Zuversicht trotz Abwärtstrend

Arbeiten weiter unverdrossen am Aufschwung des Tourismus in Bad Heilbrunn: Rosi Rieker und Ulli Glodowski von der Gäste-Information.

Die Gästeankünfte und auch die Übernachtungszahlen, eigentlich Grad- messer für die Situation im Tourismus, stellen Bad Heilbrunn kein gutes Zeugnis aus: Die Ankünfte verringerten sich im Jahr 2011 auf 11.650 (2010: 11.890), die Übernachtungen gingen von 147.895 auf 141.000 zurück. Beim Tätigkeitsbericht über die Arbeit der Gäste-Information nannte deren Leiter Ulli Glodowski im Gemeinderat diese Zahlen als vorläufig, „sie könnten sich bei der Endabrechnung noch leicht verbessern“, merkte er an.

Der Rückgang trifft dieses Mal auch die Fachklinik, die etwa für 70 Prozent der Zahlen verantwortlich ist. Derr Grund ist hier allerdings nicht in einer schlechter Auslastung zu suchen, vielmehr wurden in der Klinik viele Doppelzimmer in Einzelzimmer umgewandelt. Auch auf den Ort selbst bezogen, wollte Glodowski die rückläufigen Zahlen nicht ganz negativ sehen. Anhand der vielen gut besuchten Veranstaltungen im vergangenen Jahr von den Ramstagen über die Kunstseminare und das Musik-Festival bis hin zu den Besuchern des Kräuter-Erlebnis-Park („da kamen allein 15 Gruppen mit 400 Teilnehmern“) habe man viele neue Gäste gewonnen, die jedoch als Tagesbesucher nicht in der Statistik erschienen, wie er sagte. Das sah auch Vize-Bürgermeister Konrad Specker (FW) so, der die Übernachtungszahlen nicht als das einzige Kriterium im Tourismusbereich betrachten wollte. Und selbst Rathauschef Thomas Gründl betonte, man dürfe Bad Heilbrunn nicht auf die Ortsmitte beschränkt sehen, denn „wir haben viele andere schöne Stellen im Gemeindebereich“. Da war man dann aber doch wieder beim Bad Heilbrunner Problem Nummer eins, der wenig attraktiven Dorfmitte, gelandet. Glodowski ließ nämlich unumwunden erkennen, dass deren Zustand neben dem Abbau von Gästebetten und dem Investitionsstau bei einigen Häusern („die wollen wohl abwarten, wie sich die Sache entwickelt“) sehr wohl ein Negativpunkt bei der Beurteilung durch die Gäste sei. Gründl freilich mahn- te die Gemeinderäte, man dürfe Bad Heilbrunn „wegen drei Eigentümern in der Ortsmitte“ nicht ständig schlecht reden. Denn es gebe auch viele Aufwärtstendenzen. Etwa bei der Gestaltung von Bad Heilbrunn als Hochzeitsort, wo sich die Zahl der Trauungen von Auswärtigen verdoppelt habe. Glodowski und seine Stellvertreterin Rosi Rieker gaben sich ferner zuversichtlich, durch den Kräuterpark und die Seminare der Kräuterpädagoginnen in Zusammenarbeit mit dem Benediktbeurer Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) weitere Gäste gewinnen zu können. Demnächst soll ein Flyer mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren für spezielle Kräuter-Seminare werben. Laut Glodowski ist auch die Park-Villa an 160 Tagen voll belegt, von namhaften Firmen und der Sommer-Kunstakademie Scheingraber. Künftig will sich der Kurort entlang der Bundesstraße (Gründl: „Da fahren täglich 16.000 Autos vorbei“) auch mit besseren Werbetafeln präsentieren.

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