Kein Rüffel für die Stadt

Edeka-Areal: Petition von Pro Innenstadt bringt Klarheit, aber keinen Erfolg

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Bis jetzt war alles in Ordnung: Das Wirtschaftsministerium fand keinen Anlass, um die Bauleitplanung der Stadt für das Edeka-Areal zu beanstanden.

Penzberg – Monika Uhl nimmt es gelassen. Die von ihr als Vorsitzende des Gewerbevereins Pro Innenstadt im Bayerischen Landtag eingereichte Petition gegen die Entwicklung eines Zentrums für Einzelhandel auf dem Edeka-Gelände wurde abgelehnt.

Der Petitionsausschuss des Landtags schloss sich der Betrachtungsweise des Bayerischen Wirtschaftsministeriums an, das wiederum keinen Anlass gesehen hat, die bisherige Bauleitplanung der Stadt Penzberg für das Areal zu beanstanden. „Jetzt wissen wir wenigstens endlich was Sache ist“, kommentiert Uhl, deren Verein sich durch das Rathaus in der Vergangenheit stets unzureichend informiert sah. 

Interessant ist aber ein eher beiläufiger Hinweis in der Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums: Bereits am 26. Februar 2019 hat die Regierung von Oberbayern die Verlagerung des Lidl-Marktes auf das Edeka-Gelände „wegen des Vorliegens einer Agglomeration“ abgelehnt. Dies war öffentlich bisher aber nicht bekannt. Lidl sei an dieser Stelle in Zusammenhang mit dem E-Center und dem Getränkemarkt zu betrachten. Die Verkaufsflächen dieser Nahversorger, so heißt es von der Bezirksregierung, „überschreiten die landesplanerisch zulässige Abschöpfungsquote von 25 Prozent“. 

Für Bürgermeisterin Elke Zehetner ist dies freilich nicht neu: Man habe den Regensburger Projektentwickler Herbert Küblböck, der das Edeka-Areal überplanen möchte, bereits im vergangenen Jahr gebeten, für die Lidl-Verlagerung einen Weg zu wählen, der von den Behörden mitgetragen wird. In der Zwischenzeit haben sich die Voraussetzungen für die Entwicklung des Geländes ohnehin erheblich geändert: Zwar ist die Lidl-Verlagerung noch immer ein wesentlicher Bestandteil der Küblböck-Pläne, doch soll neben einem neuen Edeka-Markt nur noch ein vergleichsweise kleines Fachmarktzentrum entstehen und der Schwerpunkt nicht mehr auf dem Handel, sondern auf dem Bau von Wohnungen liegen. „Auf zwei Dritteln der Fläche sollen Wohnblocks entstehen“, betont Bürgermeisterin Zehetner. Ebenfalls neu ist, dass der jetzige Lidl-Markt nicht mehr dem Handel zur Verfügung stehen soll, sondern Gewerbebetrieben. Damit wolle man, heißt es aus dem Rathaus, die Bedenken der Regierung von Oberbayern zerstreuen. Die nächste Runde in der Debatte um das Edeka-Gelände soll dann im Frühjahr eingeläutet werden: Noch vor Ostern, so Rathauschefin Zehetner, werde Küblböck aus Regensburg anreisen und dem Stadtrat seine neuen Pläne präsentieren. la

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