Arche Noah: Konsens gefunden

Bündnis für die Arche Noah

+

Penzberg - Es kam, wie zu erwarten war: Der Stadtrat machte den Weg frei für die Planung eines Kindergartens der Pfarrei Christkönig und für zwei neue Gruppen für die Arche Noah.

Erstaunlich, dieser Konsens: Der Stadtrat hat am Dienstag jenen Grundsatzbeschluss zu den Kindertagesstätten gefasst, um den in den vergangenen Tagen und Wochen so heftig gerungen worden war. Grünes Licht gab das Gremium dabei nicht nur für die Planung des Kindergartens, den die Pfarrei Christkönig hinter der Kirche errichten will. Auch der Kindergarten der Arche Noah soll endlich um zwei auf dann drei Gruppen erweitert werden und einen neuen Standort erhalten. Zahlreiche Zuhörer waren ins Rathaus gekommen, um dieses im Vorfeld als „richtungweisend“ bezeichnete Votum mitzuerleben. Keine Rede war mehr davon, dass in der Vorlage für die Stadtratssitzung die Verwaltung die Arche Noah in Sachen Erweiterung nicht mehr berücksichtigt hatte. Bürgermeister Hans Mummert klammerte diesen Teil in der Sitzung komplett aus - wohl auch, weil dadurch der kurz zuvor gefundene interfraktionelle Schulterschluss nicht nochmals gefährdet werden sollte. Die einzigen, die am Ende der Diskussion zunächst gegen die Arche-Noah-Lösung Stellung bezogen, waren die Grünen. Die wollten, wie Kerstin Engel stellvertretend für ihre Fraktion erklärte, eher eine noch größere Lösung auf dem Kirchenareal verwirklicht sehen. Statt der zwischenzeitlich vorgeschlagenen vier Gruppen plus einer weiteren „Puffer-Gruppe“ für Christkönig „sollte hier besser eine sechsgruppige Lösung entstehen“. Das sei einfach die wirtschaftlichere Lösung, betonte Engel. Schließlich könnten so bauliche Synergien für die Gruppen geschaffen werden - und das zu äußerst günstigen Bedingungen für die Stadt. Denn sowohl die Planungskosten als auch das Grundstück würden von der Pfarrei getragen. „Ein Vorteil, gerade hinsichtlich der aktuellen Situation im Haushalt“, so Engel. Dass die Grünen am Ende doch noch für die Arche Noah stimmten, lag dann wohl an der sich abzeichnenden Mehrheit seitens der anderen Fraktionen. Hier ergriff zunächst Richard Kreuzer für die CSU das Wort. Die Christsozialen hatten vor Weihnachten mit dem Antrag zu einer breit aufgestellten zeitgleichen Prüfung mehrerer Erweiterungsoptionen die Debatte angestoßen. Nach zahlreichen Diskussionen habe man den Antrag, der im Dezember von allen anderen Fraktionen kategorisch abgelehnt worden war, noch einmal überarbeitet. Das Ziel sei aber nach wie vor klar: „Die Übergangsgruppen müssen aufgelöst werden“, sagte Kreuzer mit Blick auf die mittlerweile eingerichteten Container am städtischen Kindergarten und neben St. Raphael in Steigenberg. Die mobilen Übergangskindergärten kosteten eine Stange Geld, sagte Kreuzer und fügte hinzu: „Und dafür erhalten wir keinerlei Investitionskostenzuschuss.“ Der CSU-Bürgermeisterkandidat fasste den Antrag noch einmal mit folgenden Kernpunkten zusammen: Christkönig soll starten dürfen, Arche Noah soll erweitert werden - idealerweise an einem der 13 von der CSU vorgeschlagenen Standorte - und das Spatzennest soll bezüglich einer Erweiterungsoption überprüft werden. Wolfgang Sacher (BfP) unterstrich die großen Schnittmengen unter den Fraktionen, hielt aber ein deutliches Plädoyer für die Arche Noah. „Die Arche Noah ist in der Lage, zwei zusätzliche Gruppen zu übernehmen.“ Die Einrichtung sei anerkannt und biete über das angegliederte Familienzentrum ein zukunftsweisendes Konzept bis hinein ins Jugendlichenalter. Als Standort für einen Kindergarten könne sich Sacher ein städtisches Grundstück an der Gustavstraße oder das Areal am Wellenbad (Hausmeisterhaus) vorstellen: „Der Standort wäre prädestiniert für einen Kindergarten.“ Einzig Adrian Leinweber (SPD) stimmte einen schärferen Ton an und kritisierte zunächst die BfP, die auf ihrer Homepage Unwahrheiten publiziere, nur um darzustellen, dass die SPD gegen Kinderbetreuungsplätze sei. Das sei alles andere als „der faire Wahlkampf, den Wolfgang Sacher propagiert“, so Leinweber - die BfP kommentierten dies nicht. Leinweber zeigte sich ferner angetan von der Überlegung, das Spatzennest auszubauen, „denn das ist eine Einrichtung ohne jährlichen Defizitausgleich durch die Stadt“. Doch bleibe die SPD bei ihrem Wort und spreche sich dafür aus, der Arche Noah die lange zugesagten Gruppen nun auch verbindlich zuzusprechen. Leinweber betonte, dass man aber bei der Arche Noah auf der Trennung von Familienzentrum und Kindergarten bestehe, weil nur so eine einwandfreie Förderung durch den Staat möglich sei. Ein Schritt, den dann letztlich auch die Grünen gewillt waren mitzugehen. „Wir wussten nicht, dass die Arche Noah dazu bereit ist“, sagte Engel mit Blick auf die Loslösung des Kindergartens vom Familienzentrum. Der Beschluss ergab am Ende folgendes einstimmiges Ergebnis: Die Pfarrei Christkönig kann für fünf Gruppen (davon eine als Puffer) die Planungen starten. Die Arche Noah soll eine Einrichtung für drei Gruppen (neben der bestehenden Kindergartengruppe zwei zusätzliche Gruppen) erhalten, die bestehenden Spielgruppen werden (da hierfür kein Fördergeld fließt) dem Fa- milienzentrum zugeschlagen. Und: Die 13 von der CSU eingereichten möglichen Standorte für die Arche Noah werden geprüft. Bürgermeister Mummert zeigte sich zufrieden über diese Lösung. Denn die Arche Noah habe zu lange Lippenbekenntnisse zu hören bekommen, „und da schließe ich mich selbst gar nicht aus“, räumte Mummert ein. Gleichzeitig stellte er klar: Angesichts der erst anlaufenden Planungen und der Suche nach einem Standort für den Arche-Noah-Kindergarten „werden wir vor Frühjahr 2015 sicher nicht zum Bauen beginnen“. arr (mehr in der Printausgabe am Samstag)

Auch interessant

Meistgelesen

Dieb flüchtet mit einem leisen „Servus“
Dieb flüchtet mit einem leisen „Servus“
Flutlicht, Gitter und eine Stadionordnung für den Sportplatz in Bad Heilbrunn
Flutlicht, Gitter und eine Stadionordnung für den Sportplatz in Bad Heilbrunn
Von Grafenaschau nach Schlehdorf: Evangelisches Pflegezentrum Lindenhof eingeweiht
Von Grafenaschau nach Schlehdorf: Evangelisches Pflegezentrum Lindenhof eingeweiht
Seniorenzentrum an der Gartenstraße: Novita sucht Gespräche mit der TWS
Seniorenzentrum an der Gartenstraße: Novita sucht Gespräche mit der TWS

Kommentare