Startschuss mit zwei Doppelhäusern

Bebauung „Nördlich Schmiedgasse“ in Ort nimmt langsam Fahrt auf

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Bald geht‘s los: Auf dieser Fläche in Ort werden nun zwei Doppelhäuser gebaut.

Kochel – Räume zum Wohnen und zum Arbeiten können sich in einem Mischgebiet ansiedeln, solange Letzteres Ersteres nicht stört. „Nördlich Schmiedgasse“ in Ort soll genau so ein Mischgebiet werden, und zwei Doppelhäuser als Wohn- und Bürogebäude machen dabei den Anfang.

Wenig begeistert waren einige Anwohner des am Rande des Loisach-Kochelsee-Moores gelegenen Kochler Ortsteils Ort über die Ausweisung des Bebauungsplans „Nördlich Schmiedgasse“ als Mischgebiet. Sie befürchteten durch die damit verbundenen Genehmigungen gewerblicher Nutzung mehr Lärm und Verkehr in der in den letzten Jahren beruhigten Schmiedgasse. Vor drei Monaten beschloss der Gemeinderat den Bebauungsplan dennoch wie geplant. Konkret wird es nun durch zwei erste Bauvorhaben: In seiner jüngsten Sitzung genehmigte das Kommunalparlament den Neubau von zwei Doppelhäusern. 

Mit dem Bebauungsplan wollte die Gemeinde ein verträgliches Nebeneinander von Wohnen und dorftypischer Mischnutzung fördern, die Schließung vorhandener Baulücken steuern sowie durch Ausweisung bislang unbebauter Fläche den Ortsteil „maßvoll abrunden“, wie Bürgermeister Thomas Holz formuliert hatte. Ersten Zuwachs erhält das Baugebiet nun auf dem bisher als Wirtschaftsgrünland genutzten nördlichen Areal. Der Grundstückseigentümer und dessen Schwester wollen je ein Doppelhaus errichten, die als Wohn- und Bürogebäude mit Studio beziehungsweise Praxis im Dachgeschoß beantragt wurden. Die Praxis könnte etwa an eine Steuerkanzlei oder einen Physiotherapeuten vermietet werden, der befürchtete Lärm dürfte sich damit in Grenzen halten. 

Die Gemeinderäte erteilten den Bauanträgen ihr Einvernehmen, allerdings mit der Gegenstimme von Monika Hoffmann-Sailer (SPD). Die Seniorenbeauftragte wollte den Bauherren die Einhaltung der DIN-Norm 18040 über barrierefreies Bauen auferlegen, scheiterte mit ihrem Vorschlag jedoch im Gremium. Wie Thomas Holz erklärte, dürfe der Gemeinderat in seinem Beschluss keine Bedingungen stellen, die nicht in den Zuständigkeitsbereich der Kommune fielen. „Auch wenn wohl jeder dahintersteht, hat uns Barrierefreiheit hier drin nicht zu interessieren“, entgegnete Holz und will Hoffmann-Sailer ein vom Landratsamt zu diesem Thema verfasstes Schreiben nachreichen. cw

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