklärungen“, wie Scharli sagt. Sehr interessant findet der 46-jährige Fachmann in diesem Zusammenhang das geplante Biomasseheizkraftwerk im Nonnenwald. „Das könnte dreifach genutzt werden“, verrät Scharli. Zum einen könne die erzeugte Dampfkraft für pharmazeutische Prozesse bei Roche Verwendung finden. Zweitens: „Der auf niedriger Druckstufe hergestellte Dampf kann zur Stromherstellung genutzt werden“, so Scharli. Und letztlich könne der Dampf auch für Teile der Stadt Penzberg für ein Fernwärmenetz gebraucht werden. (Siehe auch Bericht auf Seite 3.) Finanziert wird die EWO durch die Bürgerstiftung, durch die Bioenergieregion, einem Projekt des Bundeslandwirtschafsministeriums, und durch die Raiffeisenbanken. Kritik und „scharfen Gegenwind“ gebe es zuhauf, vermeldet Scharli, vor allem von Ingenieurbüros, „die unberechtigterweise Konkurrenz durch uns fürchten“, so der Energieberater. Aber gerade die Energiewende Oberland sei es ja, die den Ingenieurbüros Arbeit bringe. In den nächsten Wochen wird das Büro der 2005 gegründeten Energiewende Oberland durch vier Mitarbeiter besetzt sein. Neben Andreas Scharli sind das Umweltingenieurin Elisabeth Kohlhauf, Chiara Kury, die fürs Netzwerkmanagement verantwortlich ist, und Büroleiterin Karina Rebele. Nicht im Penzberger Büro sitzen wird der Klimaforscher Wolfgang Seiler aus Garmisch-Partenkirchen, der Vorstandsvorsitzende der EWO. „Ein Wissenschaftler, der die Energiewende von der ersten Stunde an begleitet hat“, schwärmt Andreas Scharli.

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