Das Schulfräulein tritt ab 

Die Iffeldorfer Grundschulrektorin Berta Maier wurde in den Ruhestand verabschiedet

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So sieht sich Berta Maier selbst am liebsten: umgeben von vielen Kindern. Die bereiteten ihr gemeinsam mit den Lehrern einen stimmungsvollen Abschied.

Iffeldorf – „Sie ist süß und nett – jedenfalls meistens.“ Welch besseres Lob könnte man sich als Rektorin zum Abschied von seinen Schülern wünschen? Berta Maier, die Leiterin der Grundschule Iffeldorf, ist jetzt mit großem Stelldichein in den Ruhestand verabschiedet worden. 

Elternvertreter, Kindergartenleiter, Gemeinderäte, Bürgermeister, Schulamtsvertreter, Kollegen, ihr Vorgänger Peter Karnbaum und eben vor allem die Schüler selbst ließen es sich nicht nehmen, im Gemeindezentrum „Servus“ zu sagen. Elf Jahre wirkte Berta Maier hier zunächst als Konrektorin, dann als Rektorin. „Und mit zahlreichen Ideen brachte sie die innere Schulentwicklung voran“, zitierte Schulamtsdirektorin Kerstin Krückel aus einer Beurteilung, die im Rahmen einer externen Evaluation der Schule verfasst wurde. Krückel erinnerte an die wesentlichen Stationen in Maiers Laufbahn, etwa an 1977, als sie das erste Staatsexamen an der Ludwig-Maximilians-Universität in München ablegte. Oder als sie anschließend in den Vorbereitungsdienst in den Landkreis Weilheim-Schongau wechselte: Altenstadt, Hohenfurch, auch Penzberg, wo Maier 2001, nach einer ersten Verpflichtung an der Bürgermeister-Prandl-Schule, dann an der Birkenstraße zur Konrektorin ernannt wurde. Im Jahr 2008 wechselte sie schließlich nach Iffeldorf, wo sie zunächst ebenfalls als Konrektorin arbeitete, seit 2011 dann als Schulleiterin. Im Jahr 2017 feierte Maier ihr 40-jähriges Dienstjubiläum, nun trat sie in die Freistellungsphase ein. „Viel Zeiten wird ein Mensch durchwandern, niemals gleicht eine der anderen“, schloss Kerstin Krückel. Und Maier hätte dem nicht widersprechen können, sollte sie in dem Moment auf ihre Laufbahn zurückgeblickt haben. 

Höhepunkte davon, kurzweilige Episoden und auch einige Eigenheiten der Vollblutpädagogin stellten die Lehrer dann im „Zirkus Bertielini“ dar. Da wurde kräftig jongliert, es gab tiefsinnige Reime von Bauchladenverkäuferinnen, und Konrektor Bernhard Apel führte als Zirkusdirektor durch das Programm, das auch viel Musik bereithielt. Sogar Schulamtsdirektorin Krückel stimmte in ein Katzenduett mit ein. Die Kinder wiederum bildeten eine Polonaise durch den Saal, um Blumen an Berta Maier zu überreichen. 

Iffeldorfs Bürgermeister Hubert Kroiß erinnerte zunächst an die Zeit, als die 5. und 6. Klassen der Teilhauptschulen bei den Volksschulen wegfielen. „Wir hatten Angst, dass unser erweitertes Schulhaus verwaisen würde, doch das Gegenteil ist eingetreten“, sagte Kroiß und schob hinterher: „Man kann guten Gewissens behaupten, dass Berta Maier wie ihr Vorgänger Peter Karnbaum die Schulgemeinschaft auf eine angenehme, familiäre und bestimmte Art geführt hat.“ Die Schulhäuser in Iffeldorf und in der Außenstelle in Habach habe Maier jedenfalls „mit enormem Engagement geprägt“. 

Berta Maier blickte ihrerseits weit zurück. Bereits als Kind, so verriet sie, habe sie Lehrerin werden wollen, wie ein alter Hefteintrag aus ihrer Schulzeit heute noch beweist. Von ihrer damaligen Lehrerin derart beeindruckt, notierte sie: „Ich möchte einmal Schulfräulein werden.“ Den Schritt nach Iffeldorf habe sie nie bereut, so die 64-Jährige, zumal sie dort mit offenen Armen in Empfang genommen worden sei. Wehmut, nun in den Ruhestand zu wechseln, empfinde sie aber nicht. „Ich freue mich darauf, morgens endlich eine Tasse Kaffee zu trinken und die Zeitung zu lesen, ohne auf die Uhr schauen zu müssen.“ Nach über 40 Jahren im Dienst sei es nun gut, einer Nachfolgerin Platz zu machen. 

Maier nutzte deshalb ihre Verabschiedung auch gleich, um Simone Schramm, der neuen Rektorin, einen symbolischen Schlüssel für die Schule zu überreichen. Und dann gab sie noch ein Versprechen: dass sie immer gerne wieder die Schule besuchen werde. arr

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